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Tourismus im Tecklenburger Land: Ist-Zustand und Aussichten

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Tecklenburger Land

Wie steht es in Corona-Zeiten um den Tourismus im Tecklenburger Land? Über diese Frage sprach jetzt der hiesige Landtagsabgeordnete Frank Sundermann mit Alexia Finkeldei. Die Geschäftsführerin vom Tecklenburger Land Tourismus hat einiges zu dem Thema zu sagen.

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Begegnungen zwischen Wanderern und Mountainbikern kommen aktuell häufig auf den Wegen im Teuto vor. Foto: Günter Benning

Trotz der coronabedingten Einschränkungen und Schließungen bleibt das Tecklenburger Land ein beliebtes Reiseziel – zumindest für Tages- und Wandertouristen. Zu dieser Einschätzung kommt Alexia Finkeldei, Geschäftsführerin vom Tecklenburger Land Tourismus. „Die Wanderwege sind sehr gut besucht, und wir haben im Schnitt rund 50 telefonische Anfragen und Prospektanfragen am Tag.“ Besonders gefragt seien momentan die Geocaching-Touren mit Schatzkarte.

Als Beleg für die große Zahl der Besucher zieht sie auch die zeitweise Schließung von Parkplätzen in Tecklenburg, Lengerich und Ibbenbüren heran (WN berichteten). Maßnahmen, die erfolgten um zu große Menschenansammlungen zu verhindern. In einem Gespräch mit dem Landtagsabgeordneten für das Tecklenburger Land, Frank Sundermann (SPD), hat Finkeldei Probleme und Chancen im Tourismus benannt, die ihrer Ansicht nach aus der Coronakrise für die Region entstehen. Finkeldei: „Sorgenkinder sind die Hotellerie und Gastronomie, die insbesondere unter der Absage von Geschäftsreisen, Tagungen, Familienfeiern und Großveranstaltungen leiden.“

Laut der statistischen Landesbehörde Information und Technik Nordrhein-Westfalen ist die Zahl der Gästeankünfte im Tecklenburger Land für März 2020 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 46,6 Prozent gesunken und die Zahl der Übernachtungen sogar um 57,7 Prozent. „Und das sind nur die Zahlen für den Monat März, in dem zunächst noch das Reisen erlaubt war. Die Rückgänge werden für den April und Mai noch deutlich höher ausfallen und selbst die Teilöffnungen im Bereich der Hotellerie ab dem 18. Mai werden die Verluste bei weitem nicht auffangen können“, befürchtet Finkeldei.“

Sundermann, der auch Beiratsmitglied im Verband Tourismus NRW ist, zeigt sich genauso besorgt wie Finkeldei über die Restaurants, Gaststätten und Hotels in der Region. „Auch wenn wir in NRW im Vergleich zu den anderen Bundesländern schon sehr weitreichende Lockerungen in der Gastronomie haben, sind die Menschen noch sehr zurückhaltend mit Restaurantbesuchen. Das ist ja auch verständlich, denn unter den gebotenen Hygienevorschriften mit Mundschutz und Sicherheitsabständen fühlen sich die Leute gehemmt und die Vorsicht überwiegt noch. Ich gehe davon aus, dass die Gastronomen und Hotelbetreiber noch länger auf staatliche Unterstützungen angewiesen sein werden.“

Gleichwohl hoffen Finkeldei und Sundermann, dass das Tecklenburger Land infolge der für das Ausland geltenden Reisebeschränkungen ein attraktives Reiseziel sein kann, das für Menschen aus dem Ruhrgebiet, dem Emsland oder aus den Niederlanden schnell zu erreichen ist. „Speziell die Niederländer sind eine wichtige Zielgruppe. Hier sind die ersten Gespräche mit der Euregio geführt worden, um ein grenzüberschreitendes Tourismusprojekt zu entwickeln“, sagt Finkeldei.

Einen Vorteil sieht sie darin, dass die Region auf kleiner Fläche viel Abwechslung Abwechslung bietet. Gleichzeitig schränkt sie ein: „Für den klassischen Sommerurlaub wollen die Leute ans Meer oder in die Berge. Leider gibt es bei uns keinen großen See.“

Doch Finkeldei und Sundermann sehen durchaus Chancen darin, dass Tages- und Kurzurlauber, die beispielsweise zum Wandern auf den Premiumwanderwegen kommen, sich das Kloster Gravenhorst oder das Otto Modersohn Museum anschauen, wiederkommen werden. NRW-weit habe sich die Region Tecklenburger Land im Wanderbereich einen Namen gemacht.

Bleibt das Problem der Hotels: „Die Region ist mit Ferienwohnungen sehr gut ausgestattet, allerdings hatten wir auch schon vor Corona fehlende Übernachtungsmöglichkeiten im Hotelbereich. Insbesondere für Tecklenburg wäre es wichtig, wenn eine Lösung für den Burggraf gefunden würde“, gibt Finkeldei zu bedenken.

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