Herman van Veen in der Stadthalle

Albernheit und Tiefsinn

Ahlen

Der niederländische Künstler Herman van Veen hat am Donnerstagabend in der nicht ganz ausverkauften Stadthalle erneut das Ahlener Publikum begeistert. Der Sänger, Liedermacher, Dichter, Clown und Entertainer von Weltklasseformat wandelte zwischen tiefsinnigen Texten und verspielter Albernheit durch sein Programm.

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Mit dem Bassisten Kees Dijkstra (l.) und der Geigerin Jannemien Cnossen (r.) sowie seiner langjährigen Gitarristin Edith Leerkese und der niederländisch-spanischen Perkussionistin Wieke Garcia standen Herman van Veen vier exzellente Musiker zur Seite. Foto: Peter Harke

Dabei unterstützten ihn nicht nur seine langjährige Gitarristin Edith Leerkes, sondern auch die Geigerin Jannemien Cnossen, die niederländisch-spanische Perkussionistin Wieke Garcia und der junge virtuose Bassist Kees Dijkstra. Gleich zu Beginn des Konzerts stellte dieses Quartett sein Können mit einem instrumentalen Stück unter Beweis und erhielt dafür großen Applaus.

Obwohl die aktuelle Konzerttournee von Herman van Veen unter dem Namen „Neue Saiten“ gerade durch 52 Städte in Deutschland, Österreich und der Schweiz unterwegs ist, stammten nicht alle Lieder aus dem gleichnamigen Album, das Ende 2018 veröffentlicht wurde. Die Konzerte des künstlerischen Tausendsassas aus Utrecht sind bekanntlich nicht nur wegen seiner Lieder beim Publikum so beliebt, sondern auch wegen der unterhaltsamen Plaudereien des Künstlers zwischen den einzelnen Stücken.

Dieses Talent, seine Zuhörer immer wieder zum Lachen zu bringen, stellte Herman van Veen auch am Donnerstagabend unter Beweis. Die kurzen Textauszüge aus seinen Büchern, häufig au­tobiografische Anek­doten, brachten das Publikum zum herzhaften Lachen, aber auch zum Nachdenken. Zum Thema Alter stellte der 74-Jährige ganz lapidar fest: „Älter werden geht von selbst, auch von selbst vorüber.“ Herman van Veen ließ seine Zuhörer auch wissen, dass sich eine gewisse Ute, selbst erklärtermaßen kein Fan seiner Musik, zum Tode des Vaters per E-Mail das Lied „Warum bin ich so fröhlich“ aus der Zeichentrickfilmreihe „Alfred J. Kwak“ gewünscht habe. Noch vor der Pause endete eine kleine vorgetragene Geschichte über Sex mit der Feststellung: „Damals war die Luft noch sauber und der Sex schmutzig. Heute ist es umgekehrt.“

Tiefsinnigere Liedtexte wie zum Beispiel „Zu haben wollen“ beschäftigten sich mit lebenslangen Wünschen. Herman van Veen verbreitete aber auch immer wieder Fröhlichkeit wie zum Beispiel mit dem Lied „Was fast verrücktes“ oder den Interpretationen von „If I had a hammer“ und einer fetzigen Rock’n‘Roll-Nummer.

Der Konzertabend mit dem außergewöhnlichen Künstler und Liedpoeten Herman van Veen war sicherlich wieder ein Höhepunkt im Programm der Stadthalle.

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