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Dezentrale Ahlen: Treffen auf dem Zechengelände

Auf Brettern durch die Maschinenhalle

Ahlen

Die Ahlener Skatergemeinde würde sich sehr freuen, wenn sie die Maschinenhalle auf der Zeche als Treffpunkt nützen könnte. Dass das Gebäude bestens geeignet ist, zeigte sich am Wochenende.

Von Martin Feldhaus

Mit einer so großen Resonanz hatte DZA-Vorsitzender Martin Blomberg nicht gerechnet: Rund 60 Aktive kamen am Samstag zum dritten Skatertreffen. Auch Hermann Huerkamp (r.) schaute sich das sportliche Treiben an. Foto: Martin Feldhaus

Die Maschinenhalle bildete einst das Herzstück der Zeche Westfalen. Mittlerweile ist sie seit Jahren ungenutzt. Womöglich aber nicht mehr lange, denn bald könnte hier das Herz der Ahlener Skaterszene ganz laut pochen. Dann nämlich, wenn der frisch gegründete Skaterverein Dezentrale Ahlen (DZA) hier seine Heimat finden darf. Abhängig ist das derzeit noch von einer Machbarkeitsstudie über die künftige Nutzung dieses Teils des Zechenareals.

Testlauf in Abstimmung mit dem Stadtteilforum

Einen ersten Testlauf durfte die Skatergemeinschaft am Samstagnachmittag in Abstimmung mit dem Stadtteilforum aber trotzdem schon einmal unternehmen. Und dabei erhärtete sich der Verdacht, den DZA-Vorsitzender Martin Blomberg sowieso schon hatte: Maschinenhalle und Skaten – das passt perfekt! Wo Sporttreibende bereits Wiesen, Wege und einen Basketballplatz mit Begeisterung nutzen, fühlen sich auch die Skaterinnen und Skater wohl.

Akrobatische Sprünge und gutes Gleichgewichtsgefühl – Voraussetzungen fürs Skaten Foto: Martin Feldhaus

Ungefähr 60 Aktive zog das dritte Treffen in die Maschinenhalle, wo sie an anspruchsvollen Rampen wie der „Spine“ oder der „Rail“, einer nachempfundenen Eisenbahnschiene, eindrucksvoll bewiesen, was sie am und auf dem Brett so draufhaben. Eine Resonanz, die auch Martin Blomberg selbst überraschte: „Das hat meine Erwartungen übertroffen, ich bin sehr zufrieden“, betonte er.

Den großen Trubel und die akrobatischen Skateboardtricks beobachtete auch Hermann Huerkamp, Geschäftsführer des Stadtteilforums Süd/Ost, und zeigte sich begeistert von der generationenübergreifenden Skatergemeinde, zu der auch Eltern und ihr Nachwuchs gehören. „Aus meiner Sicht läuft das hier überragend gut“, betonte er und freute sich darüber, dass auch Skatesportler aus den Nachbarstädten Beckum, Neubeckum und Hamm in die Maschinenhalle gekommen waren. „Darauf lässt sich aufbauen“, so Hermann Huerkamp, der darauf hinwies, dass es sich bei der Größe der Maschinenhalle anbieten könnte, dort die Skater und andere Gruppen unterzubringen und keine gewerbliche Nutzung vorzusehen.

Dezentrale Ahlen und das Stadtteilforum veranstalteten ein drittes Treffen der Skater (v.l.): Nils Kuper, Manuel Jakobs, Martin Blomberg, Karina Krzewina und Hermann Huerkamp. Foto: Martin Feldhaus

Die Maschinenhalle als Freizeittreff unter anderem für Skater – gibt es dafür Potenzial? Und kommen auch genug Menschen? Diese Fragen sollte das dritte Treffen der Dezentrale Ahlen beantworten. „Wir sind für eine Nutzung der Halle definitiv geeignet“, so Martin Blomberg, der sich mit seinen Mitstreiterinnen und Mitstreitern darüber freute, dass der Boden sich überraschend gut fürs Skaten eigne.

Wenn die Maschinenhalle für die Skater eine dauerhafte Heimat sein könnte, würde das jedenfalls nicht nur Ahlener freuen. Auch Tim Hemesath aus Neubeckum würde dann regelmäßig zur Zeche kommen, um seiner großen Leidenschaft nachzugehen. „Das wäre perfekt und eine geile Sache“, betonte er und schob hinterher: „Das, was die Dezentrale Ahlen hier macht, ist super.“

Tim Hemesath aus Neubeckum würde sich freuen, wenn er künftig häufiger in der Maschinenhalle skaten könnte. Foto: Martin Feldhaus

Das ist übrigens mehr als man vermuten könnte. „Skaten ist viel mehr als das Brett“, zeigte sich Martin Blomberg überzeugt und meinte damit die ganze Kultur drumherum. Am Samstag waren beispielsweise auch wieder Drohnenflieger, Sprayer und BMX-Fahrer da und freuten sich, in der Maschinenhalle einen Ort für ein Treffen zu haben. „Skateboarding zieht auch andere kreative Köpfe an“, so Martin Blomberg.

Zudem gab es für die Skater auch Unterstützung von der Drobs, der Aidshilfe, dem „Cinema Ahlen“, das für den Popcornvorrat gesorgt hatte, sowie von der Gemeinde St. Bartholomäus, die einen Beamer zur Verfügung gestellt hatte. Gesponsert wurde das Treffen erneut von dem ehemaligen Ahlener Christian Heise, mittlerweile Inhaber des „Never Enough Streetstore“ in Brandenburg.

Ahlen könnte Vorbild sein

Zudem wiederum vor Ort: Der Verein „Verve Gemeinschaft, Kultur & Schwung für Neubeckum“ mit selbst gebackenem Kuchen, der das Logo der DZA aufwies. „Wir wollen der Jugend in Neubeckum etwas anbieten“, betonten Julia Lauhoff und Busra Inci und unterstrichen: Solche Orte wie die Maschinenhalle fürs Skaten bereitzustellen, sei vorbildlich. „So etwas wollen wir auch in Neubeckum“, verdeutlichten beide, dass Ahlen ein Vorbild wäre.

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