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Erweiterung der Therese-Münsterteicher-Gesamtschule

Aufstocken oder auslagern?

Ahlen

Kein Einvernehmen im Schul- und Kulturausschuss am Donnerstag bei der Beratung über die Unterbringung einer Oberstufe an der Therese-Münsterteicher-Gesamtschule: Die CDU wollte die von der Verwaltung und der Schule abgelehnte Aufstockung der Gebäude noch nicht ad acta legen.

Von Dierk Hartleb

Die Gebäude der ehemaligen Bodelschwinghschule sollen Foto: Ulrich Gösmann

Die Zahlen müssten eigentlich jeden politisch Verantwortung Tragenden entzücken. Seit 2011 steigt die Geburtenrate kontinuierlich an. Von 1,38 auf 1,39 und seit 2015 auf über 1,5 Kinder pro Frau. Dieser an sich erfreuliche Umstand wirft aber die Schulentwicklungsplanung über den Haufen, wie Ulrike Lexis vom Büro Dr. Garbe, Lexis & von Berlepsch in der Sitzung des Schul- und Kulturausschusses am Donnerstag einräumte. Galt lange Zeit eine Zahl von 420 Schulanfängern in Ahlen als festgemeißelt, ist ihre Zahl inzwischen weitgehend unbemerkt von der öffentlichen Wahrnehmung auf 500 geklettert. Mit erheblichen Auswirkungen auf die Schulen. Das betrifft in besonderer Weise auch die Therese-Münsterteicher-Gesamtschule, die nach dem positiven Beschluss zur Gründung einer Oberstufe mehr Raum benötigt.

Verwaltung präferiert Bodelschwinghschule

Nach der Ratsinformationsveranstaltung in der Vorwoche zeichnete sich die Richtung in groben Zügen bereits ab. Unter den drei Varianten – Aufstockung der bestehenden Schulgebäude oder Neubau oder Reaktivierung der ehemaligen Bo­delschwingh­schule – präferierten das städtische Gebäudemanagement und sein Leiter Florian Schmeing ebenso wie die Schule selbst die letztgenannte. Allerdings nicht als Standort für die neu zu gründende Oberstufe, sondern als Unterbringung für die Jahrgangsstufen 5 und 6 (Erprobungsstufe).

Für diesen Kurswechsel konnte sich Rolf Leismann (BMA) nicht so rasch erwärmen. Dagegen spreche der besondere Betreuungsbedarf der „Kleinen“ und der tägliche Gang zur Mensa durch den Fußgängertunnel oder über die Straße, der eher den Älteren zuzumuten sei. Der stellvertretende Schulleiter Fabian Blech versuchte die Bedenken mit dem Hinweis zu zerstreuen, dass mindestens immer zwei Lehrer die Mädchen und Jungen auf dem Weg begleiteten.

Ausweichquartiere für Sportarchiv und „kgv“

Schmeing hatte zuvor die von Dieter Massin öffentlich gemachten Sorgen um den Verbleib des Sportarchivs zerstreut. Wie in der Entscheidungsvorlage beschrieben, sind sowohl für das Archiv als auch für den Verein „Keiner geht verloren“ (kgv) und die Juno-Jugendecke für die Zeit des notwendigen Umbaus Ausweichmöglichkeiten vorgesehen. Für die Variante 3 spreche auch, dass der Schulbetrieb am wenigsten gestört würde und Ausschreibungen für einen Umbau in der Substanz schneller umzusetzen seien.

Martin Hegselmann und Christoph Aulbur (beide CDU) gaben sich nicht so schnell geschlagen und hakten nach, warum die kostengünstigere Aufstockung der bestehenden Gebäude fallen gelassen worden sei, obwohl diese mit jetzt 6,74 Millionen Euro kalkulierte Lösung sich zwar verteuert habe, aber immer noch preiswerter sei als die Reaktivierung der Bodel­schwinghschule mit aktuell 10,2 Millionen Euro. Die fehlenden 300 Quadratmeter könnten doch nicht ausschlaggebend sein. Den nachträglich ermittelten größeren Raumbedarf begründete Blech mit den verstärkten Zuzügen von Familien aus Südosteuropa seit 2019/20, die in die alten Berechnungen noch nicht eingeflossen seien.

Andrea Jaunich (SPD)

In ihrer Prognose für 2030 und darüber hinaus hatte Ulrike Lexis zuvor ausgeführt, dass die Stadt sich eher auf eine Größenordnung von 600 Einschulkindern einstellen müsse. An­drea Jaunich (SPD) ärgerte sich über die Diskussion. Die Eltern hätten „mit den Füßen abgestimmt“. Sie erklärte weiter, dass ihre Partei sich dafür stark mache, dass die Schule gut ausgestattet werde. Ein Beschluss wurde nicht gefasst.

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