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Schnelltestzentrum an Moschee

Aktiv gegen Infektionen

Ahlen

Nein, sagt Serhat Ulusoy, die hohe Inzidenz sei nicht persönlichen Treffen im Ramadan geschuldet. Das zeigten Auswertungen der Stadt. An der Ditib-Moschee soll es jetzt noch ein Schnelltestzentrum geben.

Dierk Hartleb

Testzentrum in Kürze auch an der Ditib-Moschee: Serhat Ulusoy, Turgay Danismaz, Cevdet Süzer und Mehmet Buran (v.l.) sehen es auf dem Hinterhof gut platziert. Foto: Ulrich Gösmann

Die aktuelle hohe Sieben-Tage-Inzidenz von über 300 ließ bei SPD-Ratsherr Serhat Ulusoy alle Alarmglocken schrillen: Der stellvertretende Bürgermeister setzte sich mit Vertretern der drei muslimischen Religionsgemeinschaften in Ahlen in Verbindung, um mit ihnen weitere freiwillige Infektionsschutzmaßnahmen zu besprechen.

Als Ergebnis soll ein zusätzliches Testzentrum auf dem Gelände der Ditib-Moschee errichtet werden. Zur Hilfe kam den Initiatoren um Serhat Ulusoy dabei die Bereitschaft des Inhabers der Zeppelin-Apotheke, Magdi Adib. Vorurteile gegenüber dem Testverfahren und Berührungsängste sollen dadurch abgebaut und eine weitere Sensibilisierung für eine bessere Akzeptanz von Schnelltests erreicht werden.

Freiwillige Maßnahmen vorbildlich umgesetzt

In der jüngeren Vergangenheit hatten die Moscheegemeinden bereits freiwillige Maßnahmen zur Unterstützung der Eindämmung der Infektion durchgeführt. So wurden zuletzt die Freitagsgebete für mehrere Wochen ausgesetzt. Auch dabei bestätigte sich, dass die Moscheen nicht die Infektionstreiber sind.

Das Ordnungsamt bescheinigte zum Beispiel der Ditib-Gemeinde eine vorbildliche Umsetzung von Infektionsschutzmaßnahmen. So werden die AHA-L-Regeln (Abstand, Hygiene, Alltagsmasken und Lüften) routiniert umgesetzt.

Gleichwohl zeigen sich die Vertreter der Ditib-Gemeinde, des Islamischen Jugendzentrums und der Fatih-Moschee besorgt über die aktuelle Entwicklung. „Wir wissen von Auswertungen der Stadt, dass ein beinahe gleichmäßiges, auf die gesamte Stadt verteiltes Infektionsgeschehen feststellbar ist und die aktuell hohen Fallzahlen vermutlich auf Kontakte im privaten Raum während der Ostertage zurückzuführen sind. Somit ist eine Zuschreibung auf eine bestimmte Bevölkerungsgruppe als Infektionstreiber definitiv voreilig und falsch“, stellt Serhat Ulusoy klar. Einfach nur tatenlos zusehen, wie ein diffuses Infektionsgeschehen sich weiter ausbreitet, wollten er und die Gemeindevertreter keinesfalls und griffen die Bereitschaft der Zeppelin-Apotheke dankbar auf.

Test zwei bis drei Mal wöchentlich

„Die Antigen-Schnelltests können zumindest für circa 24 Stunden zu mehr Sicherheit für die Getesteten sowie das jeweilige gesellschaftliche Umfeld sorgen und vielleicht sogar Leben retten. Diese Einstellung gilt es stärker zu verdeutlichen und dafür zu werben, sich zwei- bis drei Mal wöchentlich testen zu lassen“, sagt Ulusoy.

Aber auch einem wichtigen Anliegen des Fastenmonats Ramadan, gute Taten zu begehen, wollen die Gemeinden mit der Einführung des Schnelltest-Zentrums auf dem Ditib-Gelände nachkommen. So sagt Apotheker Magdi Adib eine Weiterleitung von fünf Euro pro Schnelltest als Spende an einen vom Getesteten zu benennenden Verein oder eine Einrichtung zu. Als Empfänger der Spenden sind neben den drei muslimischen Gemeinden auch das Forum gegen Armut, der Lunch Club und der Warenkorb der Caritas im Gespräch.

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