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Naturschutzfläche

Erholungssuchende stören Tier- und Pflanzenwelt

Tecklenburg-Ledde

Eine Fläche südwestlich des Ledder Ortskerns befindet sich seit etwa zehn Jahren im Eigentum der Naturschutzstiftung und wird seitdem Schritt für Schritt ökologisch optimiert. Inzwischen nutzen unter anderem mehrere Kiebitzpaare die Acker- beziehungsweise Grünlandfläche als Brutplatz.

Trafen sich an der neu aufgestellten Bank (von links): Friedel Deepe, Gisela Bunsiek (beide Heimatverein Ledde), Nora Plenter (Naturschutzstiftung), Hubert Venne, Hartmut Brackemeyer (beide IG Ledde) und Udo Schneiders (Naturschutzstiftung). Foto: Naturschutzstiftung

Vertreter des Heimatvereins Ledde, der Interessengemeinschaft (IG) Ledde und der Naturschutzstiftung Kreis Steinfurt haben sich jetzt anlässlich der Aufstellung einer neuen Bank am Rand des Ledder Ortskerns getroffen. Dabei ging es aber nicht nur um die neue Bank, sondern auch um grundsätzliche Fragen des Naturschutzes – vor allem wegen der erheblichen Zunahme des Wandertourismus.

Viele Bürgerinnen und Bürger nutzen die südwestlich des Ortskerns von Ledde liegende landwirtschaftliche Fläche sowie den angrenzenden Wald zur Naherholung. Was bisher fehlte, war eine Bank für Erholungspausen in der Natur, heißt es in einer Mitteilung des Kreises Steinfurt. Die Idee entstand, als Giesela Bunsiek, Mitglied im Heimatverein Ledde, auf einem Spazierweg feststellte, wie schön sich dort eine Möglichkeit zum Verweilen anbieten würde. Schnell wurde der Gedanke mit der IG Ledde geteilt und jetzt gemeinsam mit der Naturschutzstiftung Kreis Steinfurt in die Tat umgesetzt. Die Kosten teilen sich Heimatverein und IG Ledde jeweils zur Hälfte.

Störungen im geschützten Lebensraum

Die Fläche befindet sich seit etwa zehn Jahren im Eigentum der Naturschutzstiftung und wird seitdem Schritt für Schritt ökologisch optimiert. Inzwischen nutzen unter anderem mehrere Kiebitzpaare die Acker- beziehungsweise Grünlandfläche als Brutplatz. Sumpfrohrsänger und Bluthänfling brüten in der neu gepflanzten Hecke. Zudem wurde ein Kleingewässer speziell für Amphibien angelegt und die Waldflächen aus der Bewirtschaftung genommen.

Udo Schneiders

Udo Schneiders, Geschäftsführer der Naturschutzstiftung, begrüßte die Aufstellung einer Bank am Rand der Fläche. Sie ermögliche den Erholungssuchenden ein Verweilen zum Beobachten der Natur. „Allerdings hat die Erholungsnutzung in den vergangenen Jahren in einer Weise zugenommen, die nicht zuträglich ist für die bereits entwickelten und noch weiter geplanten Lebensräume“, so Schneiders. Insbesondere der Saumstreifen um den Acker werde von Spaziergängern genutzt und das Kleingewässer beangelt. Zudem hätten sich viele kleine Pfade im Wald gebildet. „Dadurch ergeben sich viele Störungen für die Tier- und Pflanzenwelt. Auf den Stiftungsflächen muss der Naturschutz im Vordergrund stehen, dafür haben wir die Flächen erworben“, teilt Schneiders weiter mit.

Naturschutz steht im Vordergrund

Darin stimmen auch Heimatverein und IG Ledde überein: „Wir haben uns zum Ziel gesetzt, die Lebensqualität in Ledde und Umgebung stetig zu verbessern. Dazu gehört auch, die Natur in und um Ledde zu erhalten und zu fördern“, so Hubert Venne von der IG Ledde. Eine enge Zusammenarbeit mit der Naturschutzstiftung sei dem Heimatverein und der IG daher sehr wichtig.

Deshalb kam die Idee auf, gleichzeitig mit der Bank einen Weidezaun zu errichten, der die Erholungsnutzung auf den Weg lenken und die übrigen Bereiche als ungestörten Lebensraum für die heimische Tier- und Pflanzenwelt sichern soll. Künftig soll noch eine Infotafel aufgestellt werden, die über die Ziele und Entwicklungsmaßnahmen informiert.

Heimatverein, IG Ledde und Naturschutzstiftung hoffen, dass die Spaziergänger durch ihr Verhalten, insbesondere durch einen Verbleib auf dem Weg, das angestrebte Miteinander von Erholung und Naturschutz unterstützen.

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