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Änderung bei den Lolli-Tests in der Grundschule

Im Ernstfall jeden Morgen testen

Tecklenburg

Wieder einmal gibt es Änderungen bei den Regeln zum Schutz vor Corona. Und wieder einmal betreffen sie die Schulen.

Von Ruth Jacobus

Gibt es ein positiv getestetes Kind, müssen alle Kinder dieses Pools (normalerweise eine Klasse) jeden Morgen einen Foto: dpa

Unverhofft kommt oft. Dieses Sprichwort scheint in Corona-Zeiten erst recht zu gelten. Die Schulen können ein Lied davon singen. Da kommt dann schon einmal spät am Abend eine Anordnung, die bereits am nächsten Morgen umzusetzen ist. Dieses Mal hat es die Grundschulen in Nordrhein-Westfalen getroffen. Weiße Fahnen wie an Wuppertaler Grundschulen, die damit auf eine coronabedingte Überlastung aufmerksam machen wollen, werden deshalb aber in Tecklenburg nicht gehisst. „Wir sind an jedem Morgen flexibel“, sagt Heike Veerkamp, Leiterin der Teutoburger-Wald-Schule, trotz allem Hin und Her gut gelaunt. Und: Mit dieser neuen Änderung habe man bereits gerechnet.

Was hat sich geändert? Die Testverfahren. Bislang mussten die Grundschüler an den Testtagen jeweils zwei Lolli-Testproben abgeben. Eine wurde dann im Labor auf PCR-Basis überprüft. Die zweite sogenannte Rückstellprobe wurde nur dann ausgewertet, wenn es im Pool (üblicherweise eine Klasse) ein positives Ergebnis gab. So ließ sich feststellen, welche Schülerin oder welcher Schüler infiziert war. Per E-Mail wurden dann die Eltern informiert.

Schulleiterin Heike Veerkamp

Diese zweite Probe allerdings wird es jetzt nicht mehr geben. Bund und Länder haben eine Priorisierung bei den PCR-Tests beschlossen. Diese bekommen nur noch die sogenannten vulnerablen Gruppen. Die Grundschüler gehören nicht dazu.

Wie es nun abläuft, hat die Schulleitung gestern in einem Elternbrief mitgeteilt:

„Sobald wir die Nachricht über eine positive Poolprobe in einer Klasse erhalten, werden wir Sie (die Eltern dieser Klasse) über eine Mail darüber in Kenntnis setzen. Zudem nehmen wir persönlich zu den Elternpflegschaftsvorsitzenden der entsprechenden Klasse Kontakt auf. Erfahrungsgemäß werden die Laborergebnisse häufig auch erst am Folgetag gegen 6 Uhr früh mitgeteilt. Wir bitten Sie deshalb, stets Ihre Mails zu lesen.

Nach einer positiven Pooltestung können Sie Ihr Kind zur Schule schicken, es wird vor Unterrichtsbeginn in der Klasse ein Antigenselbsttest (Nasenabstrich) durchgeführt. Sollte sich hierbei ein positiver Einzelnachweis zeigen, muss dieses Kind von der Klasse isoliert und von Ihnen direkt abgeholt werden. Wir bitten Sie deshalb, stets Ihr Handy dabei zu haben und Ihre Kinder über diese Vorgehensweise vorab schon einmal zu informieren.“

Bürgertest

Alternativ zu dem Test in der Schule können die Eltern ihr Kind aber auch in einer zertifizierten Testeinrichtung testen lassen und es erst dann mit einem negativen Bürgertest zur Schule schicken. „Im Sinne der Gesundheit aller ist unserer Meinung nach dieses Vorgehen vorzuziehen“, schreibt die Schulleitung. Denn dann betreten möglicherweise infizierte Kinder gar nicht erst das Gebäude. Allerdings ist dieses Verfahren auch mit einem größeren Zeitaufwand belastet – nicht in jedem Ortsteil gibt es ein Testzentrum. „Das ist auch für die Eltern nicht schön, wenn sie morgens um 6.30 Uhr los müssen“, findet Heike Veerkamp.

Alle Schüler eines positiv getesteten Pools müssen an jedem Schultag einen Antigenschnelltest machen. Hinzu kommen die Lolli-Tests. Das Prozedere muss durchgeführt werden, bis ein negatives Pool-Ergebnis vorliegt.

Im Landesdurchschnitt sind derzeit mehr als 80 Prozent der Pool-Tests negativ. Diese Schülerinnen und Schüler können wie gewohnt am Unterricht teilnehmen.

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