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Gelebte Völkerverständigung durch Sport

Sportmuseum sucht Material für neue Ausstellung

Ahlen

Wo sind Ahlener Sportlerinnen und Sportler nicht schon überall hingereist? Wo haben sie nicht Kontakte geknüpft und sogar Freundschaften geschlossen? Eine Ausstellung im Sportmuseum will sich diesem Thema widmen.

Von Martin Feldhaus

Foto: Foto: Martin Feldhaus

Sport ist Wettkampf. Wenn die Ziellinie in Sicht ist oder sich die Gelegenheit zum entscheidenden Wurf, Schuss oder Schlag bietet, will sie jede Sportlerin und jeder Sportler nutzen, um zu gewinnen.

Aber erschöpft sich Sport auch darin? Wohl kaum. „Sport ist viel mehr, denn Sport verbindet“, ist Dieter Massin überzeugt. Dass der Sport Brücken zwischen auf den ersten Blick sehr unterschiedlichen Menschen und Kulturen bauen kann, belegten zahlreiche Beispiele aus der schillernden Ahlener Sportgeschichte eindrucksvoll.

TuS in der ehemaligen Sowjetunion

Was haben die Ahlener Vereine in Sachen Völkerverständigung erreicht? Und mit welchen Ländern gab es schon Kontakt? Fragen wie diese soll im Spätsommer und Frühherbst eine Ausstellung mit dem Titel „Sport verbindet“ des Sportmuseums in den Räumen der ehemaligen Bodelschwinghschule beleuchten. „Man lernt andere Länder und die Menschen dort durch den Sport viel intensiver kennen“, betont Dieter Massin. Eine Tatsache, die viele Ahlener selbst miterlebten. So fuhren etwa die Fußballer der TuS Ahlen einst in die damalige Sowjetunion und die Handballer der HSG nach Frankreich, Ungarn oder Argentinien.

Als Weltenbummler par excellence erwiesen sich vor allem die Leichtathleten, die im Jahre 1958 eine Vorreiterrolle einnahmen und zu Wettkämpfen nach Rotterdam reisten. „Das war die erste Reise von Ahlener Sportlern ins Ausland“, blickt Massin zurück. Es folgten Reisen in viele andere europäische und außereuropäische Länder, die die Athleten bis heute prägen. „Die Begegnungen haben den Ahlener Sportlern ein anderes Weltbild vermittelt“, so Massin.

Kontakte auf drei Kontinenten

„Ich bin Südtiroler. Ich bin Europäer.“ Diese Worte des berühmten Extrembergsteigers Reinhold Messner hatten die Akteure des Ahlener Sports schon ganz früh verinnerlicht: Sie knüpften Kontakte und Freundschaften auf drei verschiedenen Kontinenten.

Doch nicht nur der Aspekt der Völkerverständigung soll bei der Ausstellung „Sport verbindet“ im Fokus stehen. Denn der verbindende Charakter des Sports zeigt sich nach Auffassung des Sportmuseum-Teams auch in den Bereichen. Nämlich auf den Feldern der Integration und Inklusion. So gibt es in Ahlen Menschen mit mehr als 100 verschiedenen Nationalitäten, die etwa in vielen Fußballmannschaften oder auch im Boxring beim BSK 27 Ahlen zusammenkommen. Bei der Inklusion gehen Überlegungen etwa in Richtung des inklusiven Handballprojekts der Ahlener SG oder zum Rollstuhlbasketball.

Für Anregungen dankbar

Für weitere Anregungen sind Dieter Massin und seine Mitstreiter dankbar. „Wir sind für alles Mögliche offen“, sagen sie und wollen den Ahlener Vereinen und Sportlern die Gelegenheit geben, den Inhalt der Ausstellung mitzugestalten, indem sie Ideen und Geschichten einbringen. „Wir wollen die Ausstellung so vielfältig wie möglich gestalten“, formuliert Massin ein ehrgeiziges Ziel und kündigt an, dass das Team des Sportmuseums in den kommenden Wochen viele Verantwortliche und Aktive kontaktieren wird, um Anregungen und Material für die Ausstellung zu sammeln.

Wer mit dem Sportmuseum in Kontakt treten möchte, kann dienstags von 10.30 bis 13 Uhr in die Räume in der ehemaligen Bodelschwinghschule kommen. Um eine Voranmeldung unter Telefon 7 04 32 34 wird gebeten. Es gilt die 2G-Regel und die Pflicht zum Tragen einer FFP2-Maske.

Bereits jetzt hängt im Flur der ehemaligen Schule eine Landkarte aus dem Jahr 1976, auf der Markierungen anzeigen, welche Länder und Kontinente Ahlener Sportlerinnen und Sportler schon bereist haben. Ob die Markierungen vollständig sind? Das Sportmuseum würde sich jedenfalls freuen, wenn im Vorfeld der Ausstellung noch weitere Beispiele für Verbindungen durch den Ahlener Sport bekannt würden.

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