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Vortrag über Vererben und Verschenken beim Leedener Altherrenclub

Mit der Übertragung des Eigentums Streitigkeiten vermeiden

Tecklenburg-Leeden

Das Thema Vererben, Verschenken oder Überschreiben ist vor allem für ältere Menschen interessant. Rechtsanwalt Nils Niemeyer gab dazu Tipps beim Monatstreffen des Leedener Altherrenclubs.

Beim ersten Monatstreffen in diesem Jahr des Leedener Altherren-Clubs hielt Pfarrerin Ulrike Wortmann-Rotthoff eine längere Andacht mit Bezug auf das Thema „Erben“ und stellte heraus, dass nicht nur Materielles vererbt wird. Auch sprach sie das aktuelle Thema „Friedensgebet“ für die Ukraine-Nothilfe in der vergangenen Woche in der Stiftskirche an als eindrucksvolles Zeichen der Solidarität bei voller Stiftskirche und hohem Spendenaufkommen, heißt es in einem Bericht des Clubs.

Wilfried Brönstrup rief die Club-Mitglieder ebenfalls zur Solidarität und Spenden auf. Er brachte das Grundproblem „Diktatur gegen Demokratie“ in Erinnerung. Spontan spendeten die Altherren 295 Euro, die der „Nothilfe Ukraine“ der Hilfswerke beider großen Kirchen zukommen.

Referent des Nachmittags war Rechtsanwalt Nils Niemeyer von der Kanzlei Niemeyer&Niemeyer&Apelt aus Lengerich. Das Thema: „Vererben, Schenken, Verkauf im Pflegefall – steuerliche Behandlung“. Per Beamerpräsentation und in gut verständlicher und fachlich versierter Weise trug Niemeyer die vielen gesetzlichen und tatsächlichen Gegebenheiten des Vererbens vor, schreibt der Club. Trotz der einschränkenden Pandemievorschriften lauschten über 30 Clubmitglieder sowie auch Gäste den praxisbezogenen Ausführungen.

Gesetzliche Erbfolge

Niemeyer ging auf die gesetzliche Erbfolge (Ehepartner, Lebenspartner, Kinder) ein und erläuterte die gesetzlich bestehenden Erbschaftssteuerfreibeträge (Ehepartner: 500 000 Euro, Kinder: 400 000 Euro, Enkelkinder: 200 000 Euro, Urenkel: 100 000 Euro). Die Erbschaftssteuer kann bis zu 50 Prozent betragen.

Niemeyer führte aus, dass diese gesetzlichen Regelungen zum Beispiel durch Übertragung zu Lebzeiten erheblich vermindert werden können. Hierbei sind Zehn-Jahresfristen bei Eigentumsübertragung zu beachten oder zehn Jahre Wohnen im geerbten Einfamilienhaus.

Die Abfassung des notariellen oder auch handschriftlichen Testaments nahm breiten Raum mit vielen Beispielen ein, teils auch mit Schmunzeln der Club-Mitglieder. Niemeyer empfahl, möglichst präzise Festlegungen, um später für die Familie Unannehmlichkeiten zu vermeiden. Zu solchen sei es schon bei der Beerdigungen gekommen.

Präzise Festlegungen

Bei gesetzlicher Erbfolge bilden mehrere Erben eine Erbengemeinschaft, die möglicherweise diese Erbschaft verwalten lassen muss. Bei Veräußerung des gemeinschaftlichen Erbes ist die Zustimmung aller Erben erforderlich. Pflichtteilsberechtigte sind Ehepartner, Kinder und Enkel oder bei Erblassern ohne Kinder wieder die Eltern, soweit sie noch leben.

Niemeyer wies noch einmal auf die Übertragung des Eigentums zu Lebzeiten hin, um Erbstreitigkeiten nach dem Tode zu vermeiden. Steuerliche Vorteile könne man so nutzen und Pflichtanteilansprüche vermeiden. Nils Niemeyer flocht aus dem Schatz der Erfahrungen seiner Kanzlei viele Beispiele ein, die das Referat auflockerten. Als Service brachte er für jedes Clubmitglied ein schriftliches Exemplar seines Vortrages mit.

Wilfried Brönstrup wies auf die hohe Einnahmequelle der Länder aus der Erbschaftssteuer bei dem herrschenden Generationenwechsel hin und auf den großen Wert der Informationen für jeden Einzelnen.

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