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CDU lässt in Tecklenburg Federn / Grüne legen kräftig zu

Starke Verluste für Anja Karliczek

Tecklenburg

Große Aufgaben gebe es für die nächste Bundesregierung. Und da wolle man ein Wörtchen mitreden, sagt Anja Karliczek. Beim Wahlergebnis mit deutlichen Verlusten habe man sich in Tecklenburg dem Bundestrend nicht entziehen können..

Von Ruth Jacobusund

Anja Karliczek hat ihr Stimme morgens im evangelischen Gemeindehaus in Brochterbeck abgegeben. Anschließend machte sich die Bundesministerin auf den Weg nach Berlin. Foto: Ruth Jacobus

Die Grünen haben in Tecklenburg deutlich zugelegt, auch die SPD hat aufgeholt. Die CDU

musste indes kräftig Federn lassen. Zwar hat Anja Karliczek in ihrer Heimatstadt die Nase vorn, doch die Bundesforschungs- und Bildungsministerin hat, ebenso wie ihre Partei, gegenüber der Bundestagswahl 2017 deutlich Stimmen verloren. Neben SPD und Grünen kann sich auch die FDP zumindest bei den Erststimmen über ein deutliches Plus freuen.

Da sehe man, dass man sich dem Bundestrend nicht wirklich entziehen könne, so Anja Karliczek im Telefonat mit dieser Zeitung. Sie war nach ihrer Stimmabgabe am Morgen in Brochterbeck direkt nach Berlin gefahren war. Zu möglichen Koalitionen wollte sie sich nicht äußern. Aber: „Wir wollen ein Wörtchen mitreden.“ Schließlich gelte es, große Themen anzupacken, so die Bundesministerin. Als Beispiel nennt sie Wasserstoff, Digitalisierung und Mobilität. Das seien die Aufgaben einer Koalition, die die Zukunft im Blick habe.

Anja Karliczek

Ob sie noch einmal Ministerin wird? „Das wird sich zeigen.“ Sie würde gerne in diesem Amt weiterarbeiten. Aber auch hier gelte es auszuloten, wer die Arbeit tun solle.

„Tecklenburg sieht gut aus“, findet in einer ersten Stellungnahme die SPD-Vorsitzende Silke Sundermann, nachdem bis auf die Briefwahlbezirke alles ausgezählt war. Und das Ergebnis, das der SPD-Bundestagskandidat Jürgen Coße gegen eine Bundesministerin geholt habe, sei „bombastisch“. Auch auf Bundesebene sei sie froh, wie die Wahl gelaufen sei.

Freude auch bei den Liberalen. Vorstandsmitglied Marcus Brune äußerte sich „sehr zufrieden“ über das bundesweite Ergebnis, weil nun wohl nicht ohne die FDP regiert werden könne. Den Auftrag, eine Regierung zu bilden, sieht er angesichts des Ergebnisses eher bei Olaf Scholz als bei Armin Laschet. Ob es eine Ampel- oder eine Jamaika-Koalition gebe, da sei er ziemlich offen. Dass Christian Markert als Kandidat der FDP bei den Erststimmen im Tecklenburger Land ein Plus eingefahren hat, stimmt ihn froh.

Dass die Grünen in Tecklenburg einen Zugewinn von etwa acht Prozent im Vergleich zur Bundestagswahl 2017 erreicht haben, damit ist deren Vorsitzender Til Volkamer sehr zufrieden. „Das sind acht Prozent mehr Wahlberechtigte, die für die Klimakrise, das Artensterben und die zunehmende soziale Ungleichheit wirkliche Veränderungen und Lösungen erwarten.“

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