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Internationales Frauenfrühstück

Andere Sicht auf die „grüne Insel“

Ahlen

In ihre „zweite Heimat“ Irland nahm Flory Eckmann die Teilnehmerinnen des Internationalen Frauenfrühstücks mit.

-ak-

Wieder kaum ein Stuhl frei blieb am Samstag beim Frauenfrühstück in der Familienbildungsstätte. Foto: Angelika Knöpker

Die Sinn-Konferenz am Freitagabend war gerade zu Ende, da bauten die freiwilligen Helferinnen um Laina Remer in der Familienbildungsstätte schon die Tische für das Internationale Frauenfrühstück auf. Nur wenige Plätze waren frei, als die Initiatorin die Gäste dann am Samstagmorgen begrüßte. Alle Frauen hatten wie immer leckere Spezialitäten aus ihren jeweiligen Heimatländern mitgebracht. Das üppige Buffet diente auch der Völkerverständigung beim Austausch über die Rezepte.

Es ist schon eine liebgewordene Tradition, dass bei jedem monatlichen Treffen ein Land in den Fokus gerückt wird. Dieses Mal war es Irland, bekannt als „grüne Insel“, beliebt bei Naturliebhabern und Wanderern.

Doch nicht die Schönheiten Irlands standen im Mittelpunkt des Vortrags, vielmehr konzentrierte sich Flory Eckmann auf die geschichtliche Entwicklung, die geprägt war von Ausbeutung und Sklavenhaltung durch die Engländer, bewaffnete Aufstände, Straßenschlachten, Attentate und einem Religionskrieg zwischen Katholiken und Protestanten. Die Referentin machte deutlich, dass es immer engagierte Frauen gegeben hat, die aufgestanden sind, um gegen das Unrecht und die Diskriminierung zu kämpfen.

Nur wenige Frauen Frauen in Führungspositionen

Als Ehefrauen und Mütter hatten sie nur wenige Rechte, Empfängnis-Verhütung war lange Zeit illegal und Abtreibung verboten. Erst die Schwangerschaft eines 14-jährigen Mädchens nach einer Vergewaltigung brachte ein Umdenken. Noch heute sind Frauen in Führungspositionen in der Minderheit, die Bezahlung als Arbeitskraft liegt weit unter dem der Männer.

„Diese Reise hat uns geistig weiter gebracht“, kommentierte Sabine Knauer vom Orga-Team den Vortrag. Kollegin Rocio Siekaup bedankte sich für die andere Sicht auf das Land. „Wer einen Vortrag über die schöne grüne Insel erwartet hatte, wurde enttäuscht“, sagte sie.

Flory Eckmann aus Bonn Bad-Godesberg ist seit 30 Jahren eng mit der Insel verbunden. Gemeinsam mit ihrem Mann hat sie ein zerfallenes Cottage in Donega im Nordwesten Irlands wieder aufgebaut. Als Sonderschullehrerin und Sprachtherapeutin bietet sie Projekte mit behinderten Kindern und Jugendlichen aus Deutschland an.

Das nächste Internationale Frauenfrühstück findet am 15. Oktober um 10 Uhr in der Familienbildungsstätte statt. Am Montag, 26. September, ist ein Kinoabend als Kooperation von IFF mit dem „Cinema Ahlen“ geplant. Gezeigt wird um 19 Uhr der Film „Der Gesang der Flusskrebse“.

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