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Apfelfest

Goldrenette und Geheimrat

Westerkappeln

Apfelsorten, Apfelernte, Apfelsaft – wenn die Westerkappelner Baumschule Fels zum Apfeltag einlädt, dreht sich (fast) alles nur um diese eine Frucht. Ein paar Birnen hatten sich am vergangenen Wochenende allerdings auch in die Probierschalen geschlichen.

Ulrike Havermeyer

Welche Sorten passen zu uns?  Dieser magenfüllenden Frage gehen Nina und Andreas Rüsse aus Bissendorf nach, die sich einen Obstgarten anlegen wollen. Foto: Ulrike Havermeyer

Wer satt kommt, ist selber schuld. Erfahrene Besucher erscheinen nicht nur hungrig zum alljährlichen Apfeltag der Baumschule Fels, sondern räumen auch vorher noch den Kofferraum ihres Wagens leer. Für alle Fälle. Denn außer den 60 Sorten Äpfeln und Birnen, die es – kostenlos – zu verkosten gilt, bieten die Gartenprofis auch die entsprechenden Bäume zu den alten Obstsorten an: von Halb- bis Hochstamm, von Spalier- bis Säulengewächs.

Erste Herausforderung: Sich durchschlängeln durch den Strom der Besucher bis zum „Gewächshaus zwei“, in dem der große Apfelsorten-Probiertisch aufgebaut ist. Wichtig: Dabei nicht vor der Zeit einen nahrhaften Stopp am Grill- oder am Reibekuchenstand einlegen. Zugegeben – das ist angesichts der verführerischen Düfte nicht leicht – aber vor die Proteine und die Fette hat die persönliche Prioritätenliste heute die Vitamine gestellt.

Umringt vom schmatzenden Chor geschmacksaufgeschlossener Obstfreunde lagern sie einladend drapiert in ihren kleinen Körbchen: Scheibchenweise machen Biesterfelder Goldrenette, Geheimrat Oldenburg, Westfälischer Gülderling und ihre rotwangigen Kollegen Appetit auf frische Vielfalt im eigenen Garten. Ob fruchtig oder süß, herb oder nussig: Gesund sind diese Äpfel allesamt. Und lecker noch dazu.

Draußen auf dem Gelände hat sich am Bestimmungstisch der Pomologen Jens Pallas und Christian Blom bereits eine lange Schlange gebildet. Hier können die Besucher von den Apfelexperten feststellen lassen, zu welcher Sorte die von ihnen mitgebrachten Äpfel gehören. Rund um die mobile Obstpresse der Firma Werthland aus Bielefeld herrscht – wen wundert es – nicht weniger Betrieb: Roland Mader, Erik Schräder und ihre Mitarbeiter haben alle Hände voll zu tun, um aus den eimerweise herangeschafften Äpfeln ihrer Kunden köstlichen Saft zu pressen und in große Tetrapacks abzufüllen. „Jeder, der hier bei uns seine Äpfel abgibt“, versichert Mader, „erhält ausschließlich aus diesen Äpfeln seinen Saft.“ Ohne Zuckerzusatz, ohne Konservierungsstoffe. Gesünder geht’s nicht. Etwa 4000 Liter, schätzt Mader, dürften beim Fels’schen Apfeltag aus der Presse geflossen sein.

Während die einen bereits die Ernte aus dem eigenen Garten eingefahren haben, kauen sich die anderen noch durch die Vielfalt der Möglichkeiten – frei nach dem Motto: Welche Sorte passt zu mir? Ist die Entscheidung gefallen, heißt es für die angehenden Obstbauern nun, ihren nächsten Schritt sorgfältig zu planen: Denn derjenige, der an diesem Nachmittag in der Baumschule zu früh zu den Verkaufsbeeten strebt, hält zwar die Pflanze seiner Wahl in den Armen – hat dann aber meist keine Hand mehr frei für den bis dahin doch aufgeschobenen Nachtisch. Oder für eines der vielen Mitbringsel: hölzerne Duftkugeln, hausgemachte Marmeladen und Obstliköre und jede Menge Gartendekoration. Wer hungrig geht, ist selber schuld.

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