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Marktmusik am 1. Oktober

Bachs Festkantate zum Leipziger Ratswechsel

Ahlen

„Wir danken dir, Gott, wir danken dir.“ Die Festkantate von Johann Sebastian Bach entstand 1731 zur Einführung des gewählten Stadtrats. Zu hören ist sie bei der nächsten Marktmusik.

Eine der Solistinnen bei der nächsten Marktmusik am 1. Oktober ist Takako Oishi. Foto: Christian Fischer

„Die geistlichen Kantaten von Johann Sebastian Bach sind ein Juwel barocken musikalischen Schaffens, mit denen Bach nach seinen eigenen Worten den ,Endzweck einer regulierten Kirchenmusik zur Ehre Gottes‘ zu verwirklichen suchte“, heißt es in einer Ankündigung der Kirchengemeinde St. Bartholomäus. Die freut sich, die Kantate Nummer 29 „Wir danken dir, Gott, wir danken dir“ am Samstag (1. Oktober um 11 Uhr in St. Marien) im Rahmen der Marktmusik zur Aufführung zu bringen. Die Chorgemeinschaft wird begleitet von einem Kammerorchester der Dortmunder Philharmoniker. Das Orgelsolo spielt Larissa Neufeld. Die Solisten sind Takako Oishi (Sopran), Maria Christina Tsiakourma (Alt) und Martin Logar (Tenor). Die musikalische Leitung hat Andreas Blechmann.

Zu Bachs Pflichten in seiner Leipziger Zeit gehörte jedes Jahr die Aufführung einer Festkantate, mit der dem jährlichen Ratswechsel ein angemessener Rahmen verliehen wurde. Diese Einführung des gewählten Stadtrats wurde regelmäßig am Montag nach St. Bartholomäus in einem Gottesdienst begangen, der 1731 auf den 27. August fiel. Immerhin neun solcher Ratswahlkantaten sind heute noch überliefert.

Erweiterter Orchesterapparat

Der slowenische Tenor Martin Logar singt die markante Tenorarie „Halleluja, Stärk und Macht sei des Allerhöchsten Namen“. Logar schloss sein Studium 2016 bei Matjaž Robavs in Ljubljana ab. Zwischen 2011 und 2017 war er festes Mitglied im Slowenischen Kammerchor und seit der Saison 17/18 arbeitet er freiberuflich in Deutschland, der Schweiz und den Niederlanden.

Martin Logar Foto: privat

Die Kantate „Wir danken dir, Gott, wir danken dir“ (BWV 29) komponierte Bach 1731. Ihren Festcharakter erhält sie nicht zuletzt durch den um drei Trompeten, aber auch Pauken und Oboen erweiterten Orchesterapparat. Der unbekannte Textdichter folgte in seinem Libretto einem bewährten Schema: Der Dank für erwiesene Wohltaten wird mit der Bitte um künftigen Segen verknüpft. Sehr subtil ermöglicht er es den geneigten Hörern, dabei auch durchaus an weltliche Herren zu denken.

Die Kantate ist eine der wenigen geistlichen Kantaten mit einer einleitenden instrumentalen Sinfonia. Den virtuosen Orgel-Solo-Part des einleitenden Orchestersatzes, gespielt von Larissa Neufeld, entnahm Bach aus seiner E-dur-Suite für Solovioline (BWV 1006).

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