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Informationsstand der Polizei

Airbag kann auch Fahrradfahrer schützen

Ahlen

Immer mehr Fahrradfahrer tragen einen Helm. An einem Infostand gab die Polizei aber noch mehr Tipps, wie Radfahrer die Sicherheit erhöhen können.

Von Ralf Steinhorst

Die Hauptkommissare Dagmar Hille und Richard Rauer stellten im Informationsgespräch den Radfahrenden Norbert und Marianne Mende (v.l.) auch den Airbag für Radfahrer vor. Foto: Ralf Steinhorst

Die Verkehrsunfallstatistik spricht eine deutliche Sprache. Im Kreis Warendorf sind mehr Fahrräder und Pedelecs in Unfälle verwickelt als im NRW-Landesdurchschnitt. Grund genug für die Kreispolizei, am Sonntag einen kreisweiten Aktionstag für Fahrrad- und Pedelecfahrende zu veranstalten. In Ahlen hatten sich am Nachmittag die Hauptkommissare Dagmar Hille und Richard Rauer am Werseradweg in Höhe des Städtischen Gymnasiums mit einem Infostand postiert.

„Die Bereitschaft, einen Helm aufzusetzen, ist auf jeden Fall gestiegen“, hat Dagmar Hille beobachtet. Viele Radfahrende nutzten den sommerlichen Sonntagnachmittag, um sich auf den Sattel zu schwingen. Auf dem Werseradweg war entsprechend gut Verkehr. Die meisten waren mit Helm auf dem Kopf unterwegs. Für Helmmuffel hatten die beiden Verkehrssicherheitsberater aber auch einen Airbag für Radfahrer dabei. Der sieht wie eine Trockenhaube aus, schützt aber ungemein bei Unfällen. Die Handhabung ist einfach: in eingepackten Zustand wird er um den Hals gelegt, bei einem Aufprall bläst er sich auf und legt sich um den Kopf. Kein Wunder, dass er bei den vorbeikommenden Radfahrern großes Interesse auslöste. Auch wenn die Anschaffung bei circa 300 Euro liegt.

Beunruhigende Unfallzahlen

Beunruhigend sind für die Polizisten die Unfallzahlen, in die Zweiräder verwickelt sind. Im Kreis Warendorf gab es im vergangenen Jahr bei Radfahrunfällen 329 Personenschadensunfälle. Von den 338 betroffenen Radfahrenden fuhren 121 ein Pedelec. Drei Menschen wurden getötet, 71 schwer und 264 leicht verletzt. In NRW gab es im gleichen Zeitraum 15.183 Fahrradunfälle mit Personenschaden. Während die Anzahl der Verunglückten auf 100.000 Einwohner in NRW bei 105 lag, betrug sie im Kreis 122 – also höher als im Landesdurchschnitt.

Nein, das ist keine Trockenhaube. Hauptkommissar Richard Rauer trägt einen aufgeblasenen Airbag für Radfahrer, der bei Unfällen anstatt eines Fahrradhelms ausgezeichnet den Kopf schützt. Foto: Ralf Steinhorst

„In mehr als jedem zweiten Verkehrsunfall sind Fahrräder oder Pedelecs verwickelt“, hofft Dagmar Hille, durch Information die Zahlen senken zu können. Deshalb bittet die Polizei, immer auf der richtigen Straßenseite zu fahren. Kreuzungen sind durchweg wegen Abbiegevorgängen besondere Gefahrenpunkte. Hier sollten Auto- und Radfahrer besonders rücksichtsvoll fahren. Autofahrer sollten sich zudem bewusst machen, dass sie die erhöhte Geschwindigkeit von Pedelecs leicht falsch einschätzen können. Die Radfahrenden ihrerseits sollten auch am Tag mit Licht fahren und sich auffällig kleiden, um besser gesehen zu werden.

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