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Neugestaltung des Burgbergs

Nicht jede Idee ist umsetzbar

Tecklenburg

Wie sich der Burgberg verändern wird, darüber informierte sich jetzt das Bürgerbündnis – und äußerte dabei auch Sorgen und Ideen.

Der Burgberg soll neu gestaltet werden. Das bedeutet in den kommenden Jahren viel Arbeit und große Investitionen. Foto: Ruth Jacobus

Die Idee des Bürgerbündnisses, einen Teil der Burgruinen freizulegen, um sie auf diese Weise für Besucher in ihrer früheren Funktion transparent zu machen, ist für die Denkmalbehörde inakzeptabel. Das erläuterte Anne Ewering bei einem Termin vor Ort. Wertvolle Überreste der Burg würden dabei langfristig zerstört, führte sie weiter aus. Anne Ewering leitet das Projekt „Umgestaltung des Burgbergs“ beim Kreis Steinfurt. Man wolle aber in Schautafeln und „begreifbare“ Burgmodelle investieren, um dem Publikumsinteresse entgegenzukommen.

In aufgeschlossener Atmosphäre konnten Hartmut Hellkötter, Manfred Middendorf und Margarete Schäfer vom Bürgerbündnis nach eigenen Angaben Fragen zu Details des Projekts stellen und die bereits schriftlich fixierten Anregungen mit Blick auf die Lage vor Ort erläutern.

Gewirr an Besitzanteilen

Schwer zu begreifen sei für den Laien das Gewirr an Besitzanteilen am Burgberg, schreibt das Bürgerbündnis in einem Pressebericht. Involviert sind die Stadt, der Kreis, das Land sowie private Anteilseigner. An „Schnittstellen“, zum Beispiel bei der Instandhaltung der Wege, müssen daher alle Eigentümer in die Absprachen zur Planung, zur Durchführung der Maßnahmen, zur Finanzierung und zur Erhaltungspflege des Geländes und der Wege eingebunden werden.

Interessant in diesem Zusammenhang waren Anne Ewerings Ausführungen zu den divergierenden Interessen der Beteiligten. Sie erklärte auch, dass Schwerpunktsetzung Verzicht beinhalte. So wird es keinen Rundweg um die Burg geben, weil er mit den verständlichen Interessen der Freilichtbühne kollidiere.

Bei der Neugestaltung der Grünanlagen muss die Naturschutzbehörde eingeschaltet werden. So werden neu anzupflanzende Bäume auf den Klimawandel abgestimmt, um Dauerhaftigkeit zu erzielen.

Kein Rundweg

Zum Ende der Besprechung unterstrich das Bürgerbündnis noch einmal seine Sorge, dass die Neugestaltung nach einigen Jahren wieder genauso vernachlässigt aussehen könnte wie der aktuelle Zustand nach der letzten Renovierung der Wege um die Burg: Schlaglöcher, abgefahrene Begrenzungen, verunkrautete Wegränder, um nur einige Defizite zu nennen. Hier sei die Stadt in der Pflicht, ihr Prädikat „Festspielstadt“ nicht nur durch das Programm der Freilichtbühne umsetzen zu lassen, sondern alles zu tun, den renovierten Zustand zu schützen. Zu einer Festspielstadt, da waren sich das Bürgerbündnis und Anne Ewering einig, gehöre auch ein sauberes, gepflegtes Stadtbild, von dem die Besucher schwärmen können.

Bleibt als neuralgischer Punkt das Thema Vandalismus. Es wird wohl noch des Öfteren an die Einsichtsfähigkeit der (jüngeren?) Mitbürger zu appellieren sein, damit nicht das zerstört wird, wofür bis ins Jahr 2029 elf Millionen Euro Steuergelder ausgegeben werden sollen, so das Bürgerbündnis abschließend.

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