1. www.wn.de
  2. >
  3. Münsterland
  4. >
  5. Ahlen
  6. >
  7. Auch 160 Jahre nach seiner Geburt noch immer aktuell

  8. >

„Gartengespräch“ über Augustin Wibbelt

Auch 160 Jahre nach seiner Geburt noch immer aktuell

Vorhelm

Viel Wissenswertes erfuhren die Besucher des „Gartengesprächs“ über Augustin Wibbelt und seine Gärten nun einmal mehr auf Einladung des Heimatvereins Vorhelm. Zum Beispiel, warum er als „konservativer Grüner“ gelten könne zu einer Zeit, als es das Wort Klimawandel noch nicht gab.

Über Augustin Wibbelt und seine Gärten informierten (hinten v.l.) Heiner Lüring, Hildegard Latzel und Christa Paschert-Engelke vom Heimatverein Vorhelm. Foto: Heimatverein Vorhelm

Den 75. Todestag nahm der Heimatverein Vorhelm zum Anlass, zu einem „Gartengespräch“ über Augustin Wibbelt einzuladen. Leider konnte die Veranstaltung wetterbedingt nicht im Pfarrgarten stattfinden, stattdessen trafen sich die Besucher im Pfarrzentrum.

Vorstandsmitglied Josef Rehbaum begrüßte die Anwesenden mit dem Hinweis auf die vielen Erinnerungen, die der Heimatort seinem Priesterdichter anlässlich verschiedener Jubiläen bisher geschaffen hat. Und er verwies laut einer Pressemitteilung des Heimatvereins darauf, dass Wibbelt angesichts des großen Interesses an der kurzfristig geplanten Veranstaltung und aufgrund seiner Naturverbundenheit auch 160 Jahre nach seiner Geburt (19. September 1862) noch nicht an Aktualität eingebüßt habe.

Gedichte und Texte auf Niederdeutsch

Hildegard Latzel, Heiner Lüring und Christa Paschert-Engelke gestalteten dann ein rund einstündiges Gespräch über Wibbelts Gärten in seinem Werk. Dabei schuf Paschert-Engelke den Rahmen, Latzel und Lüring zitierten zahlreiche Gedichte und Texte in Niederdeutsch.

Vor allem in seinen Lebenserinnerungen „Der versunkene Garten“ betont Wibbelt den Wandel der Natur durch die Industrialisierung und macht bereits damals auf den Verlust zahlreicher Vogelarten und Pflanzen aufmerksam. „Er war schon früh – ähnlich wie der neue King Charles III. – ein konservativer Grüner, als es das Wort Klimawandel noch nicht gab“, so Christa Paschert-Engelke, die die Auswahl der Naturgedichte, Vertellskes und Reflexionen getroffen hatte.

Garten als Medizin

Bereits die „Bude“, sein Wintergarten in Münster mit exotischen Pflanzen und Tieren, sei ein Besuchermagnet gewesen. Ähnliche Begeisterung habe dann sein Pfarrgarten in Mehr am Niederrhein ausgelöst. Nach seiner Erfahrung sei ein Garten Medizin, er beuge vor und behüte vor mancherlei Krankheit. „Viel Elend und Verkehrtheit, viel Krankheit und Unzufriedenheit würden aus der Welt verschwinden, wenn möglichst viele Leute ein Gärtchen hätten. Es liegt darin ein gutes Stück Sozialpolitik“, so Wibbelt in seiner Kolumne „Nur ein Viertelstündchen“. Gerade die Arbeit im Garten bringe den Menschen der Natur (wieder) so nahe.

Dass das dringend nötig sei, darin war man sich mit dem Publikum einig. In diesem Sinne verabschiedeten sich die Referenten mit den Worten: „Gued goahn!“

Startseite
ANZEIGE