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Tanja, Carlos und Mateo Howe lernen die Welt kennen

Sehnsucht nach fernen Ländern

Tecklenburg

Tanja, Carlos und Mateo Howe, eine kleine Familie mit Tecklenburger und Hamburger Wurzeln, die aktuell in Tecklenburg lebt, sind schon immer gerne gereist. Nun sind sie ein jahr lang unterwegs und berichten von ihren Erlebnissen.

Von Carlos Howe

Tanja, Mateo und Carlos Howe gönnen sich eine Auszeit, genießen das Leben und erweitern ihren Horizont. Foto: privat

Die Länder der Welt erkunden, einmal aus den geregelten Bahnen des Lebens ausbrechen – diesen Traum erfüllt sich Familie Howe. Sie ist auf Weltreise und berichtet in regelmäßigen Abständen von ihren Erlebnissen:

„So. Da sind wir. Mitten im ecuadorianischen Dschungel und nahe der kolumbianischen Grenze. Mit einem etwas mulmigen Gefühl, welches man unweigerlich bekommt, wenn man sich im Vorfeld die Reisehinweise des Auswärtigen Amtes für Ecuador durchliest.

Aber fangen wir doch anders an und zwar damit, uns vorzustellen, damit dem Leser bekannt ist, wer wir eigentlich sind. Wir, das sind Tanja, Carlos und Mateo, eine kleine Familie mit Tecklenburger und Hamburger Wurzeln, die aktuell in Tecklenburg lebt. Und die immer schon gerne gereist ist. Unsere Reisen haben uns in den vergangenen Jahren in die unterschiedlichsten Länder auf verschiedene Kontinente geführt. Wir haben gerade mal nachgezählt: Mateo, unser zehnjähriger Sohn, hat in seinem jungen Leben bereits 32 Länder kennengelernt.

Zu unserem geregelten Leben gehörte aber auch viel Arbeit. Ich, Carlos, viele Jahre als Führungskraft in einer Unternehmensberatung, meine Frau Tanja, noch länger als Versicherungskauffrau bei einer großen Versicherung. Der Wendepunkt kam dann im vergangenen Jahr – während und kurz nach unserem Aufenthalt in Namibia haben wir gleich beide unsere Väter verloren. Und wir kamen schnell an einen Punkt, an dem sich für uns unweigerlich die Frage stellte, ob unser Leben in diesen geregelten Bahnen weitergehen soll.

Carlos Howe

Wir wollten etwas verändern. Wir wollten etwas anderes ausprobieren. Wir wollten leben! Und so kam dann der Entschluss, der uns heute hierhergebracht hat: Ich habe meinen Job in der Beratung an den Nagel gehängt, Tanja hat ein einjähriges Sabbatical eingereicht und unseren Sohn Mateo haben wir in Abstimmung mit der Schulbehörde für ein Jahr befreien lassen. Dazu muss man sagen, dass uns die schulische Ausbildung unseres Sohnes sehr am Herzen liegt, daher wird er während der gesamten Zeit von einer Fernschule in Deutschland sowie von uns weiterbeschult. Und zwar nach einem klaren und gut strukturierten täglichen Stundenplan.

Natürlich muss eine solche Reise anders geplant werden als der normale zweiwöchige Urlaub. Und gerade in der aktuellen Zeit, in der uns Corona doch weltweit begleitet, ist eine vernünftige Planung für uns das Maß aller Dinge. Insbesondere auch deshalb, weil wir als Familie und daher mit unserem Kind reisen.

Die Idee war, mit einem eigenen Wohnmobil in den ersten Monaten Europa zu erkunden. Länder, die wir noch gar nicht kannten, Regionen, die landschaftlich schlichtweg atemberaubend sein mussten. Dazu die Möglichkeit, im Wohnmobil weitestgehend autark und abseits größerer Menschenansammlungen zu leben.

Ende April ging es dann los – mit einem geräumigen Wohnmobil in Richtung Griechenland. Ganze fünf Wochen haben wir das Land bereist, von Nord nach Süd, von dem Gipfel des Olymps bis hin zum Peloponnes. Wir waren verzaubert von den fantastischen Landschaften in der Méteora-Region und wanderten auf den Spuren der alten Griechen bei dem Orakel von Delphi. Geschichte und Erdkunde für unseren Kleinen zum Anfassen.

Geschichte und Erdkunde zum Anfassen

Da wir die Reiseroute im Vorfeld rudimentär ausgearbeitet hatten, ging es anschließend mit der Fähre nach Italien. Über Alberobello, in dessen Straßen wir uns vorkamen wie im Hobbit-Land, und weiter nach Matera, eine der ältesten Städte der Welt, in denen heute noch die Sassi, ein Komplex aus Höhlensiedlungen, die in die Felswände geschlagen wurden, allgegenwärtig ist.

Über die Großstädte Neapel und Rom ging es für uns weiter in den Norden und nach einem kurzen Aufenthalt in Deutschland nach Frankreich. In Frankreich hat es uns insbesondere in die Provence und in die Normandie verschlagen. Seien es nun die weiten, violetten Lavendelfelder bei Valensole in der Provence, die gerade bei Sonnenauf- und untergang in so herrlichen Farben leuchten, oder auch das quirlige Städtchen Étretat in der Normandie, mit seinem berühmte Garten und dem wunderschönen Blick auf die Kreidefelsen gleich vor der Küste – la vie est belle!

Weiter in den Süden ging es nach Spanien, für uns direkt in Richtung Aragon. Aragon, das ist nicht etwa ein Bösewicht aus Herr der Ringe, sondern eine Region im Nordosten Spaniens, die fantastische, vielfältige Landschaften und aufgrund der langen, historischen Geschichte als ehemaliges autonomes Königreich heute noch mehr als 700 Burgen, Schlösser und Kastellen beheimatet.

Einmalige Landschaften

Die Wochen, die wir dort verbracht haben, waren wundervoll. Abends inmitten unberührter Natur in unserem Wohnmobil. Aus dem Fenster im Schlafzimmer schauten wir direkt auf das kristallblaue Wasser. Und gleich am nächstem Tag standen wir inmitten eines verwunschenen, dunklen Waldes in der Nähe von zerklüfteten Felsen – Aragon hatte so einiges für uns zu bieten.

Trotz der wunderschönen Länder mit einmaligen Landschaften und netten Menschen – der Wunsch weiter weg zu reisen und ferne Länder zu entdecken, war schon immer allgegenwärtig, und daher zog es uns nach mehreren Monaten aus Europa nach Lateinamerika.

Über unsere nächste Etappe berichten wir hier im nächsten Teil. Wer möchte, kann uns auch auf unserem YouTube-Kanal „captainsandson“ und auf unserem gleichnamigen Instagram-Kanal verfolgen.

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