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Kranzniederlegung am Mahnmal

Afghanistan und Ukraine: Europäische Blase ist geplatzt

Ahlen

Die abschließende von drei Gedenkveranstaltungen zum 8. Mai: die Kranzniederlegung am Mahnmal auf dem Marktplatz. Schülerinnen und Schüler reihten zudem blau-gelbe Kerzen auf.

-rst-

Die Jugendlichen legten Kerzen in den ukrainischen Landesfarben ab. Foto: Steinhorst

Im Rahmen der Gedenkfeier zum Kriegsende am 8. Mai 1945 durch den Arbeitskreis der weiterführenden Schulen legten Bürgermeister Dr. Alexander Berger und Major Daniel Schulz als Vertreter der Bundeswehr Kränze am Mahnmal auf dem Marktplatz ab – die dritte Station nach dem Gedenken am Grab sowjetischer Zwangsarbeiter auf dem Ostfriedhof und der Präsentation einer Fotostrecke im Ratssaal, die die Bombenschäden in Ahlen und anderen Städten im Zweiten Weltkrieg zeigte. Darunter befanden sich auch historische Fotos aus den Beständen von Jupps-Foto-Club.

Krieg trifft jeden

Lehrer Rainer Legand von der Fritz-Winter-Gesamtschule ging noch einmal auf das Gedenktagsmotto „Krieg trifft jeden“ ein, dass durch den Ukrainekrieg an Aktualität Bedeutung gewonnen habe: „Da hat sich gravierend etwas verändert.“ Zugleich lobte er die Schülerinnen und Schüler, dass sie die Veranstaltung mitgetragen hätten, was ganz wichtig sei.

Mit einem Plakat zeigten zwei Schüler das Motto „Krieg trifft jeden“. Foto: Ralf Steinhorst

Auch Major Daniel Schulz stufte den Beginn des Ukrainekriegs als Zäsur ein: „Bis zum 24. Februar ging es uns trotz Corona so gut wie noch nie.“ Die Generationen der Groß- und Urgroßeltern seien die letzten Altersklassen gewesen, die noch unmittelbar Krieg erlebt hätten. Die Bilder des Abzugs der Bundeswehr aus Afghanistan, als Afghanen am Flughafen für sich oder ihre Kinder versucht hatten, einen Platz in den Flugzeugen zu ergattern, hätten um so deutlicher gezeigt, dass Europa in einer Blase gelebt habe. Die Vorgänge um den Abzug aus Afghanistan hätten einen Blick auf die Barbarei der Kriege freigegeben. Deshalb sei es sehr wichtig, an den Gedenktag zu erinnern, betonte der Major.

Zusammen mit einem Schüler trug Stabsfeldwebel Stefan Sprenger einen der beiden Kränze zum Mahnmal. Foto: Ralf Steinhorst

Er erinnerte zudem daran, dass seit dem Jahr 1992 37 Bundeswehrsoldaten in Auslandseinsätzen zu Tode gekommen seien – in Konflikten, die die deutsche Bevölkerung nur mittelbar wahrnehme. So sprach er deutlich aus, dass die 37 Bundeswehrsoldaten mittlerweile nur noch „eine Anekdote“ seien. Major Daniel Schulz befürchtete deswegen, dass der Ukrainekrieg mittel- oder langfristig vergessen werden könnte. Es sei aber wichtig, dass die Gesellschaft ihre Freiheit und ihre Kultur mit allem was sie hat, verteidige.

Zum Abschluss des Gedenktags legten die Schülerinnen und Schüler am Fuße des Mahnmals Kerzen ab, die in blaue und gelbe Hüllen eingefasst waren. Sie ergaben schließlich eine Aufreihung in den ukrainischen Landesfarben.

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