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Ledder Werkstätten setzen auf neuen Online-Shop

Lukeos sorgen für heiße Feuer

Tecklenburg-Ledde

Aus Natur- und Recycling-Materialien entstehen bei den Ledder Werkstätten nicht nur die Lukeos, sondern vor allem immer mehr Arbeitsplätze für Menschen mit ganz unterschiedlichen Behinderungen.

Von und

Das Tauchen im siedenden Altwachs ist eine anspruchsvolle Arbeit. Das Wachs stammt ausschließlich aus Spenden. Foto: Ledder Werkstätten

Genau zehn Jahre ist es her, dass die Ledder Werkstätten mit ihrem damals neuen Anzünder Lukeo so richtig in die Produktion eingestiegen sind. Das unscheinbare, kleine Säckchen hat es sprichwörtlich in sich: Die LeWe kaufen große Ballen unbehandelter Jute und Holzpellets aus der Region und sammeln seit vielen Jahren in sämtlichen Betriebsstätten Altwachs, zum Beispiel von Kirchengemeinden oder Hotels. Aus diesen Natur- und Recycling-Materialien entstehen die Lukeos, vor allem aber immer mehr Arbeitsplätze für Menschen mit ganz unterschiedlichen Behinderungen.

Wichtigster Produktionsstandort ist die Ibbenbürener Betriebsstätte Gausepohl, wo eine Gruppe mit zwölf Beschäftigten permanent am Produkt arbeitet. An Industriemaschinen nähen sie die Jute, befüllen und verschnüren die Säckchen mit speziellen Vorrichtungen, tauchen sie zu jeweils 150 Stück in dem erhitzten Wachs und verpacken die endkontrollierte Ware für den Markt. „Markt“ meint im Moment hauptsächlich den neuen LeWe-Online-Shop, den man direkt über die Internetseite der Einrichtung erreicht. Aber auch den regionalen Markt will man im kommenden Jahr ins Auge fassen und beispielsweise in Raiffeisen-Märkten oder lokalen Fachgeschäften Displays aufstellen.

Neuer online-Shop

Zur Startergruppe bei Gausepohl ist eine weitere in der Betriebsstätte Saerbeck gekommen. Von dort wird das LeWe-Eigenprodukt fertig befüllt und tauchfertig geliefert. Insgesamt sind damit schon 24 Beschäftigte in der Produktion, die bewusst kleinschrittig und manuell ausgelegt ist, sodass mehr als einem Dutzend teils kleinster Arbeitsschritte viele Fähigkeiten einbinden.

Die Bandbreite dieser Schritte reicht vom anspruchsvollen Tauchen im 90 Grad heißen Wachs bis zum genauen Auswiegen jedes einzelnen Säckchens, das mit exakt 52 Gramm Holzpellets befüllt wird. Die Beschäftigten an den Näh-, Schneide- und Knot-Maschinen für die Verarbeitung der dicken Juterollen gehören ebenso zum Lukeo-Team wie die Kommissionierer, die die wabenförmigen Schachteln falten und packen.

Um eine Vorstellung vom Produktionsvolumen zu bekommen: Beide Arbeitsgruppen können 2500 Lukeos in der Woche fertigen, was 178 der 14er-Schachteln entspricht. Jetzt, in den kalten Wintermonaten und angesichts des Trends, auch mit Holz zu heizen, entpuppt sich der Lukeo als guter Begleiter, weil ihn Menschen mit Behinderung nachhaltig herstellen. Praktischer Vorteil: Er verbrennt völlig geruchs- und rückstandsfrei.

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