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Nachverdichten an der Eschenbachstraße

Auf Flachdächern soll es grünen

Ahlen

Hausbesitzer an der Ahlener Eschenbachstraße sollen auf ihren tief einliegenden Grundstücken künftig nachverdichten können. Der Stadtplanungs- und Bauausschuss gab den B-Plan 49.1 zur öffentlichen Auslegung frei.

Von Ulrich Gösmann

Blick vom künftigen Neubaugebiet Hohle Eiche auf die Eschenbachstraße. Im hinteren Bereich der langgezogenen Grundstücke kann nachverdichtet werden. Foto: Ulrich Gösmann

Martina Maury empfiehlt einen Besuch der Internationalen Bauausstellung (IBA) in Hamburg. Die zeige, was heutzutage alles möglich sei bei der Fassaden-Rundumbegrünung. Baudezernent Thomas Köpp reagierte in der Sitzung des Stadtplanungs- und Bauausschusses mit dem Hinweis, längst dagewesen zu sein. Der Beigeordnete ermunterte die BMA-Ratsfrau wiederum, jetzt noch einmal nach Hamburg zu fahren. Denn nicht alles, was sie vor Jahren auf der IBA gesehen habe, sei heute noch grün.

Keine Verpflichtung zur Umsetzung

Grün – ein Stichwort, das sich wie ein roter Faden durch die Tagesordnungspunkte des Fachausschusses zog, um auch beim Bebauungsplan 49.1 „An der Eschenbachstraße“ aufgegriffen zu werden. Dort soll künftig nachverdichtet werden dürfen. Mit flachen Anbauten für maximal zwei Wohneinheiten unter grünen Dächern.

Der Rat hatte vor einem Jahr den Beschluss zur Aufstellung des Bebauungsplanes im beschleunigten Verfahren gefasst, um neuem Wohnraum auf tiefen Grundstücken Platz zu eröffnen. Eigentümer wurden seinerzeit informiert, dass diese Planung lediglich ein Angebot darstelle und keine Verpflichtung bestehe, rückwärtige Bebauung umzusetzen.

Eine erste Rückmeldung befasste sich mit dem festgesetzten begrünten Flachdach, das nicht zur bevorzugten Dachform und Dachgestaltung eines möglichen Bauvorhabens im rückwärtigen Grundstücksbereich gehöre. „Gewünscht wurde ein Pultdach ohne Begrünung mit einer Neigung von 15 Grad“, wie Stadtplanerin Dorothea Sachs im Ausschuss ausführte. Der Anregung, auch ein Pultdach zuzulassen, werde gefolgt, da im allgemeinen Wohngebiet WA1 sowohl die Gebäude-, Traufhöhe- als auch Firsthöhe von maximal 6,50 Meter festgesetzt werde, sodass neben anderen Dachformen auch ein flach geneigtes Pultdach an dieser Stelle möglich sei. „Damit lässt sich die angestrebte insgesamt geringere Höhenentwicklung der maximal zulässigen zweigeschossigen Gebäude im rückwärtigen Bereich der Grundstücke umsetzen und die Gebäude werden nicht zu massiv in Erscheinung treten“, heißt es dazu vertiefend in der Vorlage. Nachbarschaftliche Konflikte wie etwa großflächige Verschattungen ließen sich dadurch ausschließen.

Begrünte Dächer Wärme- und Kältepuffer

Bei der verbindlich festgesetzten Dachbegrünung für die Hauptbaukörper im WA1-Gebiet sowie für die vorgegebenen Flachdächer in den WA3-, WA4- und WA5-Gebieten werde es bleiben, um damit den vom Gesetzgeber geforderten Anpassungen an den Klimawandel gerecht zu werden, heißt es weiter.

Begrünte Dächer, führt die Verwaltungsvorlage weiter aus, „wirken als Wärme- und Kältepuffer und bieten so eine natürliche Wärmedämmung. Sie schützen die Dachhaut auch vor starken Temperaturunterschieden und tragen zu einer längeren Lebensdauer der Dacheindeckung bei.“ Selbst dünnschichtige Extensivbegrünungen könnten den Wasserabfluss eines Daches bei Niederschlägen um 50 bis 70 Prozent drosseln. Das Niederschlagswasser werde durch Verdunstung sofort wieder in den natürlichen Wasserkreislauf zurückgeführt. So komme es bei plötzlich starken Regenfällen nicht zu einer Überflutung in der Kanalisation. Gleichzeitig führe dies zu einer Reduzierung der Niederschlagswassergebühr.

Warum nicht gleich rundum begrünen?

Martina Maury ging mit ihrem Hinweis auf Gesehenes auf der Internationalen Bauausstellung in Hamburg noch einen Schritt weiter bis hin zur Rundumbegrünung, bei der es am Ende fast keine Rolle mehr spiele, wie es darunter gestalterisch aussehe. Dieter Bröer (Grüne) zeigte sich überrascht, dass „so tolle Ideen einen langen Weg bis nach Ahlen“ hätten. Auf diesem Gebiet gebe es Nachholbedarf auch hinsichtlich weiterer rechtlicher Absicherungen.

Der Ausschuss votierte einstimmig für die öffentliche Auslegung des Entwurfs zum Bebauungsplan 49.1.

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