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Mit Andreas Gorke die eigene Kreativität entdecken

Lust auf Analoges wecken

Tecklenburg/Saerbeck

Grafiker Andreas Gorke aus Brochterbeck engagiert sich auch in Sachen Kunstvermittlung für Kinder. Dafür hat er in Saerbeck eigens ein Atelier eingerichtet.

Der erste Druck ist gelungen, stellen Mark Schuppert, Gaby Gerigk-Kues, Andreas Gorke und Andreas Schlüter (v.l.) fest. Foto: Brigitte Striehn

Der Grafiker Andreas Gorke aus Brochterbeck widmet sich seit einigen Jahren in einem zweiten Schwerpunkt seines Schaffens der Kunstvermittlung für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. In Saerbeck hat er dazu ein professionelles Atelier eingerichtet, in dem er Workshops zu verschiedenen Zeichen-, Grafik- und Drucktechniken anbietet. Die Teilnehmer können an mehreren Arbeitsplätzen eigenständig zeichnen, Radierungen erstellen und diese anschließend sofort drucken. Anfänger sind ebenso willkommen wie professionelle Künstler oder Studenten, die sich Kenntnisse auf neuen Gebieten aneignen möchten. Sieben Druckpressen, darunter vier Radierpressen sind vorhanden, sodass auch größere Gruppen gemeinsam arbeiten können. Ziel ist eine Ausstellung in Saerbeck.

Derzeit hat sich ein offener Arbeitskreis von etwa zwanzig Interessierten zusammengefunden, die neulich einen ersten Abend miteinander verbrachten. In seiner Einführung betonte Gorke, dass der Kurs für Menschen gedacht ist, die „Lust auf Analoges“ haben und Grafik professionell erlernen möchten. Gorke hatte sich eine altersmäßig homogene Runde gewünscht, die auch für respektvollen Austausch offen ist und bereit, voneinander zu lernen. „Schauen Sie sich ruhig über die Schulter und lassen Sie Fragen zu“, erklärte er. Nur beratend zu Techniken wolle er tätig werden, die Motivsuche überlässt er den Teilnehmern.

„Wir können fast alles“, behauptete er. Aus Fehlern zu lernen, sei ein wesentlicher Bestandteil der Gruppe, in der nicht nur klassische Holzschnitte oder Kaltnadelradierungen, sondern auch Crossover-Drucke mit unterschiedlichen Medien entstehen könnten. Gorke regt dazu an, dass jeder seine ehrliche Handschrift findet und sich in den fertigen Werken die Seele widerspiegelt. „Sie sollen nicht wie Gorke zeichnen, sondern eigene Vorstellungen in Ihrem individuellen Stil umsetzen“, regte er zu Kreativität und Fantasie an.

Gutes Material - Büttenpapier oder Bleistifte in passenden Härten - ist im Atelier reichlich vorhanden, sodass schon am ersten Abend gezeichnet und gedruckt wurde. Andreas Schlüter hatte eine fertige Druckplatte mitgebracht. An dem Beispiel erläuterte Andreas Gorke das richtige Anmischen und Auftragen der Farbe, die dann mit Lappen oder Fingern in die Rillen eingearbeitet wurde. „Schwarz-Weiß-Drucke sehen edel aus, aber jeder soll seinen eigenen Weg finden“, stellte er fest. Schlüters Stadtansicht wirkte in einem Pastellton ebenfalls sehr schön.

Johanna Liesenkötter aus Saerbeck studiert Kunst und Biologie. Sie freut sich darauf, außerhalb der Universität etwas Neues zu erlernen. Sina Müller studiert in Osnabrück Psychologie. Im Kindersommerferienprogramm hatte sie Andreas Gorke bei einem Workshop mit Kindern assistiert und Lust bekommen, ebenfalls kreativ zu werden. Katharina Schossow ist in Münster als Designerin zumeist am Computer tätig. „Das Fokussieren auf das Zeichnen per Hand tut gut und hat eine meditative Note“, stellte sie fest. Wer neugierig ist, kann unverbindlich vorbeikommen: Jeden ersten Montag im Monat am Kirchplatz 13 in 48369 Saerbeck, hinter der Heizzentrale.

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