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Gewässer- und Naturschutz

Zeit des Nichtstuns soll vorbei sein

Tecklenburg

Mehr Engagement von Kommunen und Kreis fordert die ANTL in Sachen Naturschutz- und Gewässerpolitik. Auf kommunaler Ebene sei in der Vergangenheit zu wenig getan worden, um Ursachen des Klimawandels und möglicher Überschwemmungen zu bekämpfen.

Von Paul Meyer zu Brickwedde

Pressewartin Irmgard Heicks, zweiter Vorsitzender Rainer Lagemann und Vorsitzender Thomas Volk (von links) erläuterten am Freitag die Vorstellungen der ANTL zum Gewässer- und Naturschutz. Foto: Paul Meyer zu Brickwedde

Die Arbeitsgemeinschaft Naturschutz Tecklenburger Land (ANTL) fordert die Kommunen im Tecklenburger Land und den Kreis zu deutlich mehr Engagement in der Naturschutz- und Gewässerpolitik auf. Einen Brief entsprechenden Inhalts haben der Vorsitzende Thomas Volk und sein Stellvertreter Rainer Lagemann an die Bürger meister der Städte und Gemeinde und an den Landrat auf den Weg gebracht. Anlass zu der Initiative ist die Hochwasserkatastrophe in NRW und Rheinland-Pfalz.

Kritisiert wird, dass auf kommunaler Ebene in der Vergangenheit zu wenig getan worden sei, um die Ursachen für den Klimawandel und mögliche Überschwemmungen zu bekämpfen beziehungsweise zu beseitigen. Volk und Lagemann verwiesen am Freitag bei einem Pressegespräch beispielhaft auf die Wasserrahmenrichtlinie der Europäischen Union, deren Ziele es unter anderem sind, den Zustand von Gewässern zu verbessern, sie zu schützen und die Auswirkungen von Überschwemmungen und Dürren zu mindern. Die Richtlinie trat Ende 2000 in Kraft, passiert sei in vielen Kommunen der Region bislang wenig, es werde, so Lagemann, zu „halbherzig“ agiert, obwohl eine „üppige Förderung“ von Maßnahmen möglich sei.

Zwar sieht die ANTL für das Tecklenburger Land keine derartige Gefahrenlage wie etwa im Ahrtal, doch die Verantwortlichen betonen, dass auch hier in Zukunft öfter mit Starkregenereignissen und auch Überschwemmungen zu rechnen sei. Dem müssten Verwaltungen und Politik Rechnung tragen, so die Forderung der Umweltschützer.

Und die betonen weiter, dass es dafür nicht reiche, hier und da neue Rückhaltebecken anzulegen oder zu vergrößern. Vielmehr seien es zentrale Aufgaben, Bächen und Flüssen wieder mehr Raum zu geben und weniger Flächen zu versiegeln. In der Konsequenz führten solche Maßnahmen zudem dazu, dass Lebensräume für Tiere und Pflanzen entstünden und damit dem Artensterben entgegengewirkt werde, was ebenfalls dringendes Gebot der Stunde sei.

Das Schreiben an Bürgermeister und Landrat enthält einige Fragen. So möchte die ANTL von Kommunen und Kreis wissen, was bereits für die Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie getan worden ist und welche Maßnahmen in Bezug auf Hochwasser/Starkregen, aber auch Dürre und Hitze geplant sind. Die Arbeitsgemeinschaft, heißt es weiter, sei „bereit für einen Dialog für mehr Klima- und Naturschutz in unserer Region“, zudem wird Unterstützung angeboten. „Es wird Zeit, dass alle Beteiligten an einem Strang ziehen.“

Volk und Lagemann zeigten sich am Freitag optimistisch, dass etwas in Bewegung gebracht werden kann. Zu groß sei inzwischen der gesellschaftliche Druck, um die Probleme zu ignorieren. Und auch auf eine neue Bundesregierung setzt die ANTL Hoffnungen.

Mit dem Kreis gebe es bereits einen Gesprächstermin im November, so Lagemann. Auf Antworten aus den Städten und Gemeinden warte man noch, setze aber darauf, dass es auch dort Gesprächsbereitschaft gibt. Schließlich sei es Ziel der Arbeitsgemeinschaft im Konsens Fortschritte zu erzielen.

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