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FMO: neue Neuer Geschäftsführer setzt auf die Unternehmen in der Region

Wirtschaft verleiht Flügel

Tecklenburger Land

560 000 touristische Fluggäste, 400 000 Geschäftsreisende, plus 22 Prozent beim Passagieraufkommen in 2017 – der Flughafen Münster/Osnabrück (FMO) ist im Aufwind. Und es gibt neue Strategien: Man bemüht sich um die Unternehmen der Region. FMO-Chef Rainer Schwarz erklärt, was dahinter steckt.

Peter Henrichmann

So sieht es aus am Flughafen der Region: Die Lufthansa ist der mit weitem Abstand größte Carrier für Geschäftsreisende im Bereich Linienflug, die Fluggesellschaft „Germania“ ist schon und soll ein noch bedeutenderer Faktor im touristischen Bereich werden. Mit Prof. Dr. Rainer Schwarz  ist seit einigen Monaten ein neuer Geschäftsführer am Flughafen Münster/Osnabrück FMO in Greven tätig. Foto: FMO

In Essen geboren, bis zum Abi dort sozialisiert und danach geflüchtet in die weite Welt: Rainer Schwarz könnte bestimmt stundenlang von seinem Lebenslauf erzählen. Will er aber gar nicht. Wichtiger ist dem promovierten Diplom-Kaufmann und Honorarprofessor sein Job in Greven: Prof. Dr. Rainer Schwarz (61) ist Geschäftsführer der Flughafen Münster/Osnabrück GmbH.

Im Gespräch mit unserer Redaktion erklärt Rainer Schwarz, wie er den Flughafen unserer Heimatregion wieder auf die Gewinnerstraße bringen will: Unternehmens-Kunden, Geschäftsflieger, die starke Wirtschaft hier vor Ort, auf die setzt man am FMO. Zusätzlich zum gewünschten Wachstum im eigentlichen Kerngeschäft Tourismus ist die Ausrichtung auf Geschäftskunden eine klare, eine neue Strategie.

Diese Strategie basiert auf dem, was Schwarz in vielen Berufsjahren an Erfahrungen gesammelt hat. Er ist gut rumgekommen, seine Engagements waren erfolgreich. Wir raffen die Vita ein wenig: Erst Uni. Dann Flughafen München (Finanzen, Marketing), Geschäftsführer Flughafen Nürnberg, danach Chef am Flughafen Düsseldorf und am Flughafen Berlin-Brandenburg (Tegel, Tempelhof, Schönefeld). Schuldlos – weil für den Bau gar nicht zuständig – war sein „Abgang in Berlin nicht ganz freiwillig“, erzählt Schwarz offenherzig. Nach dem Chef-Posten am Flughafen Rostock-Laage wechselt er zum FMO. Seit Anfang 2017 ist er da.

Der Job hier in der Region hat ihn gereizt: „Am FMO sind Managementaufgaben gefragt. Es ist eine spannende Aufgabe, hier kann ich was bewegen“, sagt er. Und er lässt den Blick in die problembehaftete FMO-Vergangenheit dabei bewenden. Fast. Nur auf Extra-Nachfrage räumt Schwarz ein, dass der „FMO sehr gebeutelt“ wurde und dass er „mit Platz für vier Millionen Passagiere objektiv zu groß ausgebaut ist.“ Das Geschäft, sagt Schwarz, „ist nicht mehr ganz so einfach ...“

Aber: Die FMO-Probleme scheinen lösbar. Wie man am und vom Flughafen hört, krempelt Schwarz den Laden gehörig um. Intern, leise und ohne große Ankündigungen. Potenzial für eine gute Zukunft sieht Schwarz vor allem in den Geschäftsreisenden, den Mitarbeitern vieler Firmen in der Region, die schnelle Flugverbindungen vom FMO in die Welt nutzen. „Der Flughafen liegt in einer wirtschaftlich sehr starken Region. Das ist sehr bemerkenswert und die FMO-Region hebt sich auch deutlich ab von anderen. Hier gibt es schon eine sehr ordentliche Wirtschaftsstruktur.“

Diese Analyse ist Grundlage für einen echten Flughafen-Chef-Satz: „Geschäftsreisende sind das „Rückgrat“ des FMO. Da wollen wir mehr draus machen.“

Die Lufthansa als Full-Service-Carrier, sagt Schwarz, ist stärkste Fluggesellschaft am FMO: „Und die sind hier, weil hier Geschäft zu machen ist! Wir fühlen uns wohl mit Lufthansa und sie ist wichtig für die weitere Entwicklung des FMO“. Was natürlich im touristischen Bereich, erklärt Schwarz, beispielsweise auch gilt für Germania oder Sun Express.

Was der Firmen-Flieger braucht, „davon gibt es hier schon einiges“, sagt Rainer Schwarz. Und er zählt auf: Es gibt die hochfrequenten Verbindungen zu den Drehkreuzen München und Frankfurt, es gibt die Lounge fürs schnelle Brötchen vor dem Flug, es gibt eine problemlose Anreise per Auto, modernste Parktechnik mit Kreditkartenzahlung und auch alles andere hier geht ruck-zuck: „Sie können hier 20 Minuten vor Abflug ankommen und kriegen noch problemlos ihren Flieger.“ Verlässlichkeit ist ein hohes Gut, wenn es ums Image geht.

