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Corona-Schutz an Grundschulen

Stadt will Geld vom Bund für Luftfilter

Tecklenburg

Zumindest die Grundschulklassen an den vier Standorten könnten im nächsten Jahr mit Lüftungsanlagen ausgestattet werden. Der Stadtrat hat sich dafür ausgesprochen, beim Bund Fördermittel zu beantragen.

Von Ruth Jacobus

Das regelmäßige Öffnen der Fenster wird durch die Lüftungsanlagen nicht überflüssig. Doch sie können die Raumluft insgesamt verbessern. Foto: dpa

Lüftungsanlagen in Grundschulen? Darüber wird derzeit vielerorts und intensiv diskutiert. Neben dem Nutzen für die Kinder dürfen auch die Kosten nicht außer Acht gelassen werden, denn die sind immens. Der Stadtrat hat nun entschieden, dass beim Bund Fördermittel beantragt werden sollen, bei 13 Ja-, acht Nein-Stimmen und drei Enthaltungen. Dieses Abstimmungsergebnis spiegelt auch die Diskussion – inklusive Sitzungsunterbrechung wider.

In 23 Klassenräumen habe man von einem Planungsbüro für Gebäudetechnik die Raumluft messen lassen, hatte zuvor Bernd Pieper erläutert. Der Fachbereichsleiter Bauen, Planen und Umwelt führte weiter aus, dass die Stadt die Schulen selbst noch einmal überprüft habe. Das Ergebnis: Es gibt zehn Nebenräume, die auch mit zu berücksichtigen wären, unter anderem solche, die für die U3-Betreuung und die offene Ganztagsschule genutzt werden.

Bürgermeister Stefan Streit

Die Gesamtkosten bezifferte Pieper auf 647 000 Euro. Abzüglich der Fördermittel verbliebe für die Stadt ein Eigenanteil in Höhe von 129 500 Euro. Hinzu kämen Folgekosten für die Wartung der Lüftungsgeräte in Höhe von 18 500 Euro pro Jahr und ein zusätzlicher Stromverbrauch, der jährlich 24 500 Euro ausmachen würde.

Während es sich in Brochterbeck, Leeden und Tecklenburg um dezentrale Lüftungsanlagen handelt, biete sich die Grundschule in Ledde für eine zentrale Anlage an, erläuterte Pieper. Dann falle die Geräuschentwicklung praktisch weg. Dezentrale Anlagen seien in etwa so laut wie ein Kühlschrank.

Mitte des Jahres 2022 könnten die Anlagen installiert werden“, informierte Bürgermeister Streit. Er wies allerdings darauf hin, dass die Geräte ein Lüften nicht ersetzen würden.

Kein Ersatz für das Lüften

In der anschließenden Diskussion kamen verschiedene Aspekte der Lüftungsanlagen zur Sprache. Die Fördermittel der Bundesregierung seien „eine einmalige Chance“, ging Stefan Streit noch einmal auf die Kosten ein. man wisse nicht, wie die Nachfolgeregierung diese Fördertöpfe fortsetze.

Dirk Wieschebrock erläuterte für die FDP, dass es ihr nicht ausschließlich um die Pandemie gegangen sei, als sie einen Antrag zu Lüftungsanlagen gestellt habe, sondern darum, das Raumklima nachhaltig zu verbessern. Und Dr. Felix Kessens (SPD) versicherte, die Geräte seien nicht lauter als eine Wohnraumlüftung zu Hause.

Nach einer von Marielies Saatkamp (Grüne) erbetenen „Auszeit“ ging die Diskussion weiter. Ob man denn nicht an allen Grundschulen zentrale Anlagen einrichten könne, wollte Marielies Saatkamp wissen. Das verneinte Pieper. „Wir haben genau geprüft, wo was geht.“ Was den Bürgermeister zu dem Satz veranlasste: „Wir können auch so lange prüfen, bis die Fördermittel weg sind.“

Als lächerlich empfand Dominic Hoge (CDU) die Diskussion. Bei allen Parteien würde die Bildung ganz groß geschrieben. „Wir können eine bessere Lernsituation schaffen.“

Doris Löpmeier (SPD) ging noch einmal auf die Finanzierung ein. „Den Eigenanteil können wir dann nicht mehr woanders ausgeben.“

Während sich der Stadtrat dafür aussprach, für die Grundschulen die Fördermittel zu beantragen, lehnte er einen Antrag des Graf-Adolf-Gymnasiums auf die Ausstattung sämtlicher Klassen mit Luftfilteranlagen einstimmig ab. Diese seien nicht förderfähig, begründete das Stefan Streit. Und auch von Privatleuten gespendete Geräte dürften nicht eingesetzt werden. Das seien dann technische Anlagen in Schulbetrieben, für die die Stadt verantwortlich sei, beispielsweise beim Brandschutz.

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