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Club sammelt Spenden

Oldtimerfahrt für einen guten Zweck

Tecklenburg/Telgte

Morgan Plus 8, AC Cobra, Ford T-Modell – es sind klangvolle Namen der Automobilgeschichte, die der „British Fun Drivers Club“ für einen guten Zweck in Fahrt gebracht hat. Mit Oldtimerfahrten haben die Mitglieder Spenden für Kinder und Jugendliche in den Hochwassergebieten gesammelt.

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Landpartie auf dem Telgter Emsparkplatz. Der DKW gehörte zu den ältesten Modellen des Clubs aus Tecklenburg. Foto: Axel Ebert

Mit einer besonderen Aktion hat der „British Fun Drivers Club“ aus Tecklenburg Spenden für Kinder und Jugendliche in den Hochwassergebieten gesammelt: mit Oldtimerfahrten.

Der Morgan Plus 8 lässt die AC Cobra 289 bereitwillig vorbeiziehen. Der Motor röhrt, Andreas Rosien schaltet den Oldtimer einen Gang zurück und gibt einen Teil der 200 Pferdestärken frei. Im Nu hat sich er sich mit seinem Traum auf vier Rädern auf der Baumallee zwischen Telgte und Milte (Kreis Warendorf) vor den blauen Achtzylinder gesetzt. Eine halbe Stunde dauert diese motorisierte Freiluftveranstaltung, die Fahrern und Co-Piloten sichtlich Freude bereitet.

Gegen eine Spende konnten sich Neugierige und Autofans in Telgte einen Platz in einem der Fahrzeuge sichern. Der Spaß hatte allerdings einen ernsten Hintergrund: Die Vereine „Sternenland“ und „British Fun Drivers Club“ organisierten gemeinsam diese Aktion, um mit dem Erlös den Opfern der Hochwasserkatastrophe in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen zu helfen. „Wir bleiben unserem Prinzip treu und unterstützen Kinder und Jugendliche, die einen Todesfall in der Familie zu verkraften haben“, sagt Joachim Dorus, Vorstand von „Sternenland“. Dass die Hilfe für die 14 Mitglieder des Oldtimerclubs eine Selbstverständlichkeit ist, steht für Club-Präsident Jürgen Lutterbeck außer Frage. Es sei nicht die erste Aktion, die beide Vereine gemeinsam auf die Beine gestellt hätten.

Die Neugierde unter den Zuschauern war berechtigt. Wo kann man aus nächster Nähe außer einen Morgan und AC Cobra auch einen VW Bulli der ersten Generation betrachten, in einem Mercedes Pagode Probe sitzen und einem DKW F7 unter die Haube schauen? Letzter lief vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs vom Band. Da war das in Telgte präsentierte Exemplar des T-Modells, das Henry Ford 1908 zur Serienreife brachte, bereits zehn Jahre alt. Rolls Royce und Jaguar komplettierten das Angebot der Oldtimer, die – wie der Vereinsname „British Fun Drivers Club“ vermuten lässt – in der Regel in Großbritannien vom Band gelaufen sind. Gefragt waren bei den Beifahrern besonders die Cabriolets unter den Fahrzeugen.

Von der besonderen Verpflichtung zu helfen spricht Andreas Rosien während einer Tour in seiner Cobra 289 (Baujahr 1979), auf der Dieter Nowak in seinem Morgan Plus 8 (Baujahr 1986) sein ständiger Begleiter ist. Man sei sich bewusst, dass derjenige, der sich Oldtimer dieser Kategorie leisten könne, finanziell gut aufgestellt sei. „In Not zu helfen ist für unseren Verein deshalb selbstverständlich“, sagt Rosien. Der 62-Jährige manövriert die Cobra mit Starrachse auch ohne Servolenkung gekonnt über die Piste. Jede Bodenwelle wurde in dem Auto, das ursprünglich für den Renneinsatz konzipiert worden war, an die Bandscheibe durchgereicht. Die Rechtssteuerung stellt für Rosien keine Herausforderung dar. Frischluft von allen Seiten, die Perspektive lässt Tempo 80 wie ein Überschallflug erscheinen. Gegen einen aktuellen Porsche möchte Rosien dieses Gefährt nicht tauschen, sagt er.

Für die Beifahrer endete auf der Emswiese das motorisierte Minutenglück. Der Gesamterlös kommt ausgewählten Hochwasseropfern zugute. Einnahmen verspricht sich Joachim Dorus darüber hinaus von einer Verlosung, die bis zum 31. August im Internet fortgesetzt wird. Die Tombola hält Picknick-Ausfahrten, Rundflüge und Wochenend-Trips bereit.

Weitere Informationen gibt es unter kindertrauer-sternenland.de.

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