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Fördermittel für das Kulturhaus

Hoffen auf den europäischen Fond

Tecklenburg

Um das Kulturhaus zu modernisieren, braucht es Fördermittel. Die Stadt hofft nun auf einen europäischen Fond.

-jac-

Das Kulturhaus wird derzeit nicht genutzt, um Energie zu sparen. Doch es soll bald umfassend modernisiert und umgebaut werden. Foto: Ruth Jacobus

Gut Ding will Weile haben. Dieses Sprichwort passt immer dann, wenn es um größere Projekte in der Stadt geht. Das gilt unter anderem für die aufwendige Renovierung des Kulturhauses. Laut Integriertem Stadtentwicklungskonzept (Isek) aus dem Jahr 2020 sollte die Maßnahme eigentlich 2022 umgesetzt werden. Nun ist das Jahr 2023 angebrochen – und ein Start nicht in Sicht. Noch immer geht es derzeit um Fördermittel für die Neugestaltung.

Im Stadtrat geht es am Dienstag, 31. Januar, um Geld für das Kulturhaus. Wie der Sitzungsvorlage zu entnehmen ist, beinhaltet der Antrag der Stadt Tecklenburg auf Städtebaufördermittel für das Programmjahr 2023 als größte Maßnahme die Sanierung des Kulturhauses mit Kosten von rund 7,8 Millionen Euro. „Seitens der Förderstelle der Bezirksregierung Münster wurde deutlich gemacht, dass eine so hohe Einzelförderung einer Kommune für ein Programmjahr unter Berücksichtigung der Anträge anderer Städte und Gemeinden schwer unterzubringen ist“, schreibt die Stadtverwaltung.

Kofinanzierung

Was nun? Als Lösungsmöglichkeit für eine Kofinanzierung kam der Stadt kurzfristig im November des Jahres 2022 der Programmaufruf für die EFRE-Förderung (Europäischer Fond für regionale Entwicklung) sehr gelegen. Seitens der Bezirksregierung Münster sei dringend angeraten worden, sich ergänzend für diese Förderung zu bewerben. Diese sei mit der Städtebauförderung kompatibel. Die Bezirksregierung sowie die Stadt würden hierdurch bei ihren Kostenanteilen entlastet und die Wahrscheinlichkeit einer Förderung der Kulturhaussanierung würde entsprechend steigen.

Die Stadt hat einen entsprechenden Antrag gestellt, für den nicht nur ein umfangreiches Bewerbungsschreiben notwendig war, sondern unter anderem auch zwei ergänzende Fachbeiträge, die soziale und klimatische Problemstellungen im städtebaulichen Zusammenhang darstellen und Lösungsansätze aufzeigen. Ein Ratsbeschluss über die Anerkennung der Fachbeiträge ist noch erforderlich.

Im Fachbeitrag Klimaschutz erläutert die Stadtverwaltung das Klimaschutzkonzept und verdeutlicht, wie und in welchem Umfang Klimaschutz im Rahmen des Isek berücksichtigt wird. Unter anderem wird eingegangen auf die Weiterentwicklung des Kurparks zu einem Aktiv- und Vitalpark, wodurch das Stadtgrün aufgewertet und ein gewisser Ausgleich zur dicht besiedelten und überdurchschnittlich stark versiegelten Altstadt bestehe. Explizit eingegangen wird auch auf den Umbau des Kulturhauses mit Fassadendämmung, energetischer Sanierung, Dachbegrünung, neuer Lüftungstechnik und Wärmepumpentechnologie.

„Durch die Modernisierungen werden voraussichtlich 150.000 kWh Heizenergie eingespart (bisher rund 450.000 kWh jährlich, also ein Drittel Einsparung). Dies entspricht zugleich einem um circa 27.300 Kilogramm pro Jahr verringerten Ausstoß von CO2“, hat die Stadtverwaltung errechnet.

Klimaschutz

Als Fazit wird festgehalten, dass zahlreiche und umfangreiche Maßnahmen zum Klimaschutz erarbeitet wurden und umgesetzt werden. Durch die Instrumente des integrierten Energie- und Klimaschutzkonzeptes sowie des Isek würden Problemstellungen direkt sowie teilweise auch mittelbar angegangen. „Dabei greifen die Maßnahmen beider Konzepte oft ineinander und ergänzen sich gegenseitig.“

Im Fachbeitrag Soziales wird folgendes Fazit gezogen: „Der Ortsteil Tecklenburg ist aufgrund seiner besonderen Bevölkerungszusammensetzung mit hohen Anteilen von älteren Menschen, Sozialleistungsempfängern und Geflüchteten mit vielfältigen sozialen Problemlagen konfrontiert. All diese Gruppen bringen besondere Bedürfnisse und Anforderungen an die Stadt mit sich, deren einzelne Befriedigung miteinander in Einklang gebracht werden muss, um eine Verstärkung der Ungleichgewichte im städtischen Sozialgefüge zu unterbinden und entgegenzuwirken. Hierbei können eine Vielzahl der Maßnahmen aus dem Isek unterstützen, in dem sie Unterschiede und Benachteiligungen sowie Hemmnisse abbauen und das Miteinander fördern.“

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