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Familie Kerssen stellt Räume kostenlos zur Verfügung

Hotel wird zum Testzentrum

Tecklenburg-Broch...

Das Hotel Teutoburger Wald der Familie Kerssen wird zum Testzentrum. Am Montag geht es los.

Ruth Jacobus

Testkabinen statt Restauranttische: Dr. Fritz Klein, Birgit Thalmann, Dagmar Kerssen, Dr. Klaus Brockötter, Olaf Kerssen und Rainer Kerssen (von links) freuen sich auf den Start des Testzentrums. Foto: Ruth Jacobus

Dort, wo sich sonst Touristen aufhalten und verwöhnen lassen und Firmenmitarbeiter Seminare abhalten, herrscht derzeit gähnende Leere. Coronabedingt ist im Hotel Teutoburger Wald derzeit nicht viel los. Doch das wird sich ab Montag, 22. März, schlagartig ändern. Familie Kerssen stellt ihr Hotel als Testzentrum zur Verfügung. Dort können Interessenten einen Schnelltest machen und überprüfen lassen, ob sie mit Covid-19 infiziert sind.

„Wir haben viele große Räume, die nicht genutzt werden“, nennt Dagmar Kerssen einen Beweggrund, das Testzentrum im Hotel einzurichten – kostenlos. „Das ist eine wunderbare Idee von Familie Kerssen“, ist Dr. Fritz Klein begeistert. Er ist vor geraumer Zeit in die Praxis seines Vaters eingestiegen, die nun in dritter Generation weitergeführt wird. Er war zuvor an der Berliner Charité tätig und ist in seinen Heimatort zurückgekehrt.

Dr. Fritz Klein

Er und seine Mitarbeiterin Birgit Thalmann gehören zu dem Team, das die Schnelltests durchführt beziehungsweise kontrolliert. Mit im Bunde ist Dr. Klaus Brockötter. Der gebürtige Grevener war 31 Jahre lang als Arzt auf der Nordseeinsel Borkum tätig und so ein bisschen „Mädchen für alles“. Der Allgemeinmediziner hat dort auch kleine chirurgische Eingriffe vorgenommen, Kinder auf die Welt geholt und als Notarzt fungiert. Seit drei Jahren ist er Rentner und seit Januar lebt er mit seiner Frau in Brochterbeck. Da seine Kinder im Münsterland leben, unter anderem in Leeden, zog es ihn und seine Frau zurück. In Brochterbeck haben sie schnell Anschluss gefunden, freut er sich. Familie Kerssen kennt er aus einer Zeit auf Borkum.

Als er gefragt wurde, ob er im Testzentrum mitmache, habe er sofort zugesagt, erzählt Brockötter. Ebenso wir Fritz Klein, der in seiner Praxis bereits Schnelltests durchführt, vor allem für Schulen und Kindergärten. „Das ist ein Fulltime-Job“, beschreibt er die Situation. Wenn nun Patienten wegen eines Tests angerufen werden, leitet die Praxis sie weiter an das Zentrum im Hotel. „Das ist schön für den Ort, die Leute können hierbleiben.“ Außerdem, sind sich alle Beteiligten einig, sei das Zentrum in Brochterbeck auch eine Prävention angesichts der zahlreichen Wanderer.

Präventionsmaßnahme

Die ersten Termine sind bereits vergeben. Das Angebot finde großen Anklang, freut sich Dagmar Kerssen. „Es gab schon sehr viele Anrufe.“ Darunter seien Menschen, die verreisen, Verwandte besuchen oder zur Kosmetikerin wollten. Auch Firmen melden sich, deren Beschäftigte quasi auf dem Weg zur Arbeit für einen Schnelltest im Hotel Station machen wollen.

Die Genehmigung des Kreises für das Testzentrum sei am Dienstag gekommen, berichtet Olaf Kerssen. Heute wird das notwendige Material für das Testen samt Schutzkleidung erwartet. Gestern gab es eine Schulung. Am Montag geht es los.

In einem großen Raum des Hotels sind die Anmeldung samt Wartebereich, zwei Testkabinen und ein Wartebereich für die getesteten Personen eingerichtet. Nach einem Einbahnstraßensystem geht es durch den Haupteingang ins Hotel und durch die Terrassentür wieder hinaus. Vier Personen testen und unter seinen Mitarbeitern gibt es „viele Freiwillige, die mithelfen“, betont Olaf Kerssen.

Wird jemand positiv getestet, wird das Gesundheitsamt informiert, die Person in Quarantäne geschickt und sie muss einen PCR-Test machen.

Zunächst bis zum 30. Juni bleibt das Hotel Testzentrum. „Wir würden es auch als Impfzentrum zur Verfügung stellen“, kündigt Kerssen an.

Das Corona-Testzentrum Brochterbeck ist montags und dienstags von 6.30 bis 12 Uhr geöffnet, mittwochs von 9 bis 12 Uhr, donnerstags von 9 bis 12 Uhr und von 16 bis 19 Uhr sowie freitags und samstags von 9 bis 12 Uhr. Erreichbar ist es unter  0 54 55/93 00 592. Beim Termin muss eine FFP2-Maske getragen werden.

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