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Westerkappelner Feuerwehr blickt auf ein ereignisreiches Jahr zurück

Fast 12 000 Stunden im Dienst

Westerkappeln

2015 hat die Freiwillige Feuerwehr eines der wohl arbeitsreichsten Jahre ihres Bestehens erlebt. 129 Mal mussten die Frauen und Männer zu Einsätzen ausrücken. Einschließlich der Jugendfeuerwehr gab es fast 12 000 Dienststunden.

Frank Klausmeyer

Zur Beförderung gratulierten Gemeindebrandinspektor Ingo Bünemann (links) und Kreisbrandmeister Reinhard Meyer (rechts) diesen Kameraden. Foto: Frank Klausmeyer

Im Gerätehaus an der Bullerteichstraße herrschte am Freitagabend viel Unruhe – der positiven Art. Denn bei der Generalversammlung der Freiwilligen Feuerwehr wurden so zahlreiche Kameraden wie selten geehrt, befördert und ausgezeichnet. Da ging der Jahresbericht von Gemeindebrandinspektor Ingo Bünemann schon fast unter, obwohl der es in sich hatte.

2015 hat die Freiwillige Feuerwehr eines der wohl arbeitsreichsten Jahre ihres Bestehens erlebt. 129 Mal mussten die Frauen und Männer zu Einsätzen ausrücken. „Das war sicher ein Ausrutscher nach oben“, bilanzierte Bünemann. Das Vorjahr sei mit 64 Alarmierungen dagegen ein Ausrutscher nach unten gewesen.

Für ihre langjährige Dienst wurden diese Männer ausgezeichnet. Zu den Gratulanten gehörte auch Frank Burrichter (2. von rechts), stellvertretender Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbandes Foto: Heinrich Weßling

Allein bei Bränden, Unfällen, Unwettereinsätzen oder auch neun Fehlalarmierungen leisteten die 73 aktiven Wehrleute 3834 Stunden. Rechnet man noch Ausbildung, Übungen und andere Aufgaben hinzu summiert sich die Einsatzzeit auf 6314 Stunden, was für jede einzelne Feuerwehrfrau und jeden einzelnen Feuerwehrmann durchschnittlich 87 Stunden ehrenamtlichen Dienst für die Allgemeinheit bedeutet.

Doppelt so viel Zeit ihrer Freizeit opferten rechnerisch sogar die 18 Mitglieder der Jugendfeuerwehr und ihre elf erwachsenen Betreuer, die es vergangenes Jahr gemeinsam auf 5512 Dienststunden gebracht haben. Ein nicht unbeträchtlicher Teil resultierte hier aber auch aus geselligen Aktionen wie einer viertägigen Freizeit auf Borkum, berichtete Jugendfeuerwehrwart Markus Schröer in Wort und Bild.

Fotomaterial zuhauf gab es auch aus der aktiven Abteilung. Rund ein Viertel aller Alarmierungen des vergangenen Jahres waren Löscheinsätze, wobei sechs Großbrände zu bekämpfen waren. 2014 hatte es nicht einen einzigen Großbrand gegeben.

Urkunden fürs Leistungsabzeichen erhielten (von links) Oliver Tschauder (Sonderstufe 25), Sebastian Hoffstädt Silber) sowie Thomas Slater, Jan Albertz (beide Bronze) und Thomas Vogel, der Freitag fehlte. Foto: Frank Klausmeyer

Kein Wort verlor Bünemann über die Serie der Brandstiftungen im vergangenen Jahr, vielleicht auch deshalb, weil der Täter aus den eigenen Reihen kam. „Der war nur einmal hier“, betonte einer der Wehrleute am Rande der Generalversammlung, dass der Brandstifter nicht wirklich aus der Mitte der Feuerwehr kam. Dem Täter werden acht Brände zugeschrieben. Als Motiv hatte er Langeweile angegeben. Mit dem Gerichtsprozess ist in diesem Jahr zu rechnen.

17 Mal musste die Feuerwehr 2015 zu Unwettereinsätzen ausrücken. „Das ist wohl eine Geschichte, die weiter zunehmen wird“, befürchtet Bünemann angesichts der Diskussionen über die Folgen des Klimawandels.

Zunehmend erwartet der Wehrführer auch Probleme bei der Tageserreichbarkeit von 6 bis 18 Uhr. In diesem Zeitfenster habe vergangenes Jahr fast die Hälfte aller Einsätze gelegen. Momentan betreffe dies vor allem den Löschzug Velpe, weil fast alle Kameraden außerhalb arbeiteten. Lösungsversuch: Zwei Kameraden des Löschzuges Westerkappeln, die im Industriegebiet Velpe arbeiten, würden nun mitalarmiert, erläuterte Bünemann.

Mit dem Problem stehe die Westerkappelner Wehr nicht allein da, sagte Kreisbrandmeister Reinhard Meyer. Auch in anderen Kommunen sei die Tageserreichbarkeit ein Thema. Umso mehr lobte Meyer die Schlagkraft der Westerkappelner Wehr, die alle Einsätze verletzungsfrei bewältigt habe.

Für die erfolgreichen Teilnehmer der Jugendflamme gab es Urkunden. Stolz auf seine Jungs ist Jugendfeuerwehrwart Markus Schröer (links). Bürgermeisterin Annette Große-Heitmeyer gratulierte auch. Foto: Heinrich Weßling

Lob und Dank gab es auch von Bürgermeisterin Annette Große-Heitmeyer. Die Freiwillige Feuerwehr sorge für Sicherheit im Ort, deren Mitglieder leisteten dafür manchen Verzicht und opferten Freizeit. Aufgabe von Rat und Verwaltung sei es daher, die Feuerwehr mit der notwendigen Ausrüstung und Gerätschaft zu versorgen. Vergangenes Jahr sei deshalb ein neues Löschfahrzeug für rund 250 000 Euro angeschafft worden. „Sie können auch in Zukunft auf unsere Unterstützung bauen“, versicherte die Bürgermeisterin.

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