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Karfreitagsprozession in Brochterbeck

Im 40. Jahr gibt es einen neuen Weg

Tecklenburg-Brochterbeck

Zweimal musste sie ausfallen, nun wird die Tradition fortgeführt: Zum 40. Mal gibt es in Brochterbeck die Karfreitagsprozession.

Jahr für Jahr führt die Prozession an Karfreitag zu verschiedenen Stationen, an denen die Passion dargestellt wird. Foto: -alv-

In diesem Jahr soll sie nun endlich stattfinden – die 40. Karfreitagsprozession in der Gemeinde St. Peter und Paul Brochterbeck. Alle sind dazu einladen.

Die Anregung zu der Prozession kam vor vier Jahrzehnten von Pater Roland Maarschalkerweerd. Er war Pfarrverwalter in Brochterbeck von 1980 bis 1989. Zu Beginn der Fastenzeit 1981 rief er die Verantwortlichen in den Gremien zusammen und erklärte: „Die Feier des Leidens und des Sterbens und der Auferstehung Jesu ist der Höhepunkt des Kirchenjahres, das Zentrum unseres Glaubens. Wir müssen die Liturgie so gestalten, dass sie anziehend ist für Jung und Alt und die Passionsgeschichte anschaulich und verständlich wird für Kinder und Erwachsene.“

Idee von Pater Roland

Die Idee Pater Rolands war, nicht einfach die Passion zu verlesen, sondern in lebendigen Bildern darzustellen, nicht in der Kirche, sondern während einer Prozession durch den Ort. Einige waren sehr skeptisch, aber es gab genügend Begeisterte, auch Leute, die bereit waren, mitzuspielen.

Viele Rollen mussten besetzt werden: Jesus, Petrus und weitere Apostel, Pilatus und die Hohenpriester, Knechte und Mägde, Johannes und Maria, Simon von Cyrene mit Rufus und Alexander, weinende Frauen und Kinder und die Soldaten. Die Darsteller brauchten Kostüme, die in den ersten Jahren aus dem Fundus der Freilichtbühne geliehen wurden. Später nähte die Brochterbecker Paramentengruppe eigene Gewänder, denn diese Form der Liturgie setzte sich durch. Norbert Bäumer zimmerte ein großes Kreuz. Pater Roland schrieb die Texte.

Neue Wegführung

Am Karfreitag, 17. April 1981, war es so weit, die erste Prozession fand statt. Sie führte über den westlichen Kleeberg, erst die Bergstraße hoch und dann über den Kleeweg zurück zur Kirche. An verschiedenen Stationen wurde die Passion dargestellt, es wurde meditiert, gebetet und gesungen. Eine kleine Bläsergruppe der Bocketaler begleitete die Lieder. Gekommen waren alle, auch die Skeptiker und sei es nur aus Neugier, wie das wohl werden könnte. Doch nach der ersten Prozession herrschte Einigkeit, diese Form der Liturgie sei ansprechend und überzeugend und so war in Brochterbeck eine neue Tradition entstanden.

Viele Menschen kamen in den folgenden Jahren nicht nur aus Brochterbeck, sondern weit darüber hinaus. Nur wenige Male, bei sehr schlechtem Wetter, wurde der Gottesdienst in der Kirche gehalten. 2020 wäre ein kleines Jubiläum gewesen, die 40. Prozession. Alles war schon vorbereitet, aber dann kam Corona und Gottesdienste konnten nicht stattfinden, auch 2021 war eine Liturgie in dieser Form nicht möglich.

Nun gibt es dieses Jahr einen Neuanfang. Die 40. Prozession wird stattfinden und über einen neuen Weg führen, der nicht so steil ist und vor allem nicht so verkehrsreich: Die Eröffnung ist auf dem Kirchplatz, dann führt der Weg durch die Moorstraße, Borcheltsweg, Amselweg, Sandkuhle und Dammweg. Der Abschluss ist wieder auf dem Kirchplatz.

So sind alle eingeladen, am Karfreitag um 15 Uhr, zur Zeit der Todesstunde Jesu, ein Stück von seinem Kreuzweg betend und gedenkend mitzugehen. Jeder steht dabei in Gemeinschaft mit den vielen kreuztragenden Schwestern und Brüdern Jesu in der Gegenwart.

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