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Jugendamt sieht keine Hinweise für „Fehlanreize“

1250 Anträge auf Betreuungsgeld

Kreis Warendorf

Bis Ende Juni haben gut 1250 Eltern im Kreis Warendorf Betreuungsgeld für ihre Kinder beantragt.

Beate Kopmann

Seit August 2013 können Eltern für ihre ein- und zweijährigen Kinder einen Betreuungsplatz einklagen. Wer keinen Platz will, kann stattdessen Betreuungsgeld beantragen. Diese Summe steigt jetzt von 100 auf 150 Euro monatlich. Foto: dpa

Dabei stellten in diesem Jahr bislang 703 Eltern einen entsprechenden Antrag, im Vorjahr waren es 542. Eingeführt worden war das Betreuungsgeld Anfang August 2013.

Im ersten Jahr konnten 100 Euro monatlich ausgezahlt werden, wenn Eltern ihr Kleinkind selbst betreuen und es nicht in eine Kita oder zur Tagesmutter geben. Diese Summe soll ab August auf 150 Euro erhöht werden.

Neuen Wirbel um das Betreuungsgeld hatte es durch eine Studie des Deutschen Jugendinstituts und der Uni Dortmund gegeben. Danach soll die Prämie oft Migrantenfamilien und „bildungsferne Eltern“ davon abhalten, ihre Kinder in die Kita zu schicken. So würden gerade falsche Anreize gesetzt, heißt es. Insgesamt wurden gut 100 000 Eltern mit Kindern unter drei Jahren befragt.

Wolfgang Rüting, Leiter des Kreisjugendamtes, ist nicht der Meinung, dass ein Großteil der Eltern, die das Betreuungsgeld wollen, damit ihren eigenen Konsumbedarf decken und das Geld nicht den Kindern zugute kommen lassen. „Das kann im Einzelfall mal so sein, aber eine flächendeckende Tendenz kann ich nicht erkennen.“ Im Übrigen würden konkrete Daten gar nicht erfasst.

Das Jugendamt des Kreises ist dagegen weiter damit beschäftigt, die Qualität der Kinderbetreuung in den Kitas zu verbessern. „Im landesweiten Vergleich liegen wir im oberen Drittel, aber die Situation ist je nach Einrichtung verschieden, und es besteht durchaus Verbesserungsbedarf“, so Rüting.

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