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Vogelschießen in Dolberg

1092 Tage auf diesen Moment gewartet

Dolberg

Nicht nur, dass das Vogelschießen in Dolberg mit Verspätung begann, nach einem schnellen treffsicheren Auftakt zog sich die endgültige Entscheidung später auch noch enorm spannungsgeladen hin.

Von Ralf Steinhorst

Nach vielen Anläufen hat es der neue Regent Peter Hötte geschafft. In einem spannenden Finale setzte er sich durch und berief Sigrid Kellermann zu seiner Schützenkönigin. Foto: Ralf Steinhorst

Peter Hötte ist der neue König des Schützenvereins Dolberg. Nach mehreren Anläufen erfüllte er sich nun einen Lebensraum. Um 18.27 Uhr setzte er nach knapp drei Stunden mit dem 532. Schuss den entscheidenden Treffer und holte die letzten Reste des widerspenstigen Aars „Prinz Promille“ von der Stange.

Überglücklicher Regent

„Ich habe es jahrelang versucht und hatte es in diesem Jahr gar nicht vor – ich freue mich so!“: Das war die erste Reaktion des neuen überglücklichen Regenten, der Sigrid Kellermann zu seiner Königin berief. Seit Jahren gehörte der neue König immer zu den letzten Schützen, doch Fortuna war ihm nicht hold. Am Ende war es ein Finale, das an Spannung kaum zu überbieten war. Volker Gastring, Heinrich Merhoff, Henrik Schröer, Kai Schürbüscher und Thomas Senf unternahmen über 40 Minuten mit starker Anfeuerung immer neue Anläufe, die Regentschaft zu übernehmen. Um 17.45 Uhr ging erstmals ein großes Raunen durch die Menge, als Thomas Senf dem Korpus des Aars den letzten Rest gab. War das der Königsschuss? Mitnichten. Das wurde den Besuchern schnell klar, noch hing der Stoß an der Grundplatte. „Die Platten sind mehrfach verleimt, wenn die brechen, könnte er kommen“, schwante dem Vizevorsitzenden Werner Schlieper aber ein langes Finale, das dann noch 47 Minuten dauerte, weil sich die Schützen daran sprichwörtlich die Zähne ausbissen. Der scheidende König Benedikt Markenbeck, durch die Coronapausen seit 2019 auf dem Thron, sah sein Regentschaftsende auf Nachfrage derweil gelassen: „Das ist doch super, weil es bedeutet: Es ist wieder Schützenfest.“

Aufgrund der pandemiebedingten Schützenfestausfälle der vergangenen beiden Jahre waren zwei Silberkönige mehr bejubelt worden als üblich – was zu einer zweistündigen Verzögerung des Beginns vom Vogelschießen führte, das erst gegen 15.30 Uhr begann. Gut, dass der Verlauf des Schießens ohne Pausen durchgeführt werden konnte.

Gleich die ersten drei Schüsse führten zum Fall der ersten Insignien. Benedikt Markenbeck holte sich mit dem ersten Schuss die außerordentliche Trophäe der „Bierflasche“, Silberkönig Norbert Penger mit dem zweiten Schuss das Zepter und Silberkönig Martin Vieth mit dem dritten Schuss den Reichsapfel. Christoph Echtermann traf die Krone (24. Schuss), Matthias Steinhoff die Schwinge links (155.) und Matthias Growe die Schwinge rechts (257.). Der Stoß fiel zusammen mit dem Königsschuss.

Schützenplatz Ziel von Vatertagsradlern

Das Schützenfest war außerordentlich gut besucht, viele Vatertagsradler hatten sich den Schützenplatz offenbar als Ziel ihrer Tour auserkoren. Die Lust auf Schützenfest war förmlich spürbar, wie es auch der Vorsitzende Hans Droste bei der Proklamation am Abend passend ausdrückte: „Darauf haben wir 1092 Tage gewartet!“

Der Hofstaat

Die Proklamation wurde auch dazu genutzt, das Silberkönigspaar Anton Vertgewall und Hilde Krämer aus dem Jahr 2020, Silberkönig Martin Vieth von 2021 und das Silberkönigspaar Norbert Penger und Ursula Berief aus dem Jahr 2022 zu ehren.

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