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Festakt beim Ring deutscher Bergingenieure

Bergbau nicht vergessen

Ahlen

70 Jahre RDB-Bezirksverein Ahlen-Heessen: Das begingen die Mitglieder des Rings Deutscher Bergingenieure in der Ahlener Lohnhalle – mit festlichen Ansprachen, Musik und geistlichem Beistand.

Von Reinhard Baldauf

Glück auf, Glück auf: Zum Steigerlied gibt‘s einen starken Tropfen. Foto: Reinhard Baldauf

Hochrangige Gäste begrüßte der Bezirksverein Ahlen-Heessen des Rings Deutscher Bergingenieure (RDB) zur Feier seines 70-jährigen Bestehens. So waren der Vorsitzende des RDB-Hauptvorstands Prof. Dr. Carsten Drebenstedt und der Vorstandsvorsitzende der RAG-Aktiengesellschaft Peter Schrimpf am Samstagmittag in die Lohnhalle gekommen.

Der Vorsitzende des Bezirksvereins Ahlen-Heessen, Ralf Sollmann, begrüßte die Mitglieder und zum Teil deren Familien sowie die Abordnungen und Vertreter befreundeter Organisationen.

Kaffeetafel beim Bergbautraditionsverein

Der Vorsitzende erläuterte den Tagesablauf, denn nach der Feierstunde ging es beim Bergbautraditionsverein mit Kaffee und Kuchen sowie einer Party am Abend weiter. Für eine bergmännische Andacht war Stadtpfarrer Dr. Ludger Kaulig gekommen. Nach dem Spruch „Sorget euch nicht“ aus dem Matthäus-Evangelium stellte er eine Verbindung zu Traditionsbewusstsein und Kameradschaft sowie die Sorge um die Älteren her. Statt Fürbitten konnte jeder eine Kerze anzünden, welcher er seine Bitte an Gott mitgab.

Pfarrer Dr. Ludger Kaulig hielt eine bergmännische Andacht. Foto: Reinhard Baldauf

Er sei gerne aus dem Erzgebirge ins Ruhrgebiet gekommen, das die Keimzelle des RDB sei, erklärte Prof. Dr. Carsten Drebenstedt. „Die Arbeit wird immer vor Ort gemacht“, hielt er fest und dankte Ralf Sollmann und dem Vorstand für die Arbeit. Bergbau scheine im Bewusstsein vieler Menschen keine Rolle mehr zu spielen: „In den Lehrplänen in NRW kommt das Wort Bergbau überhaupt nicht vor“, bedauerte Carsten Drebenstedt. Den Krieg in der Ukraine sprach er ebenfalls an und hielt fest: „Frieden – das ist die Grundlage für alles.“

Die Bedeutung der Rohstoffversorgung war ein weiteres Thema. „Die heimischen Rohstoffe haben wir in Hülle und Fülle“ erklärte er und verwies auf Lithium, Wolfram, Zinn und Flussspat. „Ich bin stolz, ein Bergmann zu sein. Wir können stolz sein“, beendete Carsten Drebenstedt seine Ausführungen.

Ralf Sollmann, Vorsitzender des Bezirksvereins Foto: Reinhard Baldauf

Der RAG-Aktiengesellschaftsvorsitzende Peter Schrimpf blickte in die Geschichte der Ahlener Zeche, die erst spät zur RAG gekommen sei. Auch nach Schließung der Schachtanlage gebe es ein modernes Ruhrgebiet. Ahlen habe eine strake Gemeinschaft auch zwei Jahrzehnte nach der Zechenschließung. In diesem Zusammenhang nannte Peter Schrimpf das ehemalige Zechengelände, auf dem ein Gewerbegebiet und damit neue Arbeitsplätze entstanden seien. Doch vorher habe der Steinkohlenbergbau über Jahrzehnte für Arbeit und Energie gesorgt. „Die Ruhrkohle setzt ihre Arbeit fort“, sagte Peter Schrimpf mit Blick auf die Ewigkeitsaufgaben infolge des Bergbaus.

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