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Kinderärztliche Versorgung: Lösung ist in Sicht

Zwei Praxen wollen einspringen

Tecklenburg/Lengerich

Es scheint in absehbarer Zeit eine Nachfolgelösung zu geben, wenn Dr. Susanne Möllmann ihre Kinderarztpraxis schließt.

Gute Nachrichten für Tecklenburg und Lengerich: Für die dortige kinder- und jugendärztliche Versorgung ist bereits eine Lösung in Sicht. Dr. Dirk Spelmeyer, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL), die die ambulante Versorgung in der Region organisiert: „Wir arbeiten im Sinne der Eltern und ihrer Kinder mit Hochdruck an einer guten Nachfolgelösung für die ausscheidende Kinderärztin. Bei unseren kurzfristigen und intensiven Bemühungen kooperieren wir eng mit Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann.“

Dr. Dirk Spelmeyer

Erst seit zwei Wochen ist der Fall der KVWL bekannt, teilt sie in einer Presseinformation mit. Und doch gibt es bereits eine Lösung – in Zeiten des Ärztemangels keine Selbstverständlichkeit: Der KVWL liegt seit Kurzem ein Antrag eines Tecklenburger Arztes zur erneuten Prüfung eines lokalen Sonderbedarfs für Kinder- und Jugendmedizin vor. Dr. Spelmeyer erläutert: „Der Zulassungsausschuss der KVWL wird bei seiner nächsten Sitzung im Dezember und damit schnellstmöglich über diesen Sonderbedarfsantrag beraten. Wir sind zuversichtlich, dass dann in Tecklenburg zum Jahreswechsel keine Lücke in der kinderärztlichen Versorgung entstehen wird.“

Zusätzlich hat ein Lengericher Kinderarzt einen Antrag auf Beschäftigung eines Weiterbildungsassistenten gestellt. Darunter versteht man einen approbierten Mediziner, der sich zum Facharzt weiterbildet – in diesem Fall für Kinder- und Jugendmedizin. Der Assistent wird im Frühjahr seine Facharzt-Prüfung ablegen und würde dann in die Kinderarztpraxis miteinsteigen. Auch diesen Antrag wird die KVWL jetzt zügig prüfen.

Dr. Hendrik Oen, Leiter der KVWL-Bezirksstelle Münster, ist mit allen Beteiligten vor Ort im Gespräch. Er versichert: „Alle Praxen der Umgebung werden diese Zwischenphase gemeinsam überbrücken. Die umliegenden Kinderärztinnen und -ärzte werden Notfälle behandeln, auch wenn die Kinder keine Patienten der jeweiligen Praxis sind.“

Zwischenphase überbrücken

Dr. Spelmeyer unterstreicht: „Wir sind in der KVWL genauso wie die Menschen vor Ort an einer wohnortnahen und flächendeckenden ambulanten medizinischen Versorgung der Einwohner interessiert. Das ist unser originärer Auftrag, natürlich auch mit Blick auf die jüngsten Patienten. Nachfolgeregelungen versuchen wir immer zeitnah und unkompliziert möglich zu machen. In Zeiten des Fachkräftemangels sind wir hier aber in unseren Möglichkeiten eingeschränkt – erst recht, wenn wir spät von Veränderungen erfahren. Umso mehr freuen wir uns für die Eltern und Kinder in Tecklenburg, dass wir innerhalb kürzester Zeit eine gute Lösung gefunden haben.“

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