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Sachstandsbericht

Bau der Osttangente teurer und in Verzug

Ahlen

Der Bau der Osttangente, die Ahlens innerstädtischem Verkehr eine signifikante Entlastung bringen soll, wird teurer und erst später fertig als gedacht. Das erläuterte Robert Reminghorst im jüngsten Betriebsausschuss.

Christian Wolff

Längst liegt die Schneise am Fuße der Osthalde. Hier soll die Tangente entlangführen. Foto: Ulrich Gösmann

Mit den Worten „Es geht voran“ beendete Robert Reminghorst seinen Sachstandsbericht zum Bau der Osttangente. Doch zuvor musste der stellvertretende Leiter der Ahlener Umweltbetriebe am Montagabend im Betriebsausschuss zwei weniger gute Nachrichten überbringen: Die Großmaßnahme, die dem innerstädtischen Verkehr eine signifikante Entlastung bringen soll, wird teurer und erst später fertig als gedacht.

Bietergespräche der europaweiten Ausschreibung der Ingenieurleistungen hätten coronabedingt erst mit Verzug geführt werden können, so Reminghorst. „Daher konnten die Planungsbüros auch erst später beauftragt werden.“ Intensive und langwierige Abstimmungen mit der Bodenschutzbehörde seien ebenso erforderlich gewesen.

Wesentliche Bestandteile der Planung für den ersten Bauabschnitt ist eine neue Straßenbrücke über die Werse mit den beidseitigen Dammböschungen. Aufgrund der Bodenbeschaffenheit sind nach der Dammaufschüttung Setzungen des vorhandenen Untergrunds zu erwarten. Zur Vermeidung von Straßenschäden soll der Straßenendausbau erst dann erfolgen, wenn keine wesentlichen Setzungen des Damms mehr zu erwarten sind, berichtete Robert Reminghorst. Dies werde mit einer wiederkehrenden Höhenvermessung begleitet.

Straßenausbau ab 2022

Aktuell geht die Planung davon aus, dass Ende 2022 mit dem eigentlichen Straßenausbau für den ersten Bauabschnitt begonnen werden kann. Dies korrespondiert mit der Herstellung der Brücke. Ein Jahr später könnten dann wohl die ersten Fahrzeuge über die Tangente rollen, sofern keine weiteren Verzögerungen eintreten.

Grafik zum Bau der Osttangente. Foto: Stadt Ahlen

Im März 2020 wurde der Förderantrag für den ersten Bauabschnitt bei der Bezirksregierung Münster eingereicht. Nach der aktualisierten Kostenberechnung belaufen sich die Gesamtkosten dafür auf 17,84 Millionen Euro brutto. 15,25 Millionen Euro davon sind nach Angaben der Stadt zuwendungsfähig. Bei einem Fördersatz von 70 Prozent ergibt sich eine Fördersumme von rund 10,6 Millionen Euro.

Von „Entsetzen“ sprach Dieter Bröer (Grüne) angesichts der in der Verwaltungsvorlage beschriebenen Verteuerung. „Es ist das eingetreten, was zu befürchten war. Diese Kostensteigerung ist unerträglich.“ Ralf Marciniak (CDU) konterte prompt: „Der Rat hat die Verwaltung beauftragt, diese Straße zu bauen. Je länger es herausgezögert wird, desto teurer wird es.“ Es sei natürlich nicht schön, dass es keine Deckelung dazu geben konnte, aber der Nutzen der Osttangente sei erheblich. „Wir wollen diese Straße und wir brauchen diese Straße.“ Dieter Bröer meinte, die fehlende Kostendeckelung könne kein Freibrief dafür sein, dass die Summen bei solchen Projekten aus dem Ruder liefen. Angesichts anderer Planungen wie Rathaus und Stadthalle werde ihm „schon jetzt ganz angst und bange“. Arne Engelbrecht (FWG) betrachtete es so: „Man muss immer mit Erhöhungen rechnen.“

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