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Übergabe der Pflege für Therese Münsterteichers Grab

Stille Heldin bleibt unvergessen

Ahlen

Sie haben nicht nur den Namen übernommen, sondern auch Verantwortung: Die Schülerinnen und Schüler der Therese-Münsterteicher-Gesamtschule kümmern sich um das Grab der Frau, die sich der Nazi-Willkür widersetzte.

Von Peter Schniederjürgen

Schülerinnen und Schüler beider Gesamtschulen wohnten der kleinen Feier zur Übergabe der Grabpflege am Freitag bei. Foto: Peter Schniederjürgen

Am Freitag war der 125. Geburtstag von Therese Münsterteicher – einer kleinen Frau, die in Ahlen Großes hinterließ. Sie belebt noch immer das Andenken an die dunkelsten Tage Deutschlands, indem sie sich als personifizierter Widerstand gegen die Nazi-Willkür unter anderem selbstlos um die jüdische Familie Moszowicz kümmerte. Begraben liegt diese stille Heldin auf dem Südfriedhof. Ab jetzt kümmern sich Schülerinnen und Schüler der nach ihr benannten Therese-Münsterteicher-Gesamtschule (TMG) um das Grab.

Diese Pflegeverantwortung übergaben am Freitag zu „Tante Threschens“ Geburtstag die Jugendlichen der Fritz-Winter-Gesamtschule (FWG), die sich zuvor gekümmert hatten. Im Rahmen einer kleinen Feier ging die Pflegeverantwortung auf die jüngste Gesamtschule der Stadt über.

Sophia Trottenberg (l.) übergab die „Gerätschaften“ zur Grabpflege an Melisa Islek. Foto: Peter Schniederjürgen

„Wir haben mit diesem Namen für die Schule eine der größten Ehren verliehen, die eine Stadt zu vergeben hat“, sagte Serhat Ulusoy, als Vize-Bürgermeister Vertreter des Schulträgers. Er schilderte die Geschichte der Grabpflege für diese prominente Frau als eine wichtige Initiative, um die Erinnerungen wach zu halten. „Es entstand eine Verbindung, die kein Geschichtsbuch je hätte bewirken können“, resümierte Serhat Ulusoy.

„Sie war und ist noch immer eine stille Heldin, indem sie mutig ihre Menschlichkeit zeigte“, stellte TMG-Schülersprecherin Melisa Islek fest. Sie erinnerte an den stolzen Moment am 1. August vergangenen Jahres, als ihre Schule diesen Namen bekam.

Svea Wolbring sorgte mit Rainer Legants Unterstützung für die musikalische Untermalung. Foto: Peter Schniederjürgen

„Wir wollen mit der Übernahme ein Zeichen für die Werte Mut, Freundschaft und Toleranz setzen und in unserem Schulleben verankern“, betonte die Schülersprecherin.

Anschließend nahm sie aus der Hand ihrer FWG-Kollegin Sophia Trottenberg die „Gerätschaften“ zur Grabpflege an. Musikalisch untermalte Svea Wolbring mit ihrer Blockflöte die Übergabe. TMG-Schulleiterin Elisabeth Beier bedankte sich bei den Fritz-Winter-Kollegen und der Schülerschaft für die Arbeit, die sie seit 2017 ausgeführt hatten. Ebenso dankte sie den benachbarten Unternehmen Blumen de Kunder mit Inhaber Martin Linne und Steinmetz Magera mit Andreas Magera für die große praktische und materielle Unterstützung. „Sie haben die Gartenarbeit übernommen und damit für unsere Schüler die Möglichkeit eröffnet, sich mit dieser besonderen Frau auseinanderzusetzen.“

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