Diakonisches Werk

Wirtschaftlich sehr stabil aufgestellt

Tecklenburg

„Viele Menschen haben heute das Gefühl, nicht gehört zu werden. Sie fühlen sich an den Rand gedrängt in einer immer unübersichtlicheren Welt, in der das Tempo steigt und Gerechtigkeit auf der Strecke zu bleiben droht“, betonte Stefan Zimmermann, geschäftsführender Vorstand des Diakonischen Werks im Kirchenkreis Tecklenburg, im Rahmen der Mitgliederversammlung. „Doch jede Lebensgeschichte hat das Recht, gehört zu werden“, unterstrich er.

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Sind zufrieden mit der Entwicklung der Diakonie: Stefan Zimmermann, geschäftsführender Vorstand des Diakonischen Werks im Kirchenkreis Tecklenburg, Superintendent André Ost, Pfarrerin Elke Böhne, Pfarrer Jürgen Nass, theologischer Vorstand des Diakonischen Werks, und Wernher Schwarz, Wirtschaftsprüfer der Curacon (von links). Foto: Christine Fernkorn

Das Motto des Jahresberichts 2018 der Diakonie hieß „Unerhört“ und bezog sich auf die bundesweite Kampagne der Diakonie. „Sie will wachrütteln und zugleich aufzeigen, dass die Diakonie zuhört, Lösungen bereithält und für eine offene und vielfältige Gesellschaft eintritt“, so Zimmermann weiter.

„Wirtschaftlich sind wir sehr stabil aufgestellt“, freute sich anschließend der geschäftsführende Vorstand. Ausdrücklich dankte er allen Mitarbeitenden, den Kirchengemeinden und Helferrinnen der Sommersammlung für ihre Unterstützung. In den vergangenen 16 Jahren hätten sich Umsatz und die Mitarbeitenden-Zahl im Diakonischen Werk im Kirchenkreis Tecklenburg verdoppelt. Die Diakonie befinde sich in einem permanenten Anpassungsprozess, so Zimmermann. In der ambulanten Pflege gebe es massive personelle und strukturelle Herausforderungen, berichtete er. Seit der Einführung der Pflegegrade sei eine Steigerung der Leistungsbezieher zu beobachten. Die Diakonie versuche, da nachzusteuern.

Ein neues, wichtiges Angebot biete die im März eröffnete Fachberatungsstelle gegen sexualisierte Gewalt in Rheine. Sie ergänzt das Angebot des Frauenhauses und der Fachberatung für Frauen. „Das ist etwas Besonderes, andere Diakonische Werke haben solch ein breites Angebot in diesem Bereich nicht“, informierte der Geschäftsführer.

Er dankte Heinrich Ahlers-Kremer, dem Leiter der Suchtberatungsstelle, für sein langjähriges Engagement: „Mit besonderer Liebe haben Sie viel für diese Menschen geleistet“, sagte Zimmermann über den Sozialpädagogen, der im Juli in den Ruhestand verabschiedet wird. Er habe die Suchtberatung zu einem Kompetenzzentrum entwickelt. Die Nachfolge in der Leitung tritt Ulla Voß-Joubert an. Auch Friedrich Thoss, der Leiter des Beratungszentrums Lengerich, wechselt in den Ruhestand.

„Wir sollten in der Pflegedebatte nicht immer nur das Negative, sondern auch die positiven Seiten eines erfüllenden Berufs hervorheben. Nur mit motivierenden Botschaften wird es uns gelingen, junge Menschen für den Pflegeberuf zu begeistern“, befand Zimmermann.

„Wir blicken auf ein erfreuliches Jahresergebnis zurück“, freute sich Superintendent André Ost, Vorsitzender des Verwaltungsrates. Dies lasse sich nicht nur an den wirtschaftlichen Kennzahlen ablesen, sondern an der Anzahl der Mitarbeitenden und der Vielfalt der Angebote des Diakonischen Werks.

Im Mai sei der Verwaltungsrat gemeinsam mit dem Vorstand zu einem Perspektiv-Workshop „Zukunftstag Diakonie 2030“ zusammengekommen. Mit Unterstützung der Unternehmensberatung Curacon seien die Stärken und Schwächen des Werks analysiert worden. Demnach könne die Diakonie mit einer guten Verankerung in der Region und dem Kirchenkreis punkten. „Trotzdem ist die Angebotsstruktur nicht in allen Regionen des Kirchenkreises vertreten“, führte Ost aus. Wirtschaftlich sei die Diakonie stark vom Kernarbeitsfeld ambulante Pflege abhängig.

Pfarrer Jürgen Nass, theologischer Vorstand des Diakonischen Werks, geht Ende Februar 2020 in den Ruhestand. Damit beendet er seine Tätigkeit in der Krankenhausseelsorge. Ost teilte mit, dass Nass angeboten habe, auch über den Ruhestand hinaus übergangsweise noch für das Vorstandsamt zur Verfügung zu stehen.

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