1. www.wn.de
  2. >
  3. Münsterland
  4. >
  5. Ahlen
  6. >
  7. Ahlen soll „Kinderstadt“ werden

  8. >

Jugendamtselternbeiräte im Austausch mit der Politik

Ahlen soll „Kinderstadt“ werden

Ahlen

Den Auftakt eines intensiven Austauschs markierte jüngst ein Gespräch der Jugendamtselternbeiräte mit den Ratsmitgliedern Frederik Werning (SPD) und Christoph Aulbur (CDU): Auf der Agenda: eine ganze Liste von Themen, die Mütter und Väter von Kindergartenkindern bewegen.

Von Martin Feldhaus

Über einen intensiven und gelungen Online-Austausch mit Frederik Werning (SPD, unten M.) und Christoph Aulbur (CDU, unten l.) freuten sich die Elternbeiräte. Foto: JAEB

Jede Stadt hat einen bestimmten Ruf. So gilt etwa Warendorf gemeinhin als Pferdestadt. Und Ahlen? Soll künftig einen Markenkern als „Kinderstadt“ entwickeln. Das haben sich zumindest die Jugendamtselternbeiräte (JAEB) auf die Fahne geschrieben, die dieses Ziel künftig in Kooperation mit der Lokalpolitik konsequent verfolgen möchten.

Den Auftakt eines intensiven Austauschs mit der Lokalpolitik markierte jüngst ein Gespräch der Elternvertreter mit den Ratsmitgliedern Frederik Werning (SPD) und Christoph Aulbur (CDU), bei dem eine ganze Liste von Themen auf der Agenda stand, die Mütter und Väter von Kindergartenkindern bewegen: Sie reichte von der aktuellen Corona-Situation in den Einrichtungen, über Kinderschutz und den Fachkräftemangel bei Erzieherinnen und Erziehern bis hin zum Dauerthema Elternbeiträge.

Mittelfristige Beitragsfreiheit

Hinsichtlich der Elternbeiträge hatte der JAEB sich bereits mehrfach klar für eine mittelfristige Beitragsfreiheit ausgesprochen (unsere Zeitung berichtete). „Hamm schafft das auch“, verdeutlichte JAEB-Vorsitzende Belgin Inderwiedenstraße und verwies darauf, dass der dortige Oberbürgermeister Marc Herter nach einer starken Senkung der Beiträge mittelfristig eine komplette Beitragsfreiheit anstrebt.

Eine Forderung, mit der beide Parteienvertreter erneut konfrontiert wurden. „Prinzipiell ist es möglich, eine Beitragsfreiheit zu schaffen“, äußerte sich Frederik Werning diesbezüglich zustimmend und betonte, dass frühkindliche Bildung kostenlos sein solle. Wenn es schon Kitagebühren gebe, müsse man überlegen, wie man diese gut einsetzen könne – etwa für erweiterte Betreuungszeiten oder Springerteams.

Eine Position, der sich Christoph Aulbur im Wesentlichen anschloss: „Frühkindliche Bildung sollte durch Steuern und nicht durch Beiträge getragen werden“, betonte er. Eine stärkere Belastung, egal in welcher Einkommensstufe, lehne er ab.

Kinderschutzbeauftragte

Weiterhin kam das große Thema Kinderschutz zur Sprache. „Wir haben als Eltern die Sorge, dass aufgrund der Kostenbelastung des Haushalts durch den Neubau des Rathauses der Kinderschutz und andere soziale Projekte auf der Strecke bleiben“, äußerten die Elternvertreter hier Bedenken, wollten sich damit aber ausdrücklich nicht gegen den Rathausneubau positionieren.

Der JAEB sprach sich angesichts im vergangenen Jahr stark gestiegener Meldungen zur Kindeswohlgefährdung dafür aus, eine Stelle für eine oder einen Kinderschutzbeauftragten zu schaffen. Eine Frage, die Frederik Werning „parteiübergreifend bearbeiten“ will. Christoph Aulbur betonte, man müsse hier „den Gesamthaushalt im Auge behalten“, stellte aber in Ausschicht, die Thematik gemeinsam mit der neuen Sozialdezernentin Stephanie Kosbab angehen zu wollen.

Fachkräftemangel

Weitere Gesprächsinhalte betrafen die Ausstattung der Kindertageseinrichtungen sowie den überall spürbaren Fachkräftemangel, zu dem die Elternvertreter kritisch anmerkten, dass zu häufig zunächst nur Zeitverträge vergeben würden, was zahlreiche Wechsel bei den Erzieherinnen und Erziehern nach sich zöge.

Zudem erklärte Teststellenleiter Dr. Markus Koyro allen Beteiligten das jetzt in den Kindertagesstätten neu eingeführte Verfahren der Rückstellproben und dessen Vorteile: Eltern müssen nun im Fall einer positiven Sammelprobe einer Gruppe nicht mehr mit ihrem Kind zur Teststation/Arzt zum Nachtesten fahren, da dann die vorsorglich entnommenen Einzelproben ausgewertet werden. „Das ist eine sehr gute Lösung im Sinne der Eltern“, unterstrich Belgin Inderwiedenstraße.

Den Austausch mit den Parteien wollen die Elternbeiräte künftig nicht nur fortführen, sondern auch intensivieren. Und das Ziel Kinderstadt Ahlen? „Das können wir nur gemeinsam auf den Weg bringen“, gab Detlef Prösch Frederik Werning und Christoph Aulbur mit auf den Weg. Die beiden Lokalpolitiker bewerteten ihrerseits das Diskussionsformat ausdrücklich positiv und sagten zu, die Diskussionspunkte in ihre Fraktionen zu tragen.

Startseite
ANZEIGE