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Vorarbeiten für Radstation im Bahnhof

Aufzug-Double zu den Bahnsteigen ist perfekt

Ahlen

Nach dem ersten wurde am Donnerstag auch der zweite Aufzug im Bahnhof freigeschaltet. Für die Einrichtung der Radstation werden Vorbereitungen getroffen.

Von Dierk Hartleb

Die frühere Bahnhofsgaststätte verfügt über eine schöne Kassettendecke, die noch erhalten ist. Auf der Vorderseite der Kneipe, die später Diskothek war, befindet sich die Bahnhofsbuchhandlung. Foto: Dierk Hartleb

Das zweite Wunder ließ nicht einmal 14 Tage auf sich warten. Am Donnerstagmorgen wurde auch der zweite Aufzug im Bahnhof freigeschaltet. Damit sind jetzt beide Bahnsteige barrierefrei erreichbar.

Mit der Freischaltung endet auch die lange Phase der Baustellen-Situation im Tunnel, der wieder auf ganzer Breite begehbar ist.

Umbau der Bahnhofsgaststätte

Nicht in unmittelbaren Zusammenhang mit der Ertüchtigung des Bahnhofs als RRX-Station steht der geplante Umbau der ehemaligen Bahnhofsgaststätte zu einer Radstation. Mitarbeiter des Zentralen Gebäudemanagements der Stadt nehmen zurzeit die Räumlichkeiten in Augenschein und entrümpeln. Lutz Henke, zuständig im Rathaus für Fördermaßnahmen, bezeichnet die Maßnahme als notwendige Vorbereitung für die Ausschreibung, die die Stadt Fachbüros übertragen hat. Dafür werden belastbare Angaben benötigt. „Es muss ja so gut wie alles neu gemacht werden“, gibt Lutz Henke die Marschrichtung an: „Vom Boden, über Elektrik, Heizung, sanitäre Anlagen bis zur Beleuchtung.“

Der zweite Fahrstuhl ist jetzt auch in Betrieb. Foto: Dierk Hartleb

Die Pläne für den Umbau, der Teil des Mobilitätskonzepts ist, sind dem Planungs- und Bauausschuss bereits in der Sitzung am 1. Dezember 2020 vorgestellt worden. Danach sieht die Planung bisher vor, den Eingangsbereich durch eine Gitterrostbrücke zu erschließen. Im Eingangsraum mit Kassettendecke sollen die Formalia abgewickelt werden. Im dahinter gelegenen größeren früheren Tanzsaal der Diskothek sollen Doppelständer für 100 Fahrräder untergebracht werden. Weitere 106 Doppelradständer sollen im Innenhof und Vorraum angesiedelt werden. Der Außenbereich grenzt unmittelbar an eine 3,50 Meter hohe Ankermauer, die entlang der Gleise verläuft. Um die Fahrräder vor Regen zu schützen, soll der Außenbereich mit einer Stahlbaukonstruktion überdacht werden. Wegen des Funkenflugs hat hier der Brandschutz oberste Priorität.

Komplexe Genehmigungslage

Aufgrund dieser komplexen Genehmigungslage hat es die Stadt gleich mit mehreren Akteuren auf der Seite der DB zu tun. Für die ehemalige Gaststätte und Disco ist DB Station & Service zuständig, für den Außenbereich die DB Netz. Und alle baulichen Veränderungen sind mit dem Eisenbahnbundesamt abzuklären, das einen ganz eigenen Blick auf die Pläne wirft.

Insgesamt stehen rund 245 Quadratmeter für die Radstation zur Verfügung. Damit diese Zahl hieb- und stichfest ist, muss vorher einmal gründlich entrümpelt werden. „Danach müssen die Räume noch vermessen werden“, kündigt Lutz Henke an.

Wieder geöffnet - die Bahnhofsbuchhandlung Foto: Dierk Hartleb

Also noch viel Vorlauf, bevor der Umbau wirklich starten kann. Dabei erscheint selbst das angepeilte Datum 1. August 2022 als ehrgeizig. Für den Bau der Radstation hat das Land der Stadt eine Förderung von 450 000 Euro in Aussicht gestellt. Weitere 47 000 Euro sind für eine Ausschilderung nach den Vorgaben des Landes für vernetzte Mobilität zugesagt.

In der erwähnten Mitteilungsvorlage aus Dezember 2020 heißt es, dass die Gewerke Ende dieses Jahres ausgeschrieben werden sollen. Die Gesamtkosten sind zunächst mit rund einer Million Euro kalkuliert, Verteuerungen sind aufgrund galoppierender Baupreise sicherlich nicht auszuschließen.

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