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Neuigkeiten aus der Steuerungsgruppe

Ahlen bleibt „Fairtrade-Stadt“

Ahlen

Die geplante Feierstunde gibt es nicht. Doch die gute Nachricht soll trotzdem nicht verschwiegen werden: Ahlen ist auch in den kommenden zwei Jahren „Fairtrade-Stadt“.

Christian Wolff

Vor zwei Jahren, beim gemeinsamen Neujahrsempfang von Stadtverwaltung und „Westfalen-Kaserne“, erhielt Bürgermeister Dr. Alexander Berger die Urkunde für Ahlen als „Fairtrade-Stadt“. Foto: Christian Wolff

Der Titel „Fairtrade-Stadt“ begleitet Ahlen auch in den kommenden zwei Jahren. Doch die ursprünglich geplante Feierstunde muss coronabedingt warten. Die gute Nachricht möchte die Steuerungsgruppe auf diesem Wege dennoch verkünden.

Schon im vorigen Oktober musste die Steuerungsgruppe der „Fairtrade-Stadt“ Ahlen einen umfangreichen Fragebogen zur Titelerneuerung ausfüllen. Dieser wurde zu „Transfair“ nach Köln geschickt. Im November lag die Urkunde dann auf dem Schreibtisch von Bürgermeister Dr. Alexander Berger.

„Wir haben viel für unsere Ziele geworben, Veranstaltungen auf die Beine gestellt, Vorträge gehalten und etliche Menschen erreicht“, fasst Burkhardt Engelke, Sprecher der Steuerungsgruppe, im Gespräch mit unserer Zeitung zusammen. „Transfair“ ist für die Vergabe der Auszeichnungen als „Fairtrade-Stadt“ oder „Fairtrade-Schule“ zuständig.

Erstzertifizierte Schule

In Absprache mit Dr. Berger und den beiden Schulen, die den Prozess zur Ernennung als „Fairtrade-Schule“ durchlaufen, hat die Steuerungsgruppe beschlossen, eine gemeinsame Feier mit der erstzertifizierten Schule zu organisieren – in diesem Fall im Gymnasium St. Michael. „Eigentlich sollte am 26. März die Überreichung der Urkunden in der Aula stattfinden“, so Engelke. „Aus bekannten Gründen musste diese Feier abgesagt werden.“ Da bisher noch nicht feststeht, wann das Ganze nachgeholt werden kann, soll die erfreuliche Nachricht, dass Ahlen weiterhin den Titel „Fairtrade-Stadt“ führen darf, informiert werden. „Es ist eine Auszeichnung für alle Bürger. Es gibt inzwischen viele, die dem fairen Handel wohlgesonnen sind. Auch hat sich die Zahl der Käufer seit der Auszeichnung im Weltladen erhöht“, sagt Engelke, der selbst im Weltladen mitarbeitet.

Viele öffentliche Veranstaltungen

Die Steuerungsgruppe macht seit ihrem Bestehen darauf aufmerksam, wie die Stadt noch fairer und damit den Ansprüchen an diese Auszeichnung gerecht werden kann. So möchte sie, dass die Stadtverwaltung ihre öffentliche Beschaffung fair organisiert. Aufgaben, die regelmäßig von der Gruppe wahrgenommen werden, liegen im Bildungs- und Öffentlichkeitsbereich. So haben die Weiterbildungsträger dazu Angebote organisiert, beispielsweise einen Vortrag zu den Grundlagen des fairen Handels oder zu Varianten des Wirtschaftssystems.

Fairer Handel ganz praktisch wurde mit zwei Fortbildungen umgesetzt – einem „Fairen Kochen“ und einem „Konsumkritischen Stadtrundgang“. Zu den Fortbildungen gehörte nicht zuletzt ein Film mit einer regen Diskussion mit Katrin Hartmann, die zu dem Film ein gleichnamiges Buch „Die grüne Lüge“ veröffentlicht hat und die Ausstellung zum Konsumwandel, die in der Stadtbücherei auf große Resonanz gestoßen ist.

„Seit längerem gibt es auch ein Bücherregal in der Stadtbücherei mit Literatur zum fairen Handel“, so der Gruppensprecher. „Die Bücher sind ausleihbar und dienen der Vertiefung zu diesem Thema.“ Das „17-Ziele-Mobil“ sei zudem drei Tage auf der „Ahlener Woche“ präsent gewesen. Bemerkenswert, so Burkhardt Engelke, sei auch die Vorstellung der „Fairen Moschee“ im Integrationsrat von einem Mitarbeiter des FSI in Solingen gewesen. „Das Konzept könnte in absehbarer Zeit in der Ahlener Moscheegemeinde umgesetzt werden und damit zu einer größeren Integration der Mitglieder dieser Religionsgemeinschaft in die Stadt Ahlen durch den fairen Handel bedeuten.“

Steuerungsgruppe stellt Anträge

Die Steuerungsgruppe sei auch weiterhin bemüht, die Kriterien für die Titelerneuerung zu erfüllen. So strebe sie Ende 2021 an, dass Ahlen sich weiterhin „Fairtrade-Stadt“ nennen kann. Anträge an den Rat würden gestellt. „Es ist uns ein Anliegen, dass die Ahlener einen Gesetzentwurf zum Lieferkettengesetz im Bundestag unterstützen. Die Steuerungsgruppe plant dazu eine Veranstaltung mit Vertretern aus Politik, Wirtschaft, DGB und NGO“, fasst Burkhardt Engelke zusammen.

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