1. www.wn.de
  2. >
  3. Muensterland
  4. >
  5. Ahlen
  6. >
  7. BAS geplagt von Personalnotstand

  8. >

Vize-Vorsitzende erklärt bei Versammlung den Rücktritt

BAS geplagt von Personalnotstand

Ahlen

Der Blick geht zuversichtlich in die neue Session, die – wenn auch anders – voraussichtlich stattfinden kann. Dennoch ließen sich diverse Spannungen unter den Ahlener Karnevalisten bei der jüngsten BAS-Sitzung nicht verbergen.

Von Christian Wolff

Während der verbliebene BAS-Vorstand – hier Bianka Peters, Andreas Lerley und Michael Peters (v.l.) – auf die voraussichtlichen Möglichkeiten der kommenden Karnevalssession blickte, erklärte die Vize-Vorsitzende Heike Schike (2.v.r.) ihren Rücktritt. Foto: Christian Wolff

Kann der Ahlener Karneval im November wieder durchstarten? Die aktuelle Lage eröffnet dem Bürgerausschuss zur Förderung des Ahlener Karnevals (BAS) zumindest die Perspektive, einen Teil der närrischen Traditionen wiederaufnehmen zu können. Die „3G-Regel“ könnte zumindest bei den Saalveranstaltungen ein gangbarer Weg sein. Doch neben dem allgegenwärtigen Damoklesschwert der Corona-Pandemie plagen den Dachverband akute Personalsorgen.

Einige Ämter sind nach wie vor unbesetzt und nach nur einem Jahr erklärte Vize-Vorsitzende Heike Schicke am Donnerstagabend bei der Jahreshauptversammlung im Hof Münsterland ebenfalls ihren Rücktritt. „Ich habe nicht geahnt, dass hier so viele Streitereien und Chaos herrschen“, fand sie deutliche Worte der Begründung. „Uns fehlt der Nachwuchs, uns fehlt die Gemeinschaft. So kommen wir nicht nach vorne.“ Sie wolle sich zukünftig mehr auf ihr Geschäft und die „Kükengarde“ konzentrieren.

Bei den Wahlen wurden Bianka Peters als Narrensekretärin und Thorsten Schnitzmeier als Beisitzer einstimmig bestätigt. Zum zweiten Kassenprüfer wurde Uwe Lüggert gewählt. Was die fehlenden Amtsträger angeht, hielt Andreas Lerley fest: „Wir betteln seit zwei Jahren darum, die Posten zu besetzen.“ Um Aktiven, die bereits in anderen KGs ein Amt haben, die Möglichkeit zu eröffnen, ebenfalls an der BAS-Spitze mitzuwirken, was momentan nicht vorgesehen ist, müsse jedoch die Satzung geändert werden. Einen solchen Schritt wollen die Präsidenten auf einer Sondersitzung im September thematisieren.

Auf Nachfrage von SGF-Präsident Dominik Isermann verkündete Andreas Lerley die geplante Reihenfolge der Vereine, die für die kommenden Prinzenstellungen vorgesehen sind: „Nett un oerndlik“, „Neustadt“ und „Schwarz-Gelbe Funken“. Isermann wies außerdem darauf hin, dass es noch vier freie Stellplätze für Rosenmontagswagen in der neuen Halle gibt, die von den „Schwarz-Gelben“ bezogen wurde. Interessierte Vereine sollten sich bei ihm melden.

Thekenkarneval mit Live-Auftakt am Marktplatz?

Michael Rose wünschte sich, dass der Thekenkarneval künftig aufgewertet wird, beispielsweise durch Einbindung einer Liveband zum Auftakt auf der ohnehin bezahlten Marktplatzbühne. „Man könnte auch unsere Pins oder den Sessionsorden als Eintrittskarte zu den Lokalen verwenden und dadurch den Verkauf weiter ankurbeln“, schlug er vor.

Unter dem Punkt „Verschiedenes“ verlas Ex-BAS-Boss Carlo Wilk eine Stellungnahme, in der er sich auf eine Präsidentensitzung vom 27. Mai bezog. Demnach seien 5000 Euro von der Stadt Ahlen an seinen Verein „Nett un oerndlik“ geflossen, um die anstehende Prinzenstellung nach den unverschuldeten Pandemieausfällen zu unterstützen. Das Geld sei jedoch zunächst an den BAS gegangen. „Der Bürgermeister hat betont, dass es für die Verwendung keine Nachweispflicht gibt“, so Wilk. Er ärgere sich, dass er diesen Umstand nicht ausreichend darstellen konnte und lediglich die BAS-Sichtweise besprochen worden sei. „Hier ist von unserer Seite nichts falsch gelaufen, sondern nur falsch wiedergegeben worden.“ Nicht zuletzt seien in der besagten Sitzung interne Zahlen seiner KG gezeigt worden, so Wilk, während in anderen Fällen alle Zahlen dem Datenschutz unterlägen. In dieser Sache gab es noch zwei weitere Nachfragen, doch der Vorsitzende Andreas Lerley hielt fest: „Der BAS wird zu diesem Thema öffentlich keine Stellung nehmen.“ Es gehe um einen einzelnen Verein und eine Mitgliederversammlung des BAS wäre dazu da, den gesamten Ahlener Karneval auf Kurs zu bringen.

Mittelverwendung im Fokus

Unstrittig ist hingegen die Verwendung der 20 000 Euro „Corona-Hilfe“, die der BAS nach einem festgelegten Schlüssel allen beteiligten Vereine zukommen ließ. „500 Euro bekommt ohnehin jeder. Der Rest wird prozentual anhand der eingereichten Fixkosten zugewiesen“, erläuterte Alexander Wilk.

Startseite