Der Blick zur Konkurrenz 150 Kilometer weit weg in Düsseldorf ist kritisch: „Wenn sie ab Düsseldorf fliegen, müssen sie erst einmal das Problem mit dem Nadelöhr Autobahn lösen. Und vor Check-in und Sicherheitskontrolle können Sie zwei Stunden biwakieren ...“ – der Mann hat Humor. Und weist darauf hin, dass es in Greven eine „fast lane“, eine Schnellstraße für Geschäftsreisende bei der Sicherheitskontrolle gibt. Service, das ist es, was Firmenkunden wollen. Übrigens, bemerkenswert: „Prozentual gesehen, natürlich nicht in absoluten Zahlen, hat der FMO den höchsten Anteil an Statuskunden bundesweit.“

Mit Prof.Dr. Rainer Schwarz ist seit einigen Monaten ein neuer Geschäftsführer am Flughafen Münster/Osnabrück FMO in Greven tätig Foto: Jörn Martens

Sei‘s drum, inzwischen wird innerdeutsch und innereuropäisch fast ausschließlich Economy geflogen, die Business-Klasse gibt‘s kaum noch. Economy, das hat damit zu tun, dass die Unternehmen die Reisekosten im Griff behalten wollen: „Wir sind bei den Ticketpreisen teurer als Düsseldorf“, sagt FMO-Chef Schwarz, „liegen aber bei einer Gesamtbetrachtung aller Reisekosten mit Sprit, Parkplatzgebühren und Zeitaufwand vorne.“ Und das soll in Zukunft den Reise-Managern in den Firmen der Region auch im ganz persönlichen Kontakt nahe gebracht werden. Am FMO ist dafür extra eine Stelle eingerichtet worden.

Zudem möchte Flughafenchef Rainer Schwarz durch Eigenrecherchen und in Kooperation mit der IHK eine solide analytische Basis schaffen: „Wir erheben jetzt die Bedürfnisse und den Bedarf der Firmen in der Region. Wir werden ganz gezielt die Reisestellen der Mittelständler in der Region ansprechen“, sagt Schwarz.

Dazu gehört auch, die Wünsche nach neuen Zielen abzufragen, die Firmenkunden ab FMO gerne erreichen möchten. Neu ist, dass der FMO nicht nur nach Wünschen fragt und versucht sie zu erfüllen. Die Firmen werden auch gefragt, in welchem Umfang sie fliegen wollen und ob sie auch bereit wären, verbindliche Absprachen zu treffen, um neue Strecken zu realisieren.

Am „Name-Dropping“ – noch so ein englisches Einsprengsel – am platt gesagt „Raushauen“ neuer Flugziele möchte sich Rainer Schwarz gar nicht gerne beteiligen. Sagt man aber vorsichtig Wien, sagt Schwarz wenigstens nicht Nein. Es ist eine neue Form von Bescheidenheit, die am FMO Einzug gehalten hat. „In etwa einem halben Jahr wissen wir, wo wir stehen“, sagt der Chef im Hause. Dazu beitragen wird, dass er einen Kundenbeirat einrichten möchte, natürlich mit speziellem Blick auf die Wirtschaft: „Wir möchten mit den Geschäftsleuten zu einem wesentlich engeren Austausch kommen.“

Das geht auch über den kurzen Draht: „Klar bin ich auch persönlich ansprechbar für alle Firmen aus der Region ...“, sagt Rainer Schwarz. Wer‘s versuchen will, der wählt ✆  02571/941010.

Fester Ansprechpartner für alle Unternehmenskunden

Am FMO gibt es jetzt einen festen Ansprechpartner für alle Unternehmenskunden, für alle Travel-Manager aus den Reisestellen der Mittelständler auch im Tecklenburger Land. Christopher Godhof ist 44, kommt gebürtig aus Osnabrück, ist gelernter Reiseverkehrskaufmann und studierter Tourismus-Manager. Er kennt die Region und er hat schon 18 Jahre im Lufthansa City-Center am FMO den Bereich Geschäftsreise betreut. „Das ist auf jeden Fall eine Herausforderung für mich“, sagt Godhof. Er wird in Zukunft die größeren Firmen in der Einzugsregion – also auch die hier im Tcklenburger Land – persönlich betreuen. Viele Firmenbesuche stehen an. Allein im Kreis Steinfurt werden es rund 60 Firmen sein, die Godhof persönlich kontaktiert. Er wird den Flug-Bedarf abfragen, wird Wünsche hören und natürlich versuchen, die Firmenkunden von den Vorteilen des FMO zu überzeugen. Christopher Godhof Foto: FMO

„Direktes Kundenfeedback ist gewünscht, Kritik ist willkommen“, sagt Godhof. Sein Ziel: Eine gründliche und ehrliche Analyse des Marktes. Der neue FMO-Firmenkunden-Betreuer hat in einem ersten Rutsch 300 Unternehmen der Region angeschrieben, die Resonanz bezeichnet er als „sehr gut“.  | K ontakt: '  02571/941560, E-Mail:

christopher.godhof@fmo.de

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