1. www.wn.de
  2. >
  3. Muensterland
  4. >
  5. Tecklenburg
  6. >
  7. Junge Menschen und die Corona-Krise

  8. >

„Würde gerne älteren Menschen helfen“

Junge Menschen und die Corona-Krise

Tecklenburg

Wie kommen die Jugendlichen mit der nun schon länger dauernden Corona-Krise zurecht? Wie sieht ihr Alltag aus? Was wünschen sie sich, wenn der Alltag wieder normal wird? In einer kleinen Serie, die in Zusammenarbeit mit der Jugendpflegerin Enya Börgel entstanden ist, erzählen junge Leute. Heute sind das Ludwig und Erik.

Ruth Jacobus

Ludwig ist 19 Jahre alt und vermisst besonders den ungezwungenen Kontakt mit seinen Freunden. Foto: privat

„Hallo, ich heiße Ludwig. ich bin 19 Jahre alt und wohne seit meiner Geburt in Tecklenburg. Im vergangenen Sommer habe ich mein Abitur bestanden, und momentan mache ich ein freiwilliges soziales Jahr im Jugendzentrum. Aufgrund der Corona-Krise sitze ich jedoch, wie viele andere auch, zu Hause fest. Ich habe dementsprechend seit Tagen dasselbe Umfeld und dieselben Menschen um mich herum, was mir verdeutlicht, wie sehr ich den sozialen Kontakt zu meinen Freunden schätze und momentan vermisse. Ich verbringe meine Zeit zumeist in meinem Atelier, wo ich viel zeichne und Musik höre, oder ich probiere, neue Gerichte zu kochen, für die ich normalerweise zu wenig Zeit hätte.

Da unklar ist, wie lange dieser Ausnahmezustand noch anhält, bedrückt mich die Isolation jedoch sehr. Umso mehr freue ich mich also darauf, meine Freunde alle wiederzusehen, ohne auf einen Mindestabstand achten zu müssen oder einen Mundschutz zu tragen. Bis dahin versuche ich jedoch so gut ich kann, die Verbreitung des Virus durch social distancing zu unterbinden und hoffe, dass dies alle anderen ebenso tun, damit wir diese Krise zu schnell wie möglich bewältigen.

Aber da ich noch jung bin und ein starkes Immunsystem habe, kann ich noch viel mehr tun. Andere Menschen in Tecklenburg haben nicht mehr diese Chance, sich so wie ich gegen das Virus zu verteidigen. Diesen Menschen würde ich gerne helfen und die Aufgaben übernehmen, die sie nicht mehr erledigen können, wie kleine Besorgungen machen oder den Hund ausführen. Ich hoffe, dass wir so alle gemeinsam hier durchkommen.“

Eriks Befürchtungen

Auch Erik ist gebürtiger Tecklenburger. Er ist 16 Jahre alt: „Ich sitze wie viele andere Jugendlichen, Kinder und Erwachsene zu Hause und lebe aktuell sehr eng mit der Familie zusammen. Ich verbringe meine Zeit mit Aufgaben von der Schule oder beim Einzelsport.

Meine Befürchtungen sind, dass sich dieses Corona Virus weiter ausbreitet und der reguläre Alltag, wie man ihn von früher kennt, nicht mehr stattfinden kann.

Außerdem werden viele Hobbys und Aktivitäten eingeschränkt, wie zum Beispiel Fußballplätze oder Fitnesscenter.

Ich wünsche mir, dass die Leute sich an die Maßnahmen vom Staat halten und darauf achten, das Virus nicht weiter auszubreiten, sowie nicht in Hamsterkäufe zu verfallen, da viele Ältere unter der Situation mehr leiden. Ich würde gerne Leuten helfen, die nicht die Möglichkeit haben rauszugehen oder zur Risikogruppe gehören. Ich könnte zum Beispiel Gassi gehen mit dem Hund oder auch Einkaufen oder zur Post.“

Wer die Hilfe der Jugendlichen in Anspruch nehmen möchte, kann sich bei der Jugendpflegerin Enya Börgel melden ( 0 54 82/ 92 91 52 oder 01 77/23 96 973, E-Mail jugendpflege-tecklenburg@gmx.de).

Startseite