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In Ahlen entsteht eine der modernsten Logistikhallen Europas

An der Porschestraße geht die Post ab

Ahlen

Kosmetikriese LR Health & Beauty will seine Versandkapazitäten mehr als verdoppeln. Im Ahlener Industriegebiet Ost entsteht nach Unternehmensangaben eine der modernsten Logistikhallen Europas. Der Kooperationspartner kommt wieder aus der Kultur.

Von Ulrich Gösmann

Sie griffen zur Kelle: Christoph Maris (Vice President Operations) Foto: Ulrich Gösmann

Ab Mitte 2023 soll auch an der Porschestraße die Post abgehen – mit täglich bis zu 10 000 zusätzlichen Paketen „Made in Ahlen“ für den Weltversand. Das Kosmetikunternehmen LR Health & Beauty kooperiert erneut in einer ungewöhnlichen Partnerschaft mit der Theodor F. Leifeld-Stiftung. Zwei Größen aus Wirtschaft und Kultur investieren jetzt sieben Millionen Euro in das gemeinsame Bauprojekt Logistik 4.0. „Hier entsteht eine der modernsten Logistikhallen Europas“, betonte Andreas Friesch, CEO und Sprecher der LR-Geschäftsleitung am Mittwochmorgen bei der symbolischen Grundsteinlegung.

3200 Quadratmeter Baufeld stehen für die neue Logistikhalle bereit, die an die Aloe-Vera-Produktionsstätte andocken soll. Foto: Ulrich Gösmann

April 2017 war‘s, als beide Partner gleich nebenan den Grundstein für eine Aloe-Vera-Produktionsstätte auf 4200 Quadratmetern Fläche legten. Investitionssumme: 10 Millionen Euro. Jetzt kommen 2800 Quadratmeter für die Logistik hinzu. Der neun Meter hohe Neubau, der bis zum Herbst 2022 stehen soll, dockt an den Nachbarn seitlich an; der Sky-Walk wird sich verlängern. Ein Gang über den gläsernen Gang steht für Transparenz von der Produktion bis zum Versand.

Über den Sky-Walk kann dann die gesamte Prozesskette von der Produktion bis zum Versand des fertigen Produkts hinter Glas verfolgt werden. Foto: Ulrich Gösmann

LR-Chef Andreas Friesch nutzte bei der Grundsteinlegung einmal mehr die Gelegenheit, der Leifeld-Stiftung, die das Kunstmuseum Ahlen betreibt, Dank zu sagen: „Unsere Zusammenarbeit ist etwas Besonders.“ Die Stiftung finanziert den Bau, LR das technische Innenleben. Kalkulierte Kosten für den Maschinenpark: drei Millionen Euro.

„Für uns ist dieses Bauprojekt ein weiterer Meilenstein“, sagt Andreas Friesch (COE). Foto: Ulrich Gösmann

Für Friesch hatte der Tag bereits um 6 Uhr mit einer Videoschalte nach Korea begonnen. Und mit überschwänglichem Jubel seiner Vertriebspartner, der durch die Nachricht der Grundsteinlegung spontan ausgelöst worden sei, wie er mit einem Videomitschnitt belegte. „Für uns ist dieses Bauprojekt ein weiterer Meilenstein. Mit dem aktuellen Versand ist das nicht mehr zu schaffen“, ließ der Konzernchef wissen. Nach einem überaus erfolgreichen Jahr 2020 werde 2021 das beste in der LR-Geschichte. Mit dem Projekt Logistik 4.0 werde der Entwicklung der nächsten Jahre Rechnung getragen. Aktuell verlassen bis zu 6000 Pakete täglich den Stammsitz im benachbarten Olfetal. In der Porschestraße sollen jetzt 10 000 hinzukommen. Steigerungsreserven seien vorhanden.

Christoph Maris, Vice-President Operations bei LR, kündigte an, dass parallel zum Neubau auch die alte Versandhalle auf modernsten Stand gebracht werde. Der Sky-Walk mache die beiden Komplexe an der Porschestraße zum „gläsernen Werk von Ahlen.“

Im April 2017 wurde der Grundstein für die Aloe-Vera-Produktionsstätte gelegt. Foto: Ulrich Gösmann

Meinolf Wiesehöfer, Vorsitzender der Leifeld-Stiftung, sprach von „großem Glück, mit ihrer Mannschaft zusammenzuarbeiten.“ Mit der Anmietung dreier Hallen habe vor vielen Jahren alles begonnen. „Dann ging es richtig los.“ Und: „Das ist hier unsere Existenzsicherung als Stiftung.“ Mit Blick auf die „fantastischen Zinsen“ erklärte Wiesehöfer salopp: „Wir hätten ohne Sie die Bude sonst schon zumachen müssen.“

Bürgermeister Dr. Alexander Berger sprach von einem vorgezogenen Weihnachtsgeschenk. Dass hier eines der modernsten Logistikzentren Europas entstehe zeige, „dass Ahlen es kann“.

Und was kommt als Nächstes? Andreas Friesch lachte, tuschelte die Antwort dann dem Bürgermeister ins Ohr: „Wir müssten mal über einen eigenen Gleisanschluss reden.“ Sagte es und zeigte auf den Schienenstrang gleich hinter dem Baufeld.

Auch ein Fläschchen „Dschungel Man“ hat es in die Kapsel geschafft. Foto: Ulrich Gösmann

Den offiziellen Worten folgte der Griff zur Kelle. In die Kapsel, die unter frischem Speis verschwand, hatten die Bauherren auch ein Fläschchen mit ihrem Verkaufsschlager „Dschungel Man“ gepackt. Und für die Nachwelt die dazugehörende Rezeptur gleich mit dazu.

Für das Fundament des Neubaus wurden bereits 14 500 Kubikmeter Erde ausgebaggert und zur Kruppstraße transportiert. Das entspricht 1150 Lkw-Ladungen.

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