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Wegen versuchten Mordes

Drei tatverdächtige Jugendliche in Untersuchungshaft

Westerkappeln

(Aktualisiert: 16:20 Uhr) Am Dienstag, einen Tag nach den lebensgefährlichen Schüssen auf einen 22-jährigen Westerkappelner, hat die Polizei drei Tatverdächtige festgenommen. Gegen die Männer im Alter von 16 bis 18 Jahren werde wegen des versuchten Mordes ermittelt, erklärte Oberstaatsanwalt Stefan Lechtape. Sie befinden sich seit Mittwochnachmittag in Untersuchungshaft. 

Katja Niemeyer

In der Nacht von Ostersonntag auf Ostersonntag ist ein 22-jähriger Mann in seiner Wohnung niedergeschossen worden. Foto: Katja Niemeyer

Der Haupttatverdächtige - ein 16-jähriger Westerkappelner - habe zuvor angekündigt, den 22-Jährigen töten zu wollen. Das Opfer war gegen 2.45 Uhr in der Nacht von Ostersonntag auf Ostermontag in seiner Wohnung niedergeschossen worden. Die Polizei vermutet, dass Drogengeschäfte und Eifersucht hinter der Tat stecken

Der 16-Jährige habe dreimal gezielt durch ein Fenster auf den 22-Jährigen geschossen, teilte die Polizei mit. Zuvor hatte sich das mutmaßliche Tätertrio offenbar an dem Fenster zu schaffen gemacht. Durch ein Loch hätten die Männer versucht, es zu öffnen. Das Opfer habe noch gegen das Fenster getreten - dann fielen die Schüsse. Anschließend seien die drei geflüchtet. Sie seien davon ausgegangen, dass das Opfer tot ist

Fehlender Tresorschlüssel

Der 16-Jährige habe die scharfe, geladene Pistole anscheinend zuvor aus dem Tresor seines Vaters gestohlen. Seine beiden Begleiter hätten von der Waffe gewusst. Ihnen gegenüber habe er auch seine Tötungsabsichten geäußert. Nach der Tat hätten sich die drei Männer zunächst in der Nähe des Tatortes versteckt und überlegt, so die Ermittler, wie sie die Leiche beseitigen könnten. Als jedoch Polizisten und Rettungskräfte eintrafen, trennten sie sich. Der 16-Jährige habe die Waffe seines Vaters zurück zu seinem Elternhaus gebracht und im Safe deponiert.

Am Montagnachmittag hätten die Männer dann in einem Hotel im Zentrum von Osnabrück eingecheckt. Dort wurden die beiden Jüngeren am Dienstagnachmittag festgenommen. Am Abend verhafteten die Beamten dann auch den 18-Jährigen in seiner Wohnung in Westerkappeln. Die Polizei kam den mutmaßlichen Tätern unter anderem aufgrund von Hinweisen einer Ex-Freundin des 16-Jährigen und von dessen Eltern auf die Spur.

Bereits wenige Stunden nach der Tat, gaben sie am frühen Montagmorgen zu Protokoll, dass der Jugendliche verschwunden sei. Er habe sie benachrichtigt, dass sie sich keine Sorgen machen bräuchten. Kurze Zeit später habe der Vater bemerkt, dass sein Tresorschlüssel fehlte. Beamte brachen den Safe auf.

Hund half bei Ermittlungen

Keine der ordnungsgemäß registrierten Waffen, teilen Polizei und Staatsanwaltschaft mit, habe gefehlt. Die Hülsen, die am Tatort gefunden wurden, hätten jedoch mit hoher Wahrscheinlichkeit aus einer Pistole des Vaters gestammt. Kriminalhauptkommissar Thomas Götze, der die Mordkommission leitet, erläuterte: „Der Einsatz eines Man-Trailer-Hundes erhärtete den Verdacht gegen den 16-Jährigen. Mit einer Geruchsprobe von dem 16-jährigen Tatverdächtigen führte der Hund uns zurück zum Elternhaus. Nach der Tat hat er die Pistole in den Tresor zurückgelegt.

Im Rahmen der Fahndung nach dem Teenager und möglichen Mittätern erhielten die Beamten nach eigenen Angaben einen weiteren Hinweis, der darauf hindeutete, dass sich der Westerkappelner und weitere Jugendliche in einem Hotel in Osnabrück aufhalten. Dort hätten die Einsatzkräfte fünf Tatverdächtige festgenommen. Zudem stellten sie Drogen und ein Messer sicher. Anfangs hatte die Polizei insgesamt sechs Personen verhaftet, drei sind inzwischen aber wieder auf freiem Fuß

Der 22-Jährige wurde durch die Schüsse schwer in Brust und Bauch verletzt, sodass er bis zu einer Not-Operation mit dem Tod rang. Inzwischen ist er aber, wie berichtet, außer Lebensgefahr. Die Vernehmungen und die Ermittlungen zu dem Motiv und dem genauen Tathergang dauern an.

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