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„Tralla City“ auf dem Marktplatz

Balkan-Ausflug im Doppelpack

Ahlen

Als echter Geheimtipp entpuppten sich die jungen Musiker des „Balkan Rock Trios“ am Freitag auf dem Marktplatz. Der „Tralla City“-Abend bot einen musikalischen Ausflug zum Balkan.

-maf-

Dynamisch auf der Bühne: Das „Balkan Rock Trio“ (v.l.): Stanislav Akimov, Todor Akimov und Nils Bölting. Foto: Martin Feldhaus

Bulgarien ist als Urlaubsland schon ein Klassiker, Serbien gilt noch als eher unbekannter Schatz des Balkans. Doch wie klingt eigentlich der Balkan? Beim vierten „Tralla City“-Abend in diesem Sommer bekam das Publikum davon einen guten Eindruck, auch ohne mehrwöchigen Sommerurlaub in Südosteuropa. „Heute unternehmen wir einen gemeinsamen Ausflug zum Balkan“, kündigte Hannah Kluck vom Kulturbüro an. Den „Sound“ des Balkans gab es am Freitagabend gleich im Doppelpack.

Den Auftakt machte ein junger DJ aus Osnabrück: Bei Jan Rudolph (Baniza Sound System) gab’s tanzbare elektronische Musik. Ein Mix aus eher harten, modernen Elektrobeats und traditionellen Melodien verschiedener Stilrichtungen aus dem Balkanraum sorgte für die passende Stimmung, um einen schönen Sommerabend auf dem Marktplatz zu genießen. Richtig voll war der aber zu diesem Zeitpunkt noch nicht.

Deutlich mehr Ahlener lockte dann die Live-Musik in der zweiten „Tralla City“-Stunde, für die das „Balkan Rock Trio“ sich schon zuvor vor der Bühne warmgetanzt hat. Einheitlich in schwarzen Trainingsanzügen mit den berühmten drei Streifen gekleidet, stürmten Stanislav Akimov (Bass und Vocals), Todor Akimov (Schlagzeug) und Nils Bölting (Gitarre) die Bühne. Die drei Balkaneros schafften den klanglichen Brückenschlag zwischen Tradition und Moderne: Sie kombinierten alte mazedonische, bulgarische und serbische Volkslieder mit Elementen des „Progressive Rock“. Ein Stilmix, bei dem das Trio gleichsam mit den verschiedenen Genres spielte: Die rockige Gitarre traf hier beispielsweise auf Folk-Musik vom Balkan und sorgte für ungewöhnlich-inspirierende Klangerlebnisse.

„Hartnäckig dranbleiben“

„Da muss man sich einfach bewegen“, fand Elisabeth Einars. Die eingängige Musik des Trios sei was „für Jung und Alt“, lobte sie. Schade sei jedoch, dass sie nicht ein paar mehr Ahlener auf den Marktplatz gezogen habe. „Wir müssen da hartnäckig dranbleiben“, sagte Kati Peterleweling mit Blick auf den Ansatz an diesem Abend, sowohl interkulturelle Musik als auch jungen Künstlern eine Bühne zu bieten. Die drei rockigen Musiker entpuppten sich jedenfalls als echter Geheimtipp. Beeindruckend war unter anderem, wie der ausgebildete Schlagzeuger Akimov sein Instrument beherrschte und Gesang und fetzige Gitarrenklänge gekonnt instrumental flankierte.

Einen besonderen musikalischen Leckerbissen servierte das „Balkan Rock Trio“ dann zum Abschluss: Zwei Lieder des international bekannten bosnischen Musikers und Komponisten Goran Bregović bildeten den Höhepunkt beim interkulturellen „Tralla City“-Abend. Rasant wurde es insbesondere zum Abschluss mit „Maki Maki“. Hier war Tanzen direkt vor der Bühne angesagt – auf Tuchfühlung zum dynamischen Trio und ganz nah am musikalischen Puls des Balkans. Der schlug am Freitagabend zumindest vorübergehend auch ein wenig mitten im Münsterland.

Jan Rudolph (Baniza Sound System) kombinierte elektronische Musik mit Balkanklängen. Foto: Martin Feldhaus
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