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Dr. Petra Gosdas Urlaubsreise wird zum Arbeitsbesuch

6000 Kilometer Weg zu den Patenkindern

Ahlen / Majaoni

Die Ahlener Pfarrerin Dr. Petra Gosda hat sich auf eine spannende Reise nach Kenia gemacht. Dass die plötzlich viel mehr als ein privates Ereignis ist, damit hat sie vorher nicht gerechnet.

Die Kirchenschule besuchen Kinder im Alter von zwei bis zehn Jahren. Trotz sprachlicher Schwierigkeiten klappte die Verständigung mit dem deutschen Besuch – singend, tanzend, spielerisch. Foto: privat

„Wovor sollte ich Angst haben?“, fragt Dr. Petra Gosda: „Ich bin gegen alles Mögliche geimpft, schlafe unter einem Moskitonetz und verlasse im Dunkeln nicht mehr das Hotel.“ So gerüstet macht sich die Schulpfarrerin aus Ahlen zusammen mit ihrer 24-jährigen Tochter Fidelia und deren gleichaltriger Freundin Lisa zu Beginn der Sommerferien auf eine außergewöhnliche Reise, rund 6000 Kilometer Fluglinie von Deutschland entfernt. „Ursprünglich war diese Reise schon für den Herbst 2020 geplant, aber dann kam ja Corona“, erzählt die Theologin, die froh ist, sich jetzt endlich doch auf den Weg machen zu können. Der führt von Ahlen über Düsseldorf und Frankfurt nach Nairobi, der Hauptstadt des ostafrikanischen Landes Kenia.

Von da aus geht es weiter zur Küste am Indischen Ozean nach Mombasa und dann in das kleine Dorf Majaoni. „Ich möchte endlich meine Patenkinder persönlich kennenlernen“, sagt Pfarrerin Dr. Gosda über den Grund ihrer weiten Reise.

Finanzierung der Schulausbildung

Emily, Deborah und Zawadi heißen die drei Mädchen im Alter von acht bis 13 Jahren. Um eine Schulausbildung machen zu können, sind sie auf finanzielle Patenschaften angewiesen, denn ihre Eltern können das Schulgeld nicht aufbringen. „Mit 80 Euro im Halbjahr für das Schulgeld können die Mädchen weiter zur Schule gehen und werden nicht so früh verheiratet“, sagt Petra Gosda, die selbst Mutter von vier Kindern ist.

Seit ein paar Jahren unterstützt die Pfarrerin eine private Initiative, die es sich zum Ziel gesetzt hat, gerade Mädchen eine gute Ausbildung zu finanzieren. So können sie geschützt werden vor Zwangsheirat im Kindesalter.

Im Zusammenhang mit der Schulpatenschaft bekommt die Ahlener Pfarrerin Kontakt zu der kleinen christlichen Gemeinde in Majaoni. Fast 80 Prozent der kenianischen Bevölkerung gehören dem christlichen Glauben an und sind in einer der verschiedenen Gemeinden aktiv.

Dr. Petra Gosda (v.l.), ihre Tochter Fidelia Gosda (Referendarin) und Freundin Lisa Mester (Pädagogikstudentin) sind zu Gast bei Pastor Jonathan Maendeleo und seiner Frau Maryam. Foto: privat

Jonathan Maendeleo ist der Pastor in dem kleinen Dorf und der Gründer der Gospel Revival Church Majaoni (Kirche der Erweckung des Evangeliums). Im Dezember 2019 hat er die Gemeinde mit deutschen Spendengeldern ins Leben gerufen und kümmert sich seitdem zusammen mit seiner Frau Maryam um die inzwischen rund 100 Gemeindemitglieder.

Pastor Jonathan nutzt den Besuch der deutschen Pfarrerin und lädt sie kurzerhand ein, im Gottesdienst zu predigen. So wird aus dem geplanten Urlaubstrip ein Arbeitsbesuch mit Bibelstunden und Predigen im täglichen Nachmittagsgottesdienst. Zudem steht vormittags der Einsatz in der Kirchenschule auf dem Programm. Diese hat Pastor Jonathan während des Lockdowns eröffnet, als die öffentlichen Schulen schließen mussten.

Kreative Verständigung

„In der Kirchenschule sind etwa 20 Kinder im Alter von zwei bis zehn Jahren“, zeigt sich Dr. Petra Gosda erstaunt. Und die Verständigung fordere viel Kreativität, denn „die jüngeren Kinder können kein Englisch. Selbst die Erwachsenen brauchen eine Übersetzung auf Swahili“. Das ist die weit verbreitete Verkehrssprache in Kenia.

Trotz der spontanen Herausforderungen ist Petra Gosda bisher beeindruckt von der Reise: „Es ist faszinierend, afrikanisches Leben hautnah kennenzulernen.“ Für die noch verbleibende Zeit in Kenia hat sie besonders einen Wunsch: „Ich möchte erfahren, wie die Menschen hier Kirche leben. Wie sie mit wenig Geld Glauben leben, teilen und vermehren!“

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