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Presbyterium der evangelischen Kirche sagt alle Präsenzgottesdienste ab

Verzicht ist der verantwortbare Weg

Tecklenburg

Kein Gottesdienst auf der Freilichtbühne und keine Krippenwege. Sämtliche Präsenzveranstaltungen der evangelischen Kirche in Tecklenburg sind abgesagt.

Ruth Jacobus

„Stille Nacht, heilige Nacht“ wird in diesem Jahr genauso wie andere Lieder nicht in den evangelischen Kirchen erklingen. Foto: Michael Kappeler

Es hat sich am Mittwoch bereits abgezeichnet: An den Weihnachtstagen wird es in der evangelischen Kirche keine Präsenzgottesdienste geben. Doch Pfarrerin Ulrike Wortmann-Rotthoff und Pfarrer Björn Thiel sowie ihre engagierten ehrenamtlichen Teams lassen sich nicht entmutigen und entwickeln Alternativen.

Ulrike Wortmann-Rotthoff teilt dazu als Vorsitzende des Presbyteriums mit: „Mit einem tiefen Seufzer hat sich am Mittwochabend in einer erneuten Sondersitzung in der Stiftskirche das Presbyterium der evangelischen Kirchengemeinde dazu entschlossen, der Empfehlung unserer Landeskirche zu folgen.

Ab sofort bis zum 10. Januar werden keine Präsenzgottesdienste gefeiert – weder in unseren mit Schutzkonzepten gut gesicherten Räumen noch unter freiem Himmel. Das betrifft also auch die mit viel Vorbereitungsarbeit entwickelten Sonderformate auf der Freilichtbühne, bei den Krippenwegen in Ledde und Leeden und beim Open-Air-Gottesdienst“, schreibt die Vorsitzende und stellt klar: „Dieser Presbyteriumsbeschluss ist eine Entscheidung der Vernunft und der Liebe: Die am 13. Dezember von Bundesregierung und Landesregierungen getroffenen Entscheidungen, das öffentliche und auch das private Leben in Deutschland sehr weitgehend einzuschränken, sind vor dem Hintergrund einer dynamischen Entwicklung der Corona-Pandemie erfolgt. Die sehr hohen Infektionszahlen und die vielen Toten, die zu beklagen sind, zeigen uns: „Bleibt zuhause“ ist der verantwortbare Weg.

Pfarrerin Ulrike Wortmann-Rotthoff

Als Christinnen und Christen verzichten wir, um unsere Nächsten zu schützen. Dieser Verzicht schmerzt uns sehr. Gerade das Fehlen der Weihnachtsgottesdienste macht uns bewusst, was kostbar ist.

Wir lassen uns nicht entmutigen und entwickeln Alternativen: Wenn wir Menschen auffordern, zuhause zu bleiben, wollen wir ihnen auch entgegenkommen“, heißt es weiter in der Stellungnahme.

„Im Presbyterium hat sich ein Team gebildet, dass auf verbindliche Anmeldung hin am Heiligen Abend durch die Kirchengemeinde fährt, um vor der Haustür das biblische Weihnachtsevangelium zu lesen – auf Abstand natürlich (Anmeldung unter  0 54 82/ 10 78, 0 54 82/97 066, 0 54 81/ 34 97). Auf unserer Homepage (ek-te.de ) werden sie zu den Weihnachtstagen eine Videosequenz aus unseren vier weihnachtlich geschmückten Kirchen finden: auch dazu lesen wir das Weihnachtsevangelium. „Bei Anruf Andacht“ ( 0 54 82/ 29 69 872) nimmt das ebenfalls auf“, verweist Ulrike Wortmann-Rotthoff auf Alternativen.

„Mit einem tiefen Seufzer verzichten wir, denn wir wissen, wie viel Mühe und Arbeit gerade die ehrenamtlich Mitarbeitenden in den vergangenen Wochen in Gottesdienste in neuen Formaten eingebracht haben. Ihnen gilt unser Respekt. Gerade mit Blick auf ihr Engagement ist uns die Entscheidung zusätzlich schwer geworden.

Wir verzichten auf alles, was Ansammlungen von Menschen hervorrufen könnte und bitten stattdessen: Bleibt zuhause unter dem Weihnachtsbaum! Der, dessen Geburt wir mit diesem Fest feiern, er kommt uns besuchen – auch dort.“

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