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Berufsberaterin Iris Bister-Seebass

In jedem Menschen steckt etwas

Tecklenburg

„Ein Beruf kann eine Berufung sein“, davon ist Iris Bister-Seebass überzeugt. Sie hilft vor allem jungen Menschen dabei, das Richtige zu finden. Ihre Klienten kommen nicht nur aus dem Münsterland.

Von Ruth Jacobusund

Iris Bister-Seebass hat eine Potenzialanalyse entwickelt, mit der sie die Menschen und deren Kompetenzen beurteilen kann. Foto: Sabine Braungart

Jeder kann etwas. Und jeder hat Kompetenzen. Davon ist Iris Bister-Seebass zutiefst überzeugt. Und ihre Erfahrungen geben ihr Recht. Mehr als zehn Jahre hat sie ein Bildungsinstitut in Lengerich geleitet und konzentriert sich seit gut drei Jahren auf die Potenzialanalyse und Berufsberatung für Schüler, Studenten und Berufsanfänger. Und das ist genau ihr Ding. Ihre Augen leuchten, wenn sie von verschiedenen Erfolgsgeschichten erzählt. „Die Resonanz ist bewegend.“

„Ein Beruf kann eine Berufung sein“, davon ist sie überzeugt. Und hilft vor allem jungen Menschen dabei, das Richtige zu finden. Ihre Klienten kommen nicht nur aus dem Münsterland, sondern aus Böblingen, Bonn, Krefeld und sogar aus Luxemburg. „Alles durch Mund-zu-Mund-Propaganda““, freut sich Iris Bister-Sebass.

Hinter ihrem Erfolgsrezept verbirgt sich unter anderem eine detaillierte Persönlichkeitsanalyse, aber auch eine große Portion Menschenkenntnis und Kompetenz. Bei vielen Hilfesuchenden habe sie sofort eine Idee im Kopf, wenn sie sie sehe, schildert die Fachfrau. Sie empfehle den jungen Menschen zu 90 Prozent, erst einmal eine Ausbildung zu machen und erst danach ein Studium aufzunehmen. Denn dann hätten sie ein größeres Selbstbewusstsein und mehr Wissen.

Iris Bister-Seebass

Für völlig falsch hält sie es, wenn jemand zum Beispiel nur Medizin studiert, weil er ein Spitzen-Abitur hat. Da spielen auch oft die Ansprüche der Eltern mit hinein. „Besonders Gymnasiasten haben es schwerer, den richtigen Weg zu finden. Im Vergleich zu anderen Schulformen erfolgt ihre Berufswahl oft wenig planvoll. Eine Anlehnung an beliebte Schulfächer oder eine reine Notenorientierung schränkt die Perspektiven ein“, warnt Iris Bister-Seebass.

Da ist zum Beispiel die junge Frau, die ein paar Semester Medizin studiert hat und damit zutiefst unglücklich ist. Lehramt sei das Richtige für sie, „damit sie ihre Power einfließen lassen kann“, hat die Fachfrau analysiert. Und wäre nicht überrascht, wenn die Frau später einmal Schulleiterin würde. Und dann ist da der junge Mann, der IT-Fachinformatiker werden will – oder eben nicht. Wie sich bei der Potenzialanalyse herausstellt, war Informatik das völlig falsche Fach, im Gartenbau findet sich das passende Berufsfeld für den jungen Mann.

Passendes Berufsfeld

Es gibt auch Klienten, die unsicher, sich auf dem falschen Weg sehen, völlig verzweifelt sind, depressiv werden oder sich aufgeben. Auch hier kann sich die Unterstützung bei der richtigen Berufswahl positiv auswirken. Und wenn sich dann später ein Klient meldet und sagt, dass er endlich Licht sehe am Ende des Tunnels, dann ist Iris Seebass froh und auch ein wenig stolz auf ihre Arbeit.

„Es gibt oft ganz einfache andere Möglichkeiten“, weiß sie. Wichtig ist die Freude am Beruf. „Ein hohes Gehalt ist zwar gut, aber da sind nicht alle heiß drauf. Sie wollen zufrieden sein“, schildert Iris Bister-Seebass ihre Erfahrung. Sie selbst ist mehr als zufrieden, glücklich mit ihrer Berufswahl – und dieses Gefühl möchte sie auch anderen Menschen ermöglichen.

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