Vorsitzende: „Die Kosten ufern aus“

Alarm beim Ahlener Tierschutzverein

Ahlen / Neubeckum

Offene Tierarztrechnungen in Höhe von 25 000 Euro: Die Stimmung bei der Mitgliederversammlung des Tierschutzvereins Ahlen war am Dienstagabend angesichts dieser Summe schnell im Keller.

Peter Schniederjürgen

Den Katzen geht es gut im „Mammut-Tierheim“. Doch im Gegensatz zu Hunden, die meist schnell vermittelt werden, belasten sie den Geldbeutel des Tierschutzvereins Ahlen enorm. Foto: Christian Wolff

Der Tierschutzverein Ahlen und Umgebung ist in der Klemme – und damit auch das „Mammut-Tierheim“ in Tönnishäuschen. Das teilte am Dienstagabend die Vorsitzende Christiane Schäfer ihren Vereinsfreunden im Neubeckumer Gasthof „Haus Wiese“ mit.

Woran liegt es? „Die Kosten ufern aus. Es sind die Kosten für die praktisch immer kranken Fundkatzen“, erklärte die Vorsitzende die prekäre Finanzlage des Vereins. Über 80 Tiere – die Tendenz ist für alle Städte im Kreis Warendorf steigend – kommen allein aus Ahlen. Insgesamt sind es fast 400 Tiere im Jahr, um die sich die ehrenamtlichen Helfer kümmern müssen.

Doch darüber hinaus sind noch dringende Investitionen in die Anlagen des Tierheims notwendig. „So benötigt unsere Hundequarantänestation dringend einen Auslauf. Der ist mit den nötigen 10 000 Euro noch günstig veranschlagt“, führte Schäfer aus. Eine Summe, über welche die Chefin jedoch bei offenen Tierarztrechnungen von über 25 000 Euro gar nicht nachdenken muss. Dazu kommen noch die Folgekosten für Medikamente für die Tiere, betonte sie bei der Versammlung und bedankte sich bei den betroffenen Ärzten, die „einen langen Atem“ bewiesen, wenn es um die Rechnungen geht.

„Wir sehen nur eine Chance, wenn die Zuweisung der mit uns zusammenarbeitenden Städte und Gemeinden deutlich erhöht wird“, so Christiane Schäfer. Denn, da ist die Vorsitzende des rührigen Vereins sicher, das „Mammut-Tierheim“ sei ein hervorragend aufgestellter Dienstleister der Kommunen, was die artgerechte Unterbringung von Fundtieren angeht.

Die Erhöhung des Mitgliedsbeitrags, die ebenfalls auf der Tagesordnung stand, ist allerdings nur ein tropfen auf den heißen Stein. 36 Euro müssen die 295 Mitglieder nun aufbringen, aber damit ist angesichts der enormen Schuldenlast nicht viel zu machen. „Es sind wirklich die Katzen, die uns so sehr belasten“, stellte Christiane Schäfer klar. Fundhunde seien in der Regel schnell vermittelt.

Doch die Vereinsvorsitzende wollte nicht nur in schwarzen Farben malen, denn abgesehen von der dramatischen Finanzlage seien die Perspektiven des Tierschutzvereins sehr gut: So wird ein neues Fahrzeug von der Tierhilfe mit 75 Prozent bezuschusst. Auch die Verleihung der Tierheim-Plakette am heutigen Donnerstag gibt den Ehrenamtlichen einen Motivationsschub.

Die Versammlung wählte außerdem Carola Pawelzik zur neuen Kassiererin und lehnte den Antrag auf eine Vorstandserweiterung um Beisitzer ab.

Christiane Schäfer
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