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Wolfgang Moser beschert magische Momente mit dem zauberhaften Teekesselchen

In einer Welt jenseits der Realität

Tecklenburg

„Fingierte Wunder“ hat Wolfgang Moser sein Programm genannt – und dies war wohl eine reine Untertreibung. Denn „fingiert“ war bei ihm sicherlich nichts, sondern einfach wunderbar. Der Zauberkünstler verblüffte sein Publikum in der Remise des Wasserschlosses Haus Marck mit Kartentricks, verschmolzenen Ringen und vielem mehr.

Von Axel Engels

Wenn Spielkarten erstaunliche Wege nehmen und Geldscheine plötzlich verblassen, ist Wolfgang Moser nicht fern. Der Meister der Magie aus Österreich hat sein Publikum am Samstag mit „fingierten Wundern“ in der Remise des Wasserschlosses Haus Marck begeistert. Foto: Axel Engels

Wolfgang Moser entführte am Samstag in zwei bestens besuchten Shows in der Remise des Wasserschlosses Haus Marck die Besucher in eine Welt jenseits der normalen Realität. Im Rahmen des Münsterlandfestivals war nach 15 Jahren zum ersten Mal ein Abend mit gehobener Zauberkunst zu erleben. So wurde dieses abwechslungsreiche Festival um eine äußerst faszinierende Facette bereichert.

„Fingierte Wunder“ hat der sympathische Meister aus Österreich seine Darbietung genannt – und dies war wohl eine reine Untertreibung. Denn „fingiert“ war bei ihm sicherlich nichts, sondern einfach wunderbar. Wolfgang Moser ist vielen Zauberinteressierten seit seinem Sieg im Fernsehwettbewerb „Showdown der weltbesten Magier“ bekannt. Aber ihn hautnah zu erleben war dann doch ein ganz besonderes Erlebnis. Schon bei der ersten Nummer verblüffte er das Publikum mit seiner Kunstfertigkeit, verwandelte sich ein Ball wie durch Magie in ein Ei, das er dann im Glas aufschlug.

Wolfgang Moser gehört nicht zu den Zauberkünstlern, denen es auf äußere Effekte ankommt, die gleichsam ihr Publikum „vorführen“. Respektvoll und jederzeit charmant sprach er seine Probanden an, die dadurch sehr aufgeschlossen waren und bereitwillig mitmachten. Wenn er drei „unmögliche“ Dinge von Dorothee ausplauderte, dann verriet er nicht ihre heimlichen Gedanken. Da wirkten seine „Vorhersagen“ wohl noch verblüffender.

Kartentricks hat er auch im Programm, da machte er sogar seinem Vorbild Johann Nepomuk Hofzinser Konkurrenz, der im 19. Jahrhundert als größter Kartenkünstler galt. Wie er allerdings eine Spielkarte hinter das Glas mit dem Bild des Wiener Heroen der Magie brachte, wird wohl immer ein Geheimnis bleiben.

Auch musste bei Wolfgang Moser niemand aus dem Publikum Angst um seine kurzzeitig verliehenen Ringe haben. Auch wenn er sie auf die irreale Weise verschwinden ließ, sie miteinander verschmolz oder sie als Frucht in einer Orange wieder auftauchten, so gab er sie unversehrt mit einem Lächeln an die Besitzer zurück.

„Zauberer sind ehrliche Künstler“, denn im Gegensatz zu anderen sagen sie ja im Vorfeld, dass sie die Realität ad absurdum führen. Getäuscht werden oder von den eigentlichen Geschehnissen abgelenkt zu werden, ist ja ein Grundstein jeglicher Zauberkunst. Aber so einfach ist das bei Wolfgang Moser nicht. Wenn er in seinem Zauberhut Goldstücke verschwinden ließ, hörte man sogar deren Geklimper. Aber dann verwandelte er sie in goldene Papierfetzen und im Hut blieb kein goldenes Metall mehr zurück.

Was er allerdings mit seinem magischen Teekesselchen anstellte, sprengte wahrlich den Rahmen der eigenen Vorstellung. Da wurde aus simplen Wasser zuerst einmal Rotwein, dann Weißwein und dann ein wohlschmeckendes Bier. Da ihm das noch nicht reichte, gab‘s für die Hausherrin Ricarda von Diepenbrock einen köstlichen Cocktail und zum Ende eine Tasse heißen Wiener Kaffee mit reichlich Zucker.

Wolfgang Moser trägt den Titel des österreichischen Staatsmeisters der Salon-Magie wohl zu Recht. Er bereitete dem Publikum einen gar köstlich unterhaltsamen Nachmittag und Abend, bevor er am Sonntag bei der Stiftung Zauberkunst in Nottuln seine Kunst vor Kollegen der Zunft zeigt.

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