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Thomas Godoj in der Schuhfabrik

Aufrüttelnde Botschaften

Ahlen

13 Pfeile – 13 Songs auf dem neuen Album: Thomas Godoj präsentierte beim Konzert in der Schuhfabrik Hardrock auf deutsch.

Christian Feischen

Singt, was er denkt: Thomas Godoj schießt am Freitagabend im Saal der Schuhfabrik 13 zielgenaue Song-Pfeile ab. Foto: Christian Feischen

Rockmusik macht nicht zuletzt aus, dass man freimütig und lautstark das singt, was man denkt. Und genau das setzt Thomas Godoj, vielen noch als Gewinner von „Deutschland sucht den Superstar“ in Erinnerung, mit seinen neuen Songs überzeugend um. Das erleben rund 120 Konzertbesucher am Freitagabend im Saal des Bürgerzentrums Schuhfabrik.

Textsicher singen die im treibenden Rhythmus mitklatschenden Fans schon die ersten Zeilen mit: „Braun ist keine Option. Braun ist der Tod“, heißt es im Anti-Nazi-Song, mit dem Thomas Godoj mitsamt druckvoll aufspielender Band eröffnet. Und genauso rhythmisch-rockig geht es weiter, als Godoj seine aufrüttelnden Botschaften mit Titeln wie „Heimathafen“ oder „Kopf unter kaltes Wasser“ ins Publikum singt.

„13 Pfeile“ heißt sein jüngstes Soloalbum. Und die 13 gitarrenlastigen Songs vom neuen Tonträger stehen im Mittelpunkt des Clubkonzerts, als der Sänger mit kraftvoller Rockstimme zusammen mit seiner vierköpfigen Band die Bühne rockt.

Mit begeistert nach oben gestreckten Armen gehen die Zuschauer, viele dicht gedrängt ganz vorne stehend, zwei Stunden lang durchgängig zu den Songs mit, die mitunter ziemlich kritisch daherkommen. Die Texte laden nämlich zum Mitdenken darüber ein, was um uns herum alltäglich geschieht. Das dunkel wummernde „Labyrinth der Bytes“ thematisiert da zum Beispiel die digitalisierte Welt: „Wir nehmen unsere Handys raus und gucken Katzenvideos an, kümmern uns aber nicht um die Zukunft unserer Kinder“, gibt Thomas Godoj bei seiner Ansage des Songs zu bedenken. Wohl auch eine Anspielung auf die wöchentlichen Schülerdemos gegen den Klimawandel, über die man noch kurz sinnieren kann, bevor brachial swingende Gitarren- und Schlagzeugklänge einen Text begleiten, der wie eine Anklage gegen soziale Medien und ständiges Mobiltelefon-Gucken wirkt.

Es sind diese kritischen Töne, die beim Publikum, das auch aus dem Ruhrgebiet und dem Sauerland angereist ist und teils schon lange vor Konzertbeginn auf Einlass in den Saal gewartet hat, ganz offensichtlich ankommen: „Meine Welt ist es nicht“, singt Thomas Godoj über globale Missstände und bekommt dafür besonders viel Applaus.

Die Gitarristen René Lipps und Martin Kelch sorgen dabei für jenen hardrockigen Sound, der zu den kritischen Textzeilen passt, die gleichzeitig melodisch und mitsingbar sind. Zuweilen gibt‘s ruhigere Töne, die Godojs Live-Band mit ebenso viel „Herzblut“ – so ein Songtitel – umsetzt wie der Sänger selbst.

Nach drei rockigen Zugaben nimmt sich Thomas Godoj am späteren Abend noch ausgiebig Zeit für seine Fans, gibt Autogramme und signiert CD-Cover. Auch für die von weiter her angereisten Freunde harten Deutschrocks hat sich da das Konzert längst gelohnt. Denn dass da einer lautstark auf der Bühne das singt, was er denkt, ist bei diesem „Pfeile“-Konzert offensichtlich zielgenau beim Publikum angekommen.

